Die Mini Limousine verbraucht ab August 2007 etwa zehn Prozent weniger

Kürzlich bekam BMW unerwartet viel Lob von einem Umweltschützer: Kein deutscher Hersteller packe das CO2-Problem so ernsthaft an wie die Münchner, so Dr. Werner Reh vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) bei einer Podiumsdiskussion im Deutschen Museum am 22. Mai 2007. Da mag was dran sein, denn nach dem 1er bekommt nun auch der Mini eine Extraportion Spritspartechnik eingepflanzt. Ab August 2007 verfügen die geschlossenen Mini-Modelle – also nicht das Cabrio – über eine Bremsenergie-Rückgewinnung, eine Auto-Start-Stopp-Funktion und eine Schaltpunktanzeige.

Beim Bremsen Strom ins Bordnetz
Die Bremsenergie-Rückgewinnung sorgt dafür, dass der Generator während der Zugphasen des Motors automatisch abgekoppelt wird, also wenn der Motor wirklich Arbeit verrichtet. Die Lichtmaschine läuft also nur im Schiebebetrieb, unter anderem beim Bremsen. Während der Generator normalerweise in allen Betriebsphasen Leistung abzweigt, geschieht das beim Mini nur beim Auslaufen, Bremsen oder Bergabfahren. Wird beschleunigt, steht die volle Leistung für den Vortrieb zur Verfügung. Die Bordstromversorgung bleibt gewährleistet, denn sobald der Mini in eine Schub- oder Bremsphase wechselt, wird der Generator wieder aktiv.

Auto-Start-Stop: Schluss mit dem Leerlauf
Bei allen handgeschalteten Modellen des Mini sorgt die Start-Stopp-Funktion dafür, dass sich der Motor beispielsweise beim Halt an einer Kreuzung selbsttätig abschaltet, sobald der Schalthebel in die neutrale Position bewegt und der Fuß vom Kupplungspedal genommen wird. Zum erneuten Anlassen muss der Fahrer lediglich das Kupplungspedal betätigen. Die Start-Stopp-Funktion senkt den Spritkonsum vor allem im Stadtverkehr.

Kein Stopp bei Frost
Die Start-Stopp-Funktion wird aktiv, sobald das Motoröl die Betriebstemperatur erreicht hat. Bei einer stark entladenen Batterie sowie bei sehr hohen oder sehr niedrigen Außentemperaturen wird auf das Abschalten des Motors verzichtet. Außerdem bleibt das Aggregat bei kurzen Zwischenstopps auch dann im Betrieb, wenn die Innentemperatur noch nicht den auf der Klimaanlage vorgewählten Wert erreicht hat oder wenn Heizleistung benötigt wird, um die Frontscheibe von Eis oder Beschlag zu befreien. Außerdem kann das System zwischen kurzzeitigen Stopps und dem Ende der Fahrt unterscheiden. Der automatische Neustart bleibt aus, sobald bei abgestelltem Motor das Gurtschloss, die Fahrertür oder die Motorhaube geöffnet wurden. Darüber hinaus kann die Auto Start-Stopp-Funktion jederzeit vom Fahrer mittels Tastendruck deaktiviert werden.

Immer im richtigen Gang unterwegs
Dank der ebenfalls serienmäßigen Schaltpunktanzeige hat der Fahrer eines handgeschalteten Mini jederzeit eine verbrauchsgünstige Fahrweise im Blick. Die Motorelektronik analysiert permanent Drehzahl, Fahrsituation sowie Gaspedalstellung und kalkuliert anhand dieser Daten die für wirtschaftliches Fahren optimale Fahrstufe. Sobald unter diesem Gesichtspunkt ein Gangwechsel angebracht wäre, erscheint im Cockpit-Display unterhalb der Drehzahlmesser-Skala ein Pfeilsymbol. Zugleich wird die ideale Fahrstufe als Ziffer angezeigt. Die Schaltpunktanzeige kann über das Menü des Bordcomputers aktiviert und deaktiviert werden. Darüber hinaus berücksichtigt das System den jeweils aktuellen Fahrstil, wie zum Beispiel besonders intensive Beschleunigungsmanöver.

Alle Mini-Motoren sparsamer
Der neue Mini Cooper S wird wie bisher von einem 175 PS starken 1,6-Liter-Turbo mit Benzindirekteinspritzung angetrieben. Die Fahrleistungen bleiben gleich, aber der Verbrauch sinkt: Statt 6,9 Litern verbraucht das Topmodell nun 6,2 Liter je 100 Kilometer. Der CO2-Wert verringert sich von 164 auf 149 Gramm pro Kilometer. Ähnlich ist es beim Cooper. Sein Vierzylinder-Saugmotor mit 1,6 Liter Hubraum leistet nach wie vor 120 PS, die Fahrleistungen bleiben gleich, aber der Verbrauch sinkt von 5,8 auf 5,4 Liter je 100 Kilometer. Analog sinken die CO2-Emissionen pro Kilometer von 139 auf 129 Gramm. Auch das Einstiegsmodell One mit seinem 95 PS starken 1,4-Liter bietet die gleichen Fahrleistungen wie bisher, aber der Spritverbrauch sinkt von 5,7 auf 5,3 Liter je 100 Kilometer. Der CO2-Wert verringert sich von 138 auf von 128 Gramm pro Kilometer. Der Mini Cooper D mit seinem 110 PS starken 1,6-Liter-Diesel braucht trotz unveränderter Fahrleistungen nur noch 3,9 statt 4,4 Liter Sprit je 100 Kilometer, der CO2-Wert sinkt von 118 auf 104 Gramm pro Kilometer.

Neue Ausstattungsdetails
Neben den Spritspareinrichtungen bekommt der neue Mini mehr Extras. Der optional verfügbare Tempomat zeigt ab August 2007 die gewählte Geschwindigkeit digital im Cockpit an. Darüber hinaus ist im Modelljahr 2008 nach dem Cooper S, dem Cooper und dem One auch der Cooper D mit einer Sechsgang-Automatik erhältlich. Außerdem ist nun auch ein USB-Anschluss einschließlich Bluetooth-Funktion optional verfügbar. Damit lassen sich beispielsweise MP3-Player wie der Apple iPod anschließen. Der Zugriff auf die Musikauswahl erfolgt über die Bedieneinheiten des Audiosystems. Dabei werden auch Auswahlkriterien wie Interpret, Album, und mehr angeboten. Darüber hinaus können Handys kabellos mittels Bluetooth-Schnittstelle angebunden werden. Das Mini Cabrio Sidewalk ist ab August 2007 auch in der neuen Metallic-Exklusivfarbe White Silver erhältlich. Trotz der verbesserten Ausstattung mit Spritspartechnik bleiben die Preise konstant. Das Einstiegsmodell One ist also für 15.850 Euro zu haben.

Bildergalerie: Mini-Verbrauch ab August