Mehr Schärfe für den Ami-Schlitten
Der Chrysler 300 bekommt ein Facelift
Moderate Veränderungen der Optik
Optisch wurden die fünf Meter langen Chrysler-Limousinen nur moderat gestrafft. Ein neuer, steilerer Grill, trägt das Logo der Marke nun präsenter in der Mitte. Die LED-Lichtsignaturen wurden vorne wie hinten überarbeitet und es kommen optionale LED-Nebellampen hinzu. Die hohe Gürtellinie und das angeschrägte Heck bleiben unverändert. Dafür gibt es sieben neue Felgendesigns in einem Größenspektrum von 17 bis 20 Zoll sowie neu gestaltete Front- und Heckschürzen. Das sportlicher ausgelegte S-Modell hebt sich zudem durch einen Heckspoiler ab und steht serienmäßig auf 20-Zöllern (der Allrad-S auf 19-Zöllern).
Nicht viel neues im Innenraum
Im Innenraum will Chrysler in den Punkten Luxus und Modernität aufholen und bietet vier Ausstattungslinien mit edlen Materialien wie Nappa-Leder, Aluminium-, Chrom- oder geschliffenen Echtholz-Applikationen an. Das analoge Kombiinstrument wird durch ein TFT-Display ergänzt. Serienmäßig läuft das Infotainment-System über einen Siebenzoll-Touchscreen in der Mittelkonsole, das sich mit allen gängigen Smartphones verbinden lassen soll. Auf Wunsch wird auch ein 8,5-Zoll-Display verbaut. Ähnlich wie bei Jaguar wurde der Gangwahlhebel durch einen Drehknopf ersetzt.
Motoren-Revolution?
Wer in der Motor-Abteilung eine Revolution erwartet, dem sei gesagt, der 300 ist ein echter Nord-Amerikaner, Motor-Revolutionen sind dort weitestgehend ausgeschlossen. So kommen unter der Haube wieder zwei echte Sauger zum Einsatz. Der 3,6-Liter-Pentastar-V6 mit 292 PS (im 300 S kommt der Pentastar auf 300 PS) und der 5,7-Liter-Hemi-V8 mit 363 PS. Die ebenfalls im Vorgängermodell als Option auf den V6-Motor erhältliche Achtgang-Automatik zählt ab jetzt bei jedem Antriebsaggregat zum Standard. Trotzdem rühmt man sich mit dem Spritverbrauch: Umgerechnet 10,2 Liter fordert der V6. Der V8 will rund 12,3 Liter auf 100 Kilometer in die Brennräume saugen.
Vereinzelte technische Neuerungen
Dennoch gibt es auch technische Neuerungen. So wurden die Aluminium-Achsen sowohl bei den heck-, als auch bei den allradgetriebenen Versionen überarbeitet, um das Gewicht der ungefederten Masse zu reduzieren. Die Servolenkung ist ab sofort elektrisch unterstützt und der optionale Sport-Modus verändert auf Knopfdruck die Dämpfereinstellungen, die Gas- und Bremspedal-Kennlinie und verkürzt die Schaltzeiten der Achtgang-Box. Dazu kommen ein verbesserter Notbremsassistent sowie ein Abstandstempomat.
USA ja, Deutschland nein
Ab 2015 wird der Chrysler 300 in den USA auf den Markt kommen. Die Preise beginnen dort bei umgerechnet 25.150 Euro ohne die dann noch anfallenden Steuern. In Europa lief das 300er-Modell innerhalb FCA-Konzerns (Fiat Chrysler Automobiles) bislang unter dem Lancia-Label. Mit dem gelifteten Modell wird der hier als Lancia Thema geführte 300 auslaufen. Die 2015er-Version wird demnach nicht in Deutschland verfügbar sein. Anders sieht es beispielsweise auf dem britischen Markt aus. Da FCA dort mit Chrysler selbst vertreten ist, wird der waschechte Nordamerikaner dort beim Händler stehen.
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