Hersteller gibt Details des Hochdrehzahl-Aggregates bekannt

Die Fans warten sehnsüchtig auf den neuen BMW M3. Auf dem Genfer Auto-Salon bis zum 18. März 2007 stand die mit heißer Nadel gestrickte Studie eines seriennahen Fahrzeuges. Doch was unter der Haube steckte, blieb zum Zeitpunkt der Messe ein Geheimnis. ,Ein V8, lassen Sie sich überraschen", hieß es kurz seitens der Verantwortlichen. Jetzt endlich wurde das Geheimnis um Hubraum, Leistung und Drehmoment gelüftet.

V8 leistet 420 PS und 400 Newtonmeter
Die neue Maschine tritt nach 15 Jahren und zwei Modellgenerationen in große Fußstapfen: Der 3,2 Liter-Reihensechszylinder leistete zum Schluss 343 PS und wurde mehrfach ausgezeichnet. Die neue Maschine hat 3.999 Kubikzentimeter Hubraum und leistet 420 PS. Sie arbeitet mit dem M-typischen Hochdrehzahlkonzept. Es soll eine optimale Getriebe- und Hinterachsübersetzung ermöglichen und damit einen beeindruckenden Vortrieb erzeugen.

8.300 Touren Höchstdrehzahl
Die maximale Drehzahl des Achtzylinder-Motors ist erst bei 8.300 Touren erreicht, das Motordrehmoment beträgt starke 400 Newtonmeter bei 3.900 Umdrehungen. Etwa 85 Prozent des maximalen Drehmoments sind über die große Spannbreite von 6.500 Umdrehungen hinweg abrufbar. Schon bei 2.000 U/min liegen 340 Newtonmeter an.

Hohe Drehzahl, geringes Gewicht
Der V8 ist mit nur 202 Kilogramm ein Leichtgewicht. Dabei fallen die zwei Zusatz-Zylinder nicht in die Waagschale: Selbst gegenüber dem Sechszylinder-Motor des Vorgängermodells beträgt die Gewichtsersparnis rund 15 Kilogramm. Hinzu kommt, dass das Hochdrehzahlkonzept prinzipiell einen leichten Antriebsstrang sowie sehr kurze Übersetzungen ermöglicht.

Motorblock aus der Formel-1-Gießerei
Der Motorblock des neuen Achtzylinders stammt aus der Leichtmetallgießerei vom BMW in Landshut. Auch die Motorblöcke für die Formel-1-Boliden entstehen dort. Das Zylinderkurbelgehäuse besteht aus einer speziellen Aluminium-Silizium-Legierung. Statt herkömmlicher Laufbuchsen wird die Zylinderlaufbahn allein durch Freilegen der harten Siliziumkristalle erzeugt. Die eisenbeschichteten Kolben laufen direkt in dieser unbeschichteten Bohrung. Das Kurbelgehäuse ist kompakt und verwindungssteif als so genanntes Bedplate konstruiert, das heißt, dass es ist in der Mitte geteilt ist. Diese aus dem Motorsport bekannte Konstruktionsart soll eine exakte Kurbelwellenlagerung gewährleisten. Auch die relativ kurze geschmiedete Kurbelwelle soll biege- und torsionssteif sein, obwohl sie nur etwa 20 Kilogramm wiegt.

Doppel-Vanos mit Niederdruck
Die variable Nockenwellensteuerung Doppel-Vanos soll sehr kurze Verstellzeiten ermöglichen und Leistung, Drehmoment sowie das Ansprechverhalten des Motors verbessern. Auch Kraftstoffverbrauch und die Abgasemissionen sollen so auf niedrigen Werten gehalten werden. Dem speziell für den Achtzylinder entwickelten Niederdruck-M-Doppel-Vanos genügt der normale Motoröldruck, um kürzeste Verstellzeiten zu erreichen. Zudem wurde das System der Ölschmierung durch zwei Ölpumpen und eine dynamikoptimierte Nasssumpf-Schmierung optimiert, damit es auch bei extremen Bremsmanövern nicht versagt.

Acht Einzeldrosselklappen
Das neue Triebwerk verfügt über acht Einzeldrosselklappen, von denen jeweils vier einer Zylinderbank von einem separaten Stellmotor bedient werden. Die Steuerung der Drosselklappen erfolgt vollelektronisch und blitzschnell. Dadurch soll ein feinfühliges Ansprechen des Motors im niedrigen Drehzahlbereich und eine unmittelbare Reaktion des Fahrzeuges beim Abrufen hoher Motorleistung erreicht werden.

Brake Energy Regeneration
Mit der Brake Energy Regeneration wird ein intelligentes Energiestrom-Management betrieben, das die Erzeugung von Strom für das Bordnetz auf die Schub- und Bremsphasen konzentriert. Auf diese Weise wird die Fahrzeugbatterie geladen, ohne dass dazu auf die Motorleistung und damit auf die im Kraftstoff enthaltene Energie zugegriffen werden muss. Während der Zugphasen des Motors bleibt der Generator dagegen im Regelfall abgekoppelt. Neben einer besonders effizienten Stromgewinnung führt dies auch dazu, dass beim Beschleunigen mehr Antriebskraft zur Umsetzung in Fahrdynamik zur Verfügung steht.

Bildergalerie: M3: So stark wird er