Im Namen des "Flex": Erste Sitzprobe im neuen Opel Meriva
Gegenläufig öffnende Türen, flexible Sitze und clever kombinierbare Mittelkonsole
Ziel: ,Champion der Flexibilität"
Der neue Meriva soll zum ,Champion der Flexibilität" werden, erklärt uns Chef-Entwickler Helmut Ruff. Und deshalb bietet er jede Menge Flex: FlexDoors, FlexSpace, FlexRail und FlexFix nennt Opel die teils bekannten, aber teilweise auch neu entwickelten Lösungen für den Van. Vor allem die FlexDoors erregen große Aufmerksamkeit. Die gegenläufig öffnenden Türen erfüllen zwei Zwecke: Einerseits sollen sie laut Ruff den ,Coolheitsfaktor" des Fahrzeugs erhöhen. Das könnte in der Tat gelingen, denn vollwertige, hinten angeschlagene Türen wecken zwangsläufig Erinnerungen an Luxuskarossen wie den Rolls-Royce Phantom. Zum anderen wird der Ein- und Ausstieg für die Fondpassagiere deutlich verbessert.
Weniger Verrenkungen
Insgesamt sind weniger Verrenkungen notwendig, der gewohnte Bewegungsablauf muss aber etwas angepasst werden: Zum Einsteigen empfiehlt es sich beispielsweise, um die B-Säule herum ins Fahrzeuginnere zu schwingen. Interessant ist auch der Selbstversuch in einer engen Parklücke: Während man sich bei einem herkömmlichen Auto in die schmale Öffnung zwischen Tür und Karosserie zwängen muss, ermöglicht die nach hinten wegklappende Tür des Meriva einen erheblich flüssigeren und eleganteren Einstieg in den Fond. Hilfreich ist neben den Haltegriffen an den B-Säulen auch der außergewöhnlich große Öffnungswinkel von bis zu 84 Grad, der übrigens auch für die vorderen Türen gilt. Warum gerade hinten angeschlagene Türen? Die Variante eines breiteren herkömmlichen Zugangs zum Fond hätte kleinere Vordertüren nach sich gezogen. Schiebetüren wurden verworfen, weil dann das Heck hätte verlängert werden müssen, um entsprechende Schienen unterzubringen. Dies hätte weniger kompakte Außenmaße zur Folge gehabt.
Zu zweit richtig gut Platz im Fond
Hinter dem Namen FlexSpace verbirgt sich das flexible Sitzkonzept, das im neuen Modell weiter optimiert wurde. Es ermöglicht mit wenigen einfachen Handgriffen und ohne hohen Kraftaufwand die variable Gestaltung des Fonds, ohne das Gestühl ausbauen zu müssen. Werden hinten nur zwei der drei Plätze benötigt, wird der Mittelsitz zur Armlehne und die beiden äußeren Sitze können nach hinten und ein Stück nach innen geschoben werden. Die ohnehin ordentliche Beinfreiheit lässt sich dadurch erweitern. Um den 400 Liter fassenden Gepäckraum auf bis zu 1.500 Liter zu vergrößern, entsteht durch Umlegen der drei Rückenlehnen eine ebene Ladefläche.
Mittelkonsole nach dem Baukastenprinzip
Premiere feiert in der Neuauflage des Meriva das Mittelkonsolen-Konzept FlexRail. Hier kann der Kunde nach dem Baukastenprinzip bis zu drei Module miteinander kombinieren: In der unteren, fest installierten Konsole befinden sich zwei Becherhalter sowie ein AUX- und ein USB-Anschluss. Darüber befindet sich auf jeder Seite ein Alubügel mit je einer oberen und einer unteren Führungsschiene. Daran lassen sich verschiedene Module befestigen – beispielsweise eine aufklappbare Armlehne. An der unteren Schiene kann zusätzlich ein kleinerer Becherhalter montiert werden. Diese Bauteile lassen sich jeweils verschieben und individuell fixieren. Zwischen Fahrer und Beifahrer finden so etwa zwei 1,5-Liter-Flaschen, eine Handtasche oder sogar ein Laptop Platz. Die weiteren Ablagen in den Türen und im Armaturenbrett sind so gestaltet, dass sich damit alles das verstauen lässt, was Kunden gerne mit sich führen: Handys, Geldbörsen, Flaschen oder Bücher.
Integrierter Fahrradträger FlexFix
Auf Wunsch ist das vom Corsa, Astra und Antara bekannte FlexFix-System verfügbar. Dabei handelt es sich um einen Fahrradträger, der in die Heckstoßstange integriert ist. Er kann wie eine Schublade herausgezogen werden und ermöglicht den Transport von bis zu zwei Rädern beziehungsweise anderen sperrigen Gegenständen. Wird der Träger nicht benötigt, verschwindet er wieder im Stoßfänger.
Ordentlich Platz, hochwertiges Ambiente
Das Außendesign des Meriva vereint Elemente von Corsa, Astra und Insignia. In der Seitenansicht ist eine sichelförmige Sicke zu erkennen. Eine charakteristische Welle im Bereich der hinteren Türen verbessert speziell für Kinder die Sicht von den Rücksitzen nach außen. Insgesamt vermittelt der Minivan einen äußerst soliden Eindruck, was beispielsweise am satten Klang der schließenden Türen demonstriert wird. Das großzügige Platzangebot bei kompakten Außenmaßen soll nicht nur junge Familien, sondern auch aktive Senioren ansprechen – die so genannten ,Best Ager". Auch Erwachsene erwartet auf allen Sitzen ein ordentliches Platzangebot mit viel Kopffreiheit. Fahrer und Beifahrer sitzen auf den Sesseln des Insignia. Nach unserer ersten Sitzprobe erscheinen sie recht bequem, außerdem tragen sie das Gütesiegel der ,Aktion gesunder Rücken e.V." Die Innenraumgestaltung orientiert sich ebenfalls an den jüngsten Opel-Modellen und überzeugt durch hohe Wertigkeit und gute Verarbeitung. Die Verwendung hochwertiger Materialien erinnert eher an ein Mittelklasse-Modell als an einen Kleinwagen.
Zwischen 75 und 140 PS
Über Motorisierungen und weitere technische Details hat uns der Hersteller bisher noch nichts verraten. Fest steht, dass die Antriebspalette ein Leistungsspektrum zwischen 75 und 140 PS umfasst. Zusätzlich wird es eine besonders verbrauchsgünstige ecoFlex-Version geben. Auf dem Genfer Auto-Salon (4. bis 14. März 2010) wird der neue Meriva dann erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, der Verkaufsstart ist für den Frühsommer vorgesehen. Die Preise sollen sich in etwa auf dem Niveau des noch aktuellen Modells bewegen – hier beträgt der Einstiegspreis 15.100 Euro.
Bildergalerie: Meriva: Erste Sitzprobe
Auch interessant
Mitsubishi Eclipse Cross (2026) im Video: 635 km Reichweite
Citroen Saxo VTS: Der kleine Landstraßen-König wird 30
Letzte Chance für Verbrenner-Macan: Porsche stockt Bestand vor Produktionsende auf
Range Rover SV Ultra: Spitzenmodell wird zum Konzertsaal
Bentley Flying Spur: Zweites Facelift am Nürburgring erwischt
Kommt der Lamborghini Temerario Sterrato? So könnte er aussehen
Pleos: Der Hyundai-Konzern zeigt sein neues Infotainmentsystem