Nach Abschluss der Tests wird das System im Jahr 2009 in Serie gehen

Bei Mercedes-Benz beginnt die letzte Erprobungsphase eines Assistenzsystems, das Autofahrer rechtzeitig vor Übermüdung und dem gefürchteten Sekundenschlaf warnen soll. Nach Abschluss aller Tests wird das System im Jahre 2009 in Serie gehen.

Fahrerverhalten wird analysiert
Laut aktueller Studien sind bis zu 33 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle auf übermüdete Autofahrer zurückzuführen. Erschöpfung macht sich in der Regel nicht schlagartig bemerkbar, sondern baut sich über einen gewissen Zeitraum auf. Das Mercedes-System analysiert das Fahrerverhalten mittels verschiedener Sensoren und erkennt, wenn sich der persönliche Fahrstil müdigkeitsbedingt ändert. In diesem Fall wird der Fahrer daran erinnert, eine Pause zu machen. Das Assistenzsystem kann Müdigkeit bereits im Ansatz erkennen und den Fahrer warnen.

Individuelles Fahrerprofil
Anders als andere Verfahren zur Müdigkeitserkennung wertet das Stuttgarter System eine Reihe von Indikatoren aus, um die Aufmerksamkeit von Autofahrern zu beurteilen und den gleitenden Übergang vom Wachzustand zur Ermüdung zu erkennen. Bei jeder Fahrt beobachtet der ,Attention-Assist" permanent typische Verhaltensmuster des Autolenkers und ermittelt auf diese Weise ein individuelles Fahrerprofil, das als Grundlage für die Müdigkeitserkennung dient. Bei
signifikanten Abweichungen von den gespeicherten Erfahrungswerten stellt das System fest, ob Anzeichen für eine beginnende Müdigkeit vorliegen oder nicht.

Analyse verschiedener Messgrößen
Zu den Messgrößen gehören die Geschwindigkeit, die Längs- und Querbeschleunigung, die Lenkradwinkel, sowie bestimmte Bedienhandlungen wie beispielsweise die Pedal- und Blinkerbetätigung oder die Aktivierung der Scheibenwischanlage. Aber auch äußere Einflüsse wie Seitenwind oder Fahrbahnunebenheiten werden berücksichtigt.

Lenkverhalten als Indikator für Müdigkeit
Als besonders aussagekräftig hat sich laut Mercedes die Beobachtung des Lenkverhaltens erwiesen: Übermüdete Autofahrer fallen durch eine Folge typischer Lenkradbewegungen auf, die anschließend sofort wieder korrigiert werden. Das Assistenzprogramm erkennt solche Anzeichen und warnt den Autofahrer frühzeitig, falls sich sein Lenkverhalten verändert und gleichzeitig auch andere Indikatoren auf eine beginnende Übermüdung hinweisen. Gleich wie beim System ,Driver Alert" von Volvo mahnt der ,Attention-Assist" den Fahrer mit einem Warnsignal und dem Symbol einer Kaffetasse im Display eine Pause einzulegen.

Weltweite Erprobung
Die Entwicklung des Assistenzsystems begann mit einer Versuchsreihe im Berliner Fahrsimulator. Es folgten Tag- und Nachtfahrten auf Autobahnen, an denen bis heute über 420 weibliche und männliche Testpersonen teilnehmen. Sie legten bisher insgesamt mehr als 500.000 Kilometer zurück. Dauererprobungen in verschiedenen Klimazonen, im Stadtverkehr, auf Schlechtwegstrecken und bei Langstreckenfahrten runden das Testprogramm ab.

Ab 2009 in Serie
In welchen Modellen und zu welchem Preis das Sicherheitssystem erhältlich sein wird, ließ Mercedes noch nicht verlauten. Der Serieneinsatz des Systems ist aber für das Jahr 2009 geplant.

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