Der Bengel mit den Eisaugen

Wer hat diesem Kia bloß den komischen Namen Pro_Cee'd gegeben? Das klingt doch wie wie bei einer Seniorengruppe, die der Gemütlichkeit weinselig ein Prosit schunkelt. Dass seine Bezeichnung diese Assoziation weckt, hat der GT wirklich nicht verdient. Aber Philipp Lahm ist ja auch ein schneller Top-Kicker, obwohl er so zurückhaltend heißt. Falls jemand diesen Kia nicht ganz auf dem Schirm hat, kurz zur Erklärung: Der Pro_Cee'd GT ist sowas wie ein dreitüriger Golf GTI von Kia, bloß dass er viel mehr Sexappeal hat. Außerdem ist er ein sehr höfliches Auto: Man muss nur in seine Nähe kommen, schon schwingt es artig seine Spiegelohren in die richtige Position und lässt sanftes Licht auf den Gehsteig strahlen. Das funktioniert natürlich nur, wenn man den richtigen Schlüssel dabei hat. Und den hatten wir für drei Monate: Wir haben den Kia Pro_Cee´d GT als Dauertestwagen auf Herz und Nieren geprüft.

Schlechte Rundumsicht
Die Lehne der zupackenden Recaros mit Druck im Rücken zu spüren, ruft so ähnliche Gefühle hervor, wie ein ganze Tafel Schokolade auf einmal aufzuessen. Da werden ja auch im Gehirn Glückshormone freigesetzt. Der Hintern gewöhnt sich schnell ans Sportgestühl, das sich auf Langstrecken als überraschend bequem erweist. Die lange Tür und die hohe Seitenwulst am Sportsitz erfordern jedoch in Querparklücken beim Aussteigen ein paar Verrenkungen. Und: Der 380-Liter-Kofferraum lässt sich zwar gut beladen und hat unter der Bodenplatte noch Fächer fürs Schweizer Schwarzgeld. ...