Passend gemacht: Der Evo 817 aus Tunerhand ist ein Einzelstück

Wer 2004 einen Koenigsegg CCR bei dessen Debüt kaufte, musste dafür über 500.000 Euro auf den Tisch legen. Aber was macht ein Besitzer, wenn ihm – wie in dieser Geschichte – die Fahrzeugeigenschaften und andere Details der teuren Schweden-Flunder nicht zusagen? Richtig: Noch mal Geld investieren. Was nicht passt, wird einfach passend gemacht. Zum Beispiel bei Edo Competition. Dort wurde ein Exemplar des Flitzers für einen Kunden zum Evo 817, einem exklusiven Einzelstück.

Operation ,Kompressor"
Vor dem Gang zum Tuner wurde das Fahrzeug schon früher einmal direkt bei Koenigsegg für 200.000 Euro auf den Stand des später lancierten Evolution-Modells gebracht. Unter anderem erneuerte der Kleinserienhersteller die Optik und den Motor. Dieser jedoch enttäuschte den Eigentümer: Von den versprochenen 806 Pferden waren laut Edo nur 640 anwesend. Das Upgrade war also eher ein Downgrade. Kurzerhand beauftragte der Besitzer die Ahlener Firma, den lahmenden Schweden wieder in einen Hochleistungssportler zu verwandeln. Der Autoveredler nahm sich die beiden Kompressoren des verbauten 4,7-Liter-V8 vor, in der Basis ein Aggregat von Ford. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Lader, der Firma Rotrex, wurden die Übersetzung geändert und die Elektronik angepasst.

Maximal 891 PS möglich
Der volle Ladedruck wird nach dem Umbau in einem Bereich von 3.700 bis 6.000 Umdrehungen pro Minute aufgebaut. Laut Edo steht das maximale Drehmoment von 900 Newtonmeter nun früher zur Verfügung. Bis zu 891 PS sind möglich. Kleiner Wermutstropfen: Damit die Standfestigkeit der Lader sichergestellt werden kann, musste die Maximaldrehzahl des Motors von 7.200 U/min gesenkt werden. So wären zwar locker über 390 km/h möglich, wie vom Hersteller ursprünglich versprochen. Doch bei 360 km/h ist der Vernunft halber Schluss. Bei dieser Geschwindigkeit leistet das abgeregelte Triebwerk 817 PS – davon wurde auch die Bezeichnung des umgebauten Supersportlers abgeleitet: Sie lautet Evo 817.

Die Schaltung flutscht jetzt
Die Sechsgang-Schaltung wurde nach Angaben von Edo komplett zerlegt. Anstelle der Kunststoffgelenke kamen Uniballgelenke zum Einsatz. Nun sollen die Schaltvorgänge flutschen und auch die ab Werk angegebenen Beschleunigungswerte erreicht werden: Das heißt, möglich ist ein Sprint von null auf 100 km/h in 3,2 Sekunden. Tempo 200 ist nach spätestens 9,7 Sekunden erreicht und 300 km/h liegen nach 23 Sekunden an.

Innen und außen aufgewertet
Nach dem Aufenthalt bei Edo hat sich auch optisch einiges getan. Die Felgen wurden teilweise anthrazit-farben lackiert. Die Front ziert nun das Gesicht des Koenigsegg CCX. Laut Edo Karabegovic, Geschäftsführer von Edo Competition, war das kein Problem: ,Die Befestigung der Frontschürze erfolgt an den selben Punkten wie bei der alten." Den Innenraum kleidete der Tuner ausgiebig mit Alcantara aus. In die Mittelkonsole wurde eine Infotainment-Anlage inklusive Navigation und Rückfahrkamera integriert. Aus Sicherheitsgründen wurde ein RDK-System installiert, das den Fahrer über die Reifendrücke und -temperaturen informiert. Das entsprechende Display platzierte Edo im Cockpit. Einen weiteren Sonderwunsch erfüllte der Tuner dem Besitzer, indem er eine speziell für die Fernbedienung der Wegfahrsperre designte Tasche nähte.

Der Evo 817 ist ein Einzelstück
Alle Modifikationen wurden ausschließlich bei Edo Competition vorgenommen. Die Marke Koenigsegg gehört nicht zum Standardportfolio der Firma. Daher ist auch keine fixe Preisgestaltung für den Evo 817 möglich, so der Tuner. Beim Umbau-Betrag für das Einzelstück steht nur das Adjektiv ,sechsstellig" im Raum.

Zügellose 891 PS