Kopfschutz-Airbags im ADAC-Crashtest
Welcher Luftsack schützt am besten?
Neu: Der schräge Pfahlaufprall
Der geschilderte Unfalltyp wird im gängigen EuroNCAP-Crashtest mit dem sogenannten Pfahlaufprall simuliert, bei dem das Auto mit 32 km/h gegen einen 25 Zentimeter breiten, fest stehenden Pfahl geschoben wird. Nach den neuen Test-Regularien prallt das Auto nun nicht mehr rechtwinklig mit der Flanke gegen den Pfahl, sondern schräg – in einem Winkel von 75 Grad. Dadurch wird das reale Unfallgeschehen besser abbildet. Diesem neuen Test unterwarf der ADAC nun die beiden Polo-Versionen.
Langer Entfaltungsweg
Da der Thorax-Kopf-Airbag (wie er nicht nur im VW-Konzern, sondern auch in Fahrzeugen von Renault, Smart und Mini angeboten wird) im unteren Lehnenbereich eingebaut ist, muss er bei der Entfaltung einen langen Weg nach oben zum Kopf zurücklegen – gegen die Schwerkraft und gegen eindringende Fahrzeugteile bei einem Unfall. Im nun durchgeführten Crashtest zeigte sich, dass das System beim schrägen Pfahlaufprall seine Leistungsgrenze erreicht. Der Curtain-Airbag schnitt besser ab. Er besteht aus einem Luftkissen-Vorhang, der die gesamte Fensterfront abdeckt, und einem Aufprallkissen in der Sitzlehne für den Schutz der Brust. Der Vorhang schützt auch den Kopf der Insassen auf den hinteren Außenplätzen. Für die Person hinter dem Fahrer ergab sich so im Crashtest eine um die Hälfte niedrigere Kopfbelastung. Der im Dach eingebaute Curtain-Airbag entfaltet sich aber auch schneller und besser – in puncto Kopfschutz kommt also alles Gute von oben.
Sicherer mit Vorhang
Das Fazit der Tester: Wer auf Sicherheit achtet und häufig Mitfahrer auf der Rückbank hat, sollte möglichst einen Vorhang-Airbag bestellen, auch wenn der Aufpreis kostet. Die zweitbeste Lösung ist der Kopf-Thorax-Airbag, gefolgt vom normalen Seitenairbag. Allerdings sind in Deutschland die allermeisten Autos noch ganz ohne seitlichen Airbag unterwegs. Nach ADAC-Schätzungen ist nur jedes zehnte Fahrzeug mit einem solchen ausgerüstet. Von diesen haben bereits 35 bis 40 Prozent die beste Lösung: einen Curtain-Airbag. Rund 15 Prozent sind mit dem schlechteren Thorax-Kopfairbag unterwegs. Der Rest, also etwa 50 Prozent, hat einen normalen Seitenairbag, der zwar die Brust, aber nicht den Kopf schützt.
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