Pur-O2-Varianten und Eco-Drive-Programm für mehr Kraftstoffeffizienz

Achtundvierzig: Diese Zahl leuchtet unerbittlich auf dem Computermonitor. Wirklich Kraftstoff sparend sind der Kollege und ich eben im Fiat 500 Pur-O2 offenbar nicht gefahren, denn der Bestwert liegt bei 100. Der so genannte ,Eco-Index" ist nur eine der Maßnahmen, mit denen der Turiner Konzern seinen Produkten mehr Spritgeiz anerziehen will.

Neues Spritspar-Label
Unter der Bezeichnung ,Pur-O2" bringt Fiat eine Reihe von verbrauchsoptimierten Modellen auf den Markt. Zunächst handelt es sich um die Baureihen Bravo, Croma und 500. Grundlage für den Bravo Pur-O2 ist ein 1,6-Liter-Diesel mit 105 PS, das Feintuning betrifft die längere Achsübersetzung, rollwiderstandsarme Reifen und die Verwendung von Leichtlauföl. So soll ein Verbrauch von 4,8 Liter auf 100 Kilometer und ein C02-Ausstoß von 119 Gramm pro Kilometer erreicht werden. Preislich beginnt der Spar-Bravo bei 19.050 Euro. Eine Nummer größer ist der Croma Pur-O2, der ab 24.000 Euro zu haben ist. Er weist gegenüber dem Pur-O2-Modell des Bravo eine zusätzliche Tieferlegung um 10 Millimeter auf. Den Antrieb übernimmt ein 120-PS-Diesel, der 5,3 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll. Der CO2-Ausstoß liegt bei 140 Gramm pro Kilometer.

Start-Stopp-System im Fiat 500
Einziger Benziner in der Pur-O2-Palette ist der Fiat 500. Unter seiner kurzen Haube arbeitet ein Ottomotor mit 69 PS. Anstelle von Detailoptimierungen setzen die Italiener beim ,Cinquecento" auf eine Start-Stopp-Automatik. Als Besonderheit ist das System auch mit dem optionalen Dualogic-Automatikgetriebe kombinierbar. Auf einer Fahrt durch das Hamburger-Großstadtgetümmel mit einem handgeschalteten 500 konnte das System überzeugen, da der Startvorgang recht schnell ausfällt. Über eine Taste in der Mittelkonsole kann der Start-Stopp-Modus auch ausgeschaltet werden. Apropos Ausschalten: Fiat nennt einige Bedingungen, unter denen der Motor weiterläuft. Hierzu zählen beispielsweise eine zu geringe Betriebstemperatur, eine eingeschaltete Heckscheibenheizung oder auch der Umstand, dass die vorgewählte Innenraumtemperatur noch nicht erreicht wurde.

Weniger Verbrauch im Stadtverkehr
Die Italiener beziffern den Verbrauchsvorteil, den man mit dem 500 Pur-O2 im Stadtverkehr erzielen kann, auf bis zu zehn Prozent. Mit einem Durchschnittswert von 4,8 Liter liegt der Spar-500 um 0,3 Liter unter dem normalen 500 1.2 mit 69 PS. Beim CO2-Ausstoß stehen 113 Gramm pro Kilometer zu Buche. Beim Preis verlangt der Hersteller 13.000 Euro, exakt so viel wie für das Standardmodell in der Lounge-Ausstattung. Eine Vergleichbarkeit gestaltet sich schwierig, da der Pur-O2 das Exterieur der Lounge-Variante aufweist, sich im Innenraum aber mit der Einrichtung des Basismodells Pop begnügen muss.

Interaktives Spritspartraining
Ein weiteres interessantes Feature im Rahmen von Fiats Spritspartaktik ist ein Computerprogramm namens ,Eco-Drive". Hierzu benötigt man drei Voraussetzungen: Das Programm (im Download auf http://www.fiat.de/ecodrive), ein USB-Stick und einen Fiat, der das Telematiksystem Blue&Me mitsamt USB-Anschluss an Bord hat. Zunächst kommen nur neu zugelassene Fahrzeuge in Frage, aber schon bald soll man auch in Autos ab Baujahr 2006, die Blue&Me aufweisen, seinen Fahrstil optimieren können. Dazu muss man lediglich vor Fahrtbeginn den USB-Stick anschließen. Dort werden die ermittelten Daten gespeichert und können auf dem heimischen PC ausgelesen werden.

Tipps und Tricks zum Sparen
Nachdem die Daten an einen Zentralrechner gesendet und ausgewertet werden, zeigt die Software ausführliche Statistiken an und ermittelt den eingangs bereits erwähnten Eco-Index. Ziel ist es natürlich, der Zahl 100 möglichst nahe zu kommen. Auf dem Bildschirm kann man anhand einer über einen Zeitraum von Tagen und Wochen ermittelten Kurve seine Fortschritte begutachten. Als Parameter fließen Daten zu Beschleunigungs- und Bremsphasen, Gangwechseln und dem Durchschnittsverbrauch ein. Im Abgleich mit diesen Werten bekommt man Hinweise, wie man den Kraftstoffverbrauch weiter senken kann. Ein Beispiel: Neigt man zum späten Hochschalten, etwa bei 2.500 Umdrehungen, merkt das Programm sich das und weist dann darauf hin, dass ein Schaltvorgang bei 1.700 Touren besser sei. Als zusätzlichen Anreiz gibt es eine Web-Community namens ,Ecoville", in der sich Nutzer über Ländergrenzen hinweg austauschen und Tipps geben können.

Kontrolle von Fahrzeugflotten
Fiat sieht im ,Eco-Drive"-Programm auch ein ideales Werkzeug für das Management von Fahrzeugflotten, wie etwa von Kurierdiensten. Durch internen Erfahrungsaustausch oder sogar Wettbewerben rund um den höchsten Eco-Index könnten Unternehmen neben einer Entlastung des Kraftstoff-Budgets auch eine deutliche Verringerung des CO2-Ausstoßes erreichen, so die Idee. Eine Verbrauchssenkung von bis zu 15 Prozent soll laut Fiat im Rahmen des Möglichen sein. Man darf also gespannt sein, wie die Spar-Lektionen vom Computer angenommen werden.

Bildergalerie: Knausern mit Fiat