Antriebsspezialist aus Friedrichshafen bringt neue Automatik zur Marktreife

Chevrolets Corvette gehört zu den Ikonen der sportlichen Fortbewegung. Doch hätten Sie gewusst, dass dieses amerikanische Kultmobil in den 1950er-Jahren mit einer Zweigang-Automatik das Laufen lernte? Aus heutiger Sicht fällt es schwer zu glauben, das ein derartiges Getriebe tatsächlich in einem sportlichen Fahrzeug zum Einsatz kam. In modernen Autos hat eine Automatik mindestens vier Vorwärtsstufen. Viele Selbstschalter verfügen bereits über fünf oder sechs Gänge. Seit einigen Jahren bietet Mercedes-Benz mit der 7G-Tronic sogar ein Automatikgetriebe mit sieben Übersetzungen fürs Vorwärtskommen an. Den vorläufigen Höhepunkt markiert allerdings der Ende 2006 in Deutschland eingeführte Lexus LS 460: Seine Achtstufen-Automatik ist der jüngste Meilenstein im Getriebebau.

Deutsche Autoindustrie kontert
Diesen Vorstoß des japanischen Luxus-Herstellers wollen deutsche Autobauer schon bald kontern. Soeben hat der in Friedrichshafen beheimatete Antriebs- und Fahrwerksspezialist ZF offiziell verkündet, ebenfalls eine Achtgang-Automatik zur Marktreife gebracht zu haben. Noch will keiner die Katze aus dem Sack lassen: Dennoch gilt es als sehr wahrscheinlich, dass in der nächsten Generation des BMW 7er dieses Getriebe erstmals zum Einsatz kommen wird.

Überträgt mehr Leistung, verbraucht weniger
Nach Aussage von ZF soll das neue Getriebe dem bisherigen Sechsgang-Automaten aus eigenem Haus in mehrfacher Hinsicht überlegen sein. Unter anderem verspricht der Hersteller eine Kraftstoffeinsparung um sechs Prozent gegenüber der Automatik mit sechs Schaltstufen und sogar um 14 Prozent gegenüber der mit fünf Gängen. Darüber hinaus soll das Getriebe bei gleichem Bauraum und gleicher Bauteilezahl mehr Leistung übertragen. Der Schaltkomfort sowie die Reaktions- und Schaltgeschwindigkeiten sollen auf dem gleichen Niveau liegen wie bei der Sechsgang-Automatik.

Getriebe für Hybrid-Antriebe
Ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Getriebes ist seine Kombinierbarkeit mit unterschiedlichen Antriebskonzepten. So verspricht ZF, die neue Achtgang-Automatik könne ohne viel Aufwand mit heutigen und künftigen Allradkonzepten des Zulieferers gekoppelt werden. Darüber hinaus soll das Getriebe auch für verschiedene Hybrid-Lösungen einsetzbar sein. Laut ZF sind neben Mikro-Hybriden auch Voll-Hybride in Planung. Zwar macht ZF noch keine Angaben, in welchen zukünftigen Modellen die neue Automatik mit einem Hybrid-System kombiniert wird. Doch ist wiederum der BMW 7er hierfür ein ganz heißer Kandidat. Bereits 2005 hat BMW offiziell angekündigt, ein erstes Hybrid-Modell 2008 auf den Markt bringen zu wollen. Die Ankündigung von ZF legt deshalb auch die Vermutung nahe, dass es den 2008 startenden BMW 7er zusätzlich in einer Hybrid-Version geben wird, um gegen den Lexus LS 600h anzutreten. Übrigens basiert die Luxus-Limousine Phantom der BMW-Tochter Rolls-Royce technisch weitgehend auf dem 7er. Vielleicht wird es ja die nächste Generation der britischen Nobel-Karosse dann ebenfalls mit einen Hybrid-Antrieb geben.

Acht Gänge für den 7er?