Bottroper Über-Auto: 800 PS, 1.420 Newtonmeter und über 370 km/h

Nach der Limousine folgt jetzt der Zweitürer: Mit dem Brabus E V12 Coupé feiert der weltweit zurzeit stärkste und schnellste Gran Tourismo auf dem Genfer Auto-Salon (4. bis 14. März 2010) Premiere.

Zwölfzylinder aus dem S 600
Die Basis des Boliden bildet ein Mercedes E-Klasse Coupé, das von einem Brabus Biturbo-Zwölfzylinder mit 800 PS und einem maximalen Drehmoment von 1.420 Newtonmeter angetrieben wird. Diese Maschine stammt ursprünglich aus den aktuellen Mercedes S 600 Modellen. Mit einer Spezialkurbelwelle und größeren Zylinderbohrungen sowie dazu passenden Kolben wird der Hubraum von 5,5 auf 6,3 Liter vergrößert. Zusätzlich werden am Triebwerk selbst die beiden Dreiventil-Zylinderköpfe strömungstechnisch optimiert und mit Sportnockenwellen aufgerüstet.

Neues Doppel-Turbosystem
Unter der speziell angefertigten Motorhaube mit integriertem Karbon-Ansaugsystem findet ein komplett neu entwickelter Ansaugtrakt Platz. Auch das Doppelturbosystem wurde für die neue E V12 Generation komplett neu konzipiert. Dazu gehören zwei Spezialkrümmer mit integrierten Turboladern und vier wassergekühlte Ladeluftkühler. Auch die Edelstahl- Hochleistungsauspuffanlage mit durchsatzfreudigen Metallkatalysatoren wurde für die beengten Platzverhältnisse unter dem E-Klasse Coupé maßgeschneidert.

Drehmoment auf 1.100 Newtonmeter begrenzt
Das Triebwerk leistet 800 PS bei 5.500 Touren. Das noch gewaltigere maximale Drehmoment von 1.420 Newtonmeter, das bereits ab 2.100 Touren verfügbar ist, wird im Auto elektronisch auf 1.100 Newtonmeter begrenzt. Ein verstärktes Fünfgang-Automatikgetriebe und ein Hochleistungssperrdifferenzial übertragen die Kraft auf die Hinterräder.

3,7 Sekunden auf Tempo 100
Die Fahrleistungen sind genauso herausragend wie bei der viertürigen Variante: Das Coupé sprintet in nur 3,7 Sekunden auf Tempo 100, die 200er-Marke wird nach 9,9 Sekunden erreicht. Der 300-km/h-Strich ist nach 23,9 Sekunden passiert. Für den Straßenverkehr ist der Gran Tourismo elektronisch auf 350 km/h begrenzt. Ohne Limiter rennt der Zwölfzylinder-Zweitürer über 370 km/h schnell.

Leichtes und festes Karbon
Der Extrem-Benz verfügt über Karosseriekomponenten aus ultraleichtem, aber dennoch hochfestem Karbon. Die Frontschürze wurde so modelliert, dass der Auftrieb an der Vorderachse maximal reduziert wird und die Kühler des V12 optimal angeströmt werden. Die Luftauslässe an den Seiten führen die heiße Luft auf kürzestem Wege weg von den Wärmetauschern. Ein weiterer Designschwerpunkt war die Versorgung der vorderen Bremsen mit kühlendem Fahrtwind.

Spur verbreitert
Eine größere Spurbreite wirkt sich positiv auf die Fahrstabilität bei hohen Tempi aus. Deshalb wurden für die Vorderachse größere Kohlefaser-Sportkotflügel mit integrierten Luftauslässen entwickelt. Spezielle Karbon-Kotflügel machen das Coupé an der Hinterachse 60 Millimeter breiter. Dadurch kann der Wagen auf neuneinhalb und zehn Zoll breiten 19-Zöllern rollen. Vorn sind 265er- aufgezogen, hinten 285er-Reifen.

Heckschürze mit Karbon-Diffusor
Die Seitenschweller mit integriertem, beleuchtetem Logo und an der Unterseite eingelassenen LED-Einstiegsleuchten sorgen nicht nur für eine optimale Strömung des Fahrtwinds an den Seiten: Sie lassen den Zweitürer auch tiefer und gestreckter wirken. Die Heckschürze mit Karbon-Diffusor besitzt neben einem zentralen Rückstrahler auf jeder Seite einen Ausschnitt für die insgesamt vier Endrohre der Sportauspuffanlage.

Verstellbares Gewindesportfahrwerk
Neu konzipiert wurde auch das Fahrwerk. Dazu gehören spezielle Aufhängungsteile an Vorder- und Hinterachse, die eine größere Bandbreite für individuelle Fahrwerkseinstellungen bieten. Ergänzt wird diese Maßnahme durch ein vielfach in Höhe und Dämpfung verstellbares Gewindesportfahrwerk. So können die Stoßdämpfer an Vorder- und Hinterachse jeweils zehnfach in Zug- und Druckstufe verstellt werden. Parallel kann die Höhe über einen Spielraum von 35 Millimetern justiert werden. Zusätzlich gibt es Sportstabilisatoren, die die Seitenneigung bei schneller Kurvenfahrt minimieren. Eine Hochleistungsbremsanlage besteht aus 380 x 37 Millimeter großen, innenbelüfteten und genuteten Stahlbremsscheiben mit Zwölf-Kolben-Aluminium-Festsätteln vorn. An der Hinterachse werden 360 x 28 Millimeter Bremsscheiben mit Sechs-Kolben-Aluminium-Festsätteln verbaut.

Ab 478.000 Euro
Im Innenraum kommen ein ergonomisches Sportlenkrad, mit feinem Leder bezogene Sportsitze, Echt-Karbon-Einlagen an Armaturenbrett, Mittelkonsole und Tür- sowie Seitenverkleidungen zum Einsatz. Das Auto hat auch einen stolzen Preis: Der Wagen ist ab 478.000 Euro zu haben.

Gallery: Pfeilschnellster Brabus