Chinesen bringen den Roadster MG TF zurück auf den englischen Markt

Die englische Marke MG hat angekündigt, dass die Produktion des TF-Roadsters im August 2008 anlaufen wird, der Verkaufsstart in Großbritannien ist für den September 2008 vorgesehen. Damit startet eine der bekanntesten Sportwagen-Marken ihr Comeback, jedoch unter besonderen Vorzeichen.

Neustart unter chinesischer Flagge
Nach dem Zusammenbruch der MG-Rover-Gruppe im Jahr 2005 hatte das chinesische Unternehmen Nanjing Automobile Group Corp. für 97 Millionen Dollar die Marke MG und das MG-Werk in Longbridge, einem Stadtteil von Birmingham, übernommen. Die im Jahr 1947 gegründete Firma Nanjing zählt zu den ältesten Autoherstellern der Volksrepublik. In den letzten Jahren wurden von Nanjing unter anderem ein Joint-Venture mit Fiat vereinbart und die erste Generation des Seat Ibiza in China weitergebaut. Nun versuchen die Chinesen durch die Erbmasse von MG, zu der die Modelle TF sowie ZT und ZT-T gehören, Fuß in Europa zu fassen.

Zusammenarbeit mit Roewe
Zu diesem Zweck wurde bereits Ende Mai 2007 das MG-Stammwerk in Longbridge wiedereröffnet. Ende 2007 verkündete schließlich Nanjing Automobile die Fusion mit dem chinesischen Marktführer Shanghai Automotive Industry Corporation, kurz SAIC. Zu den Tochterfirmen von SAIC gehören neben einem Joint-Venture mit General Motors auch gemeinsam mit VW betriebene Werke, in denen unter anderem der in China beliebte VW Santana hergestellt wird. Nach der Rover-Pleite hatte man die Lizenzen zur Fertigung der Modelle Rover 75 und 25 erworben, nicht jedoch die Namensrechte, die heute Ford gehören. Als Folge wird der Rover 75 in China unter der Bezeichnung Roewe 750 verkauft.

Hintergründe der Fusion
Für die Fusion gibt es mehrere Beweggründe: Das Ziel von SAIC ist es, bis 2010 zu den sechs weltgrößten Automobilherstellern zu gehören. Zudem besitzt Nanjing mit dem MG ZT einen fast baugleichen Konkurrenten zum Roewe 750. Gleichzeitig kann SAIC nun das Werk in Longbridge nutzen, um einen Fuß in den europäischen Markt zu bekommen. Zu guter Letzt besitzt Nanjing durch den Kauf von MG die Namensrechte an den bekannten Marken Wolseley, Austin, Morris, Vanden Plas, Princess und Sterling. Sie könnten für den Automobilverkauf in Europa reanimiert werden.

Start mit Sonderserie des MG TF
Der optisch kaum veränderte MG TF wird in England ab September 2008 zunächst als eine auf 500 Exemplare limitierte Sonderserie namens TF LE500 starten. Unter der Haube des 3,94 Meter langen Roadsters arbeitet ein Vierzylinder mit 1,8 Liter Hubraum, der 135 PS leistet. Zur exklusiven Ausstattung des LE500 gehören Ledersitze, eine Klimaanlage, ein Hardtop in Wagenfarbe sowie Klavierlack-Applikationen im Innenraum. Um die Kosten gering zu halten, werden möglichst viele Teile aus China importiert.

MG-Limousine aus China
Im MG-Werk in Nanjing wird der auf dem MG ZT basierende MG 7 und dessen Kombiversion MG 7T gebaut. Wahlweise mit einem 1,8 Liter großen Vierzylinder oder einem 2,5-Liter-V6 ausgerüstet, wird das Fahrzeug in China unter der Bezeichnung ,Modern Gentleman" verkauft. Im Jahr 2011 hofft man, insgesamt 85.000 MG 7 und 25.000 MG TF zu produzieren. Geplant sind zudem weitere neue Modelle, die unter dem Namen Austin verkauft werden sollen. Wang Haoliang, der Vorsitzende von Nanjing Automobile, ist jedenfalls optimistisch: ,Die japanischen Hersteller brauchten 30 Jahre, um ihr Exportgeschäft aufzubauen, die Koreaner 20 Jahre. Wir werden sehr viel schneller sein."

Bildergalerie: Der chinesische Engländer