Winterreifen in 165/70 R 14 und 205/55 R 16

Wenn die Tage langsam kürzer werden und die Sonne allmählich ihre Kraft verliert, dann wird es langsam Zeit, die Garage aufzuräumen und die Winterreifen hervorzukramen. Wer jetzt vor dem Problem steht, dass die Winterreifen nicht mehr ganz taufrisch sind, für den haben die Stiftung Warentest und der Automobilclub ADAC 35 verschiedene Exemplare in den Dimensionen 165/70 R 14 und 205/55 R 16 getestet. Zweimal kam dabei die Note ,gut" heraus, 25-mal wurde ein ,befriedigend" verteilt, einmal ein ,ausreichend" und viermal die schlechteste Note ,mangelhaft".

Schwierige Entwicklung
Die Entwicklung eines guten Winterreifens ist immer ein Kompromiss. Er muss gute Fahreigenschaften bei den verschiedensten Witterungsbedingungen und Belägen bieten, darf aber gleichzeitig nicht zu schnell verschleißen, zu laut sein, oder den Verbrauch des PKW in die Höhe treiben. Vor allem beim Profil des Reifens zeigt sich die Schwierigkeit: Wo bei Nässe besonders tiefe und längliche Rillen helfen, verbessern auf Schnee und Eis eher Querrillen die Traktion. Auch bei Trockenheit sind die tiefen Längsrillen nicht von Vorteil.

Fünfmal ,gut"
Beim Format 165/70 R 14 – beispielsweise für den VW Polo – schlossen sowohl der Goodyear UltraGrip9 und der Michelin Alpin A4 mit der Gesamtnote 2,2 (,gut") ab. Der Goodyear erreichte Bestwerte bei Nasshandling und Verbrauch, der Michelin beim Verschleiß. Ebenfalls mit ,gut" und einer Note von 2,3 wurde der Dunlop Winter Response 2 bewertet. Seine Stärken liegen beim Fahren auf Eis und Schnee sowie beim Verbrauch. In der Dimension 205/55 R 16 für die untere Mittelklasse erhalten zwei Fabrikate die Gesamtnote ,gut": Der Continental ContiWinterContact TS 850 schafft mit Bestnoten bei Nässe, Schnee und Verschleiß einen Durchschnitt von 2,0 und der Yokohama W.drive V905 mit überdurchschnittlich guten Werten bei trockener Fahrbahn einen Gesamtwert von 2,4.

Nur wenige schlechter als ,befriedigend"
25 der 35 getesteten Reifen erhielten von den Testern die Note ,befriedigend". Dieser hohe Wert an durchschnittlich bewerteten Reifen ergibt sich deshalb, weil viele Hersteller leichte Schwächen bei Nässe in Kauf nehmen, um die Eigenschaften der Pneus in den restlichen Testbereichen verbessern zu können. Das Urteil ,ausreichend" ging in der Kleinwagen-Dimension an den Matador MP54 Sibir Snow. ,Mangelhaft" waren in dieser Größe der Aeolus Snowace AW02, der Linglong Green-Max Winter HP und der Mentor M200. Bei den Reifen für die Golfklasse wurde der Avon Ice Touring ST ,mangelhaft" bewertet. Sie wurden allesamt wegen deutlichen Defiziten beim Nasshandling abgestuft.

Mittelfeld nicht vernachlässigen
Zum Schluss noch folgender Tipp: Wer seine Fahrgewohnheiten kennt, kann auch im breiten Mittelfeld ,seinen" Reifen finden. So eignen sich beispielsweise Pneus, die bei Verschleiß und Verbrauch nicht mit Bestwerten abschließen, immer noch sehr gut als günstige Winterreifen für ein wenig bewegtes Zweit- oder Drittauto. Exemplare, die bei Eis und Schnee nicht perfekt sind, passen gut in das Anforderungsprofil schneeärmerer Gegenden. So findet auch im günstigeren Bereich garantiert jeder einen Reifen, der zu ihm passt.

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