Die Tuner katapultieren den Italiener in den Orbit der Turbo-Supersportwagen

Die Spezialisten von Novitec Rosso aus Stetten verpassen dem Ferrari F430 eine Leistungssteigerung auf 707 PS. Damit gehört der veredelte Zweisitzer, der ab 230.000 Euro erhältlich ist, zu den leistungsstärksten und schnellsten straßenzugelassenen Autos rund um den Globus.

Geht nicht, gibt's nicht
Das Herzstück des schneeweißen Boliden mit den schwarzen Streifen im Triple-Design ist ein Bi-Kompressormotor in der aktuellen Evolutionsstufe Race. Bislang leistete der 4,3-Liter-Achtzylinder-Vierventiler mit mechanischer Doppelaufladung 656 PS. Für weitere 51 PS mehr wurden die Leistungskomponenten modifiziert. Dazu wurden die beiden von Zahnriemen angetriebenen Kompressoren mit anderen Turbinenschaufeln bestückt und der maximale Ladedruck auf 0,48 Bar erhöht. Zwei groß dimensionierte, von einem eigenen Wasserkreislauf versorgte Ladeluftkühler sollen die Ladelufttemperatur reduzieren, um eine optimale Leistungsentfaltung zu erreichen.

Für Frischluft ist gesorgt
Zusätzlich erhält der Ferrari-Motor einen neuen, wärmeisolierten Ansaugtrakt mit größeren Querschnitten und Hochleistungsluftfiltern. Ein spezieller Luftleitkanal im Unterboden versorgt das Triebwerk mit Frischluft. Auf der Auslassseite sollen durchsatzfreudige Katalysatoren und eine Edelstahl-Auspuffanlage mit elektronisch umschaltbarer Klappensteuerung einen optimalen Abgasausstoß gewährleisten.

Motorraumverkleidung aus Karbon
Vergrößerte Kühlsysteme für Wasser und Öl sorgen laut Tuner für eine gesunde Motorthermik. Dazu sollen auch die aus Sicht-Karbon gefertigten Motorentlüftungsgrills auf der Motorhaube beitragen. Mit der Karbon Motorraumverkleidung wird die Leistungssteigerung standesgemäß verpackt.

Unglaubliche 707 PS
Der Bi-Kompressor-Umbau kostet 61.000 Euro und wird für alle Ferrari F430 Coupés angeboten. Die Spitzenleistung gegenüber dem Serienmotor steigt um stolze 217 PS. Mit 707 PS bei 8.350 U/min und einem maximalen Drehmoment von 712 Newtonmeter bei 6.300 Touren erreicht der F430 Race Fahrleistungen wie sie nur wenige deutlich teurere Supersportwagen erreichen. Den Sprint auf Tempo 100 bewältigt der Flitzer in 3,5 Sekunden. Nach 10,5 Sekunden verdoppelt sich die Geschwindigkeit und die 300 km/h-Schallmauer wird nach 29,9 Sekunden durchbrochen. Auf Wunsch gibt es eine längere Getriebeübersetzung, damit soll die Höchstgeschwindigkeit von normal 315 km/h auf Tempo 348 steigen.

Aerodynamik-Komponenten
Des Weiteren modifiziert Novitec die Aerodynamik, die Bereifung, das Fahrwerk und die Bremsen. Ein im Windkanal entwickelter Frontspoiler wird an der Unterseite der Serienfrontschürze fixiert. Er soll dem F430 eine aggressivere Frontansicht verleihen und den Auftrieb an der Vorderachse reduzieren. Die Seitenpartien des Mittelmotorsportwagens werden mit Schwellerflügeln aufgewertet. Maßgeschneidert für den serienmäßigen Venturitunnel ist ein Heckdiffusor, der den Abtrieb an der Hinterachse verstärken soll. Schwarz getönte Rückleuchten und Seitenblinker komplettieren den sportlichen Race Look. Als Rennsandalen erhält der Ferrari-Flitzer dreiteilige Doppelspeichenräder in 20-Zoll mit 235er-Gummis vorne und 325er hinten.

35 Millimeter tiefer als die Serie
Für ein agiles Handling soll ein neues Sportfahrwerk sorgen. Im Unterschied zum Serienfahrwerk kann die Frontpartie per Knopfdruck um 40 Millimeter angehoben werden. Damit können Tiefgarageneinfahrten und Speed Bumper problemlos bewältigt werden. Ab Tempo 80 senkt sich das Fahrwerk automatisch wieder in die Grundposition ab. In der Normaleinstellung liegt der getunte F430 zirka 35 Millimeter tiefer als in der Serie. Ferner gibt es Stabilisatoren, welche die Seitenneigung reduzieren und für ein direkteres Einlenkverhalten sorgen sollen.

Neue Bremsanlage
Eine Hochleistungsbremsanlage mit Sechskolben-Bremssätteln und 380 Millimeter großen, innen belüfteten und gelochten Stahlscheiben an Vorder- und Hinterachse besticht laut Veredler durch höchste Verzögerungsleistung und eine gute Standfestigkeit.

Individuelles fürs Cockpit
Auch für das F430-Cockpit gibt es ein Individualisierungs-Programm. Ein Sportvolant in einer Leder-Karbon-Kombination erleichtert durch den unten abgeflachten Lenkradkranz das Ein- und Aussteigen. Längere Karbon-Schaltwippen erlauben auch bei schneller Kurvenfahrt eine einfache Betätigung der F1-Schaltung. Eine verlängerte Mittelkonsole gehört genauso zu den Accessoires wie die Karbon-Einstiegsleisten oder Sportsitze, die individuell auf den Körper der Insassen angepasst werden können.

Ferrari F430 mit 707 PS