Mercedes GLT als Erlkönig

Mercedes bringt im Jahr 2017 einen Pick-up namens GLT auf den Markt. Offiziell ist das zwar noch nicht, aber die Stuttgarter erproben bereits Prototypen. Einen davon hat unser Erlkönig-Fotograf nun erwischt.

Basis: Nissan Navara
Der Pick-up ist keine Eigenentwicklung von Mercedes, sondern basiert auf dem Nissan Navara. Die Fotos zeigen eine Version mit Doppelkabine, das heißt mit vier vollwertigen Türen. Optisch gleicht das Auto stark dem Nissan-Modell, doch das soll sich bis zur Serieneinführung noch ändern. Besonders die Front soll ein typisches Mercedes-Design erhalten. Auch der Innenraum wird hochwertiger ausfallen als beim japanischen Äquivalent.

Erste Skizze aus dem Jahr 2015
Bereits im Frühjahr 2015 hatte Mercedes einen Pick-up angekündigt und eine Skizze veröffentlicht – ohne zu erwähnen, dass es sich um ein Kooperationsprojekt handelt. Der Pick-up solle helfen, ,die globalen Wachstumsziele" des Unternehmens zu erreichen, meinte Daimler-Chef Dieter Zetsche damals. Dabei lag die Betonung auf global, denn in Deutschland alleine fristen Pick-ups nur ein Nischendasein – ganz anders als zum Beispiel in den USA, Südamerika, Südafrika oder Australien. Für die USA ist selbst der 5,23 Meter lange ,Midsize-Pick-up" GLT eher zu klein – der beliebteste US-Pick-up, der Ford F-150, ist einen vollen Meter länger. Der Neuling zielt deshalb eher auf die anderen erwähnten Märkte. Er tritt gegen Fahrzeuge wie den Ford Ranger, Nissan Navara, Mitsubishi L200, Toyota Hilux und VW Amarok an. Der Mercedes wird aber wohl mit Premiumflair zu punkten versuchen und wahrscheinlich auch einen Lifestyle-Anspruch haben, wie ihn auch der Amarok erhebt.

Mit den Motoren des Navara
Der Navara der aktuellen, vierten Generation kam Anfang 2015 auf den Markt. Es gibt ihn in den Karosserieversionen King Cab mit vier Türen und Double Cab mit zwei vollwertigen und zwei kleineren, gegensinnig öffnenden Türen. Neben Heck- wird auch Allradantrieb angeboten. Für den Vortrieb sorgt ein 2,3-Liter-Diesel mit 160 oder 190 PS. Diese Antriebe dürfte Mercedes übernehmen – ähnlich wie beim Citan. Der Mercedes-Hochdachkombi basiert auf dem Renault Kangoo und besitzt die gleichen Motoren. Dieses Pärchen ist aber noch nicht alles: Ein weiteres Ergebnis der 2010 begonnenen Zusammenarbeit von Mercedes mit dem Renault-Nissan-Konzern ist der Q30 des Nissan-Ableger Infiniti, der auf der Mercedes A-Klasse beruht.

Kooperationsprojekte ohne Ende
Auch das Zwillingspaar Smart Forfour/Renault Twingo ist ein Beispiel, darüber hinaus gibt es Kooperationen bei Motoren. Bei Elektrofahrzeugen ist gleichfalls eine Zusammenarbeit geplant: Der Elektromotor des Renault Zoe soll künftig auch in elektrisch angetriebene Versionen von Smart Fortwo und Forfour eingebaut werden. Bei den Pick-ups ist ebenfalls noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Auch die Marke Renault plant angeblich einen Pick-up auf Navara-Basis.

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