Home

Kia

Tests

Der Bengel mit den Eisaugen

Dauertest Kia Pro_Cee`d GT: So fit ist der Sportler im Alltag

Der Bengel mit den Eisaugen

Henry Dinger Henry Dinger

Von: Henry Dinger

10. Apr. 2014 um 12:53 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Wer hat diesem Kia bloß den komischen Namen Pro_Cee"d gegeben? Das klingt doch wie wie bei einer Seniorengruppe, die der Gemütlichkeit weinselig ein Prosit schunkelt. Dass seine Bezeichnung diese Assoziation weckt, hat der GT wirklich nicht verdient. Aber Philipp Lahm ist ja auch ein schneller Top-Kicker, obwohl er so zurückhaltend heißt. Falls jemand diesen Kia nicht ganz auf dem Schirm hat, kurz zur Erklärung: Der Pro_Cee"d GT ist sowas wie ein dreitüriger Golf GTI von Kia, bloß dass er viel mehr Sexappeal hat. Außerdem ist er ein sehr höfliches Auto: Man muss nur in seine Nähe kommen, schon schwingt es artig seine Spiegelohren in die richtige Position und lässt sanftes Licht auf den Gehsteig strahlen. Das funktioniert natürlich nur, wenn man den richtigen Schlüssel dabei hat. Und den hatten wir für drei Monate: Wir haben den Kia Pro_Cee´d GT als Dauertestwagen auf Herz und Nieren geprüft.

Schlechte Rundumsicht
Die Lehne der zupackenden Recaros mit Druck im Rücken zu spüren, ruft so ähnliche Gefühle hervor, wie ein ganze Tafel Schokolade auf einmal aufzuessen. Da werden ja auch im Gehirn Glückshormone freigesetzt. Der Hintern gewöhnt sich schnell ans Sportgestühl, das sich auf Langstrecken als überraschend bequem erweist. Die lange Tür und die hohe Seitenwulst am Sportsitz erfordern jedoch in Querparklücken beim Aussteigen ein paar Verrenkungen. Und: Der 380-Liter-Kofferraum lässt sich zwar gut beladen und hat unter der Bodenplatte noch Fächer fürs Schweizer Schwarzgeld. Bloß beim Umlegen der Lehnen – beispielsweise um die Wochenration Getränkekisten einzuladen – muss man sich ganz schön winden. Negativ fällt auch die schlechte Rundumsicht wegen der breiten A- und C-Säulen auf.

Die Gier nach Chausseen
Das gleißende Tagfahrlicht aus quadratischen Eiswürfel-Leuchten in der Frontschürze ist quasi ein Spur-Verlassens-Warner. Auf der linken Spur fordern sie kühl ,geh da weg, jetzt komm ich!" 204 PS hinterm Knochengrill geben dem Bengel mit den Eisaugen ordentlich Selbstbewusstsein. Auf der Autobahn ist der GT nämlich ein gefährlicher Gegner, in der Spitze sind locker über 230 km/h drin. Das wollen manche Audi-Diesel-Fahrer einfach nicht begreifen. Aber irgendwann macht jeder die linke Spur frei.

Schnellster Serien-Kia am Markt
Ja, Leute, das ist der schnellste Serien-Kia, den es zur Zeit gibt! Dennoch ist die hohe Spitze nur die Hälfte vom Kia-Spaß. Denn der GT giert nach Chausseen. Hier darf er spurten, die Vorderräder leicht untersteuernd in den Asphalt der Kurven krallen und mit Schmackes wieder rausbeschleunigen. Der 1,6-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung kommt von unten raus zwar ein bisschen verhalten in die Puschen. Aber ab 1.500 Touren dreht der Otto so quirlig hoch, dass das Begrenzer-Stottern ungeahnt schnell zum Schalten zwingt.

Lenkung zu indirekt
Das Sportfahrwerk ist für den schnellen Ritt durch Wegbiegungen perfekt ausgelegt, Querrillen dringen dafür deutlicher an den Popo als bei anderen Kompakten. Dass der GT trotzdem nicht nur eiskalt auf Dynamik gedopt wurde, spürt man an der Lenkung. Für den Alltag ist sie gut abgestimmt, für schnelle Rechts-Links-Wechsel müsste sie noch viel direkter sein. Dafür gibt es am leichtgängigen Getriebe herzlich wenig auszusetzen, die Gänge flutschen knackig an die gewünschte Position und auch nach mehreren Tausend Kilometern ist man als Automatik-Fan von dieser Handschaltung nicht genervt.

Sportauspuff: Unbedingt buchen!
Richtig cool ist der Sound des Koreaners. Die Musik macht nämlich ein Edelstahl-Sportauspuff, der den flinken Rössern eine markante Stimme verleiht. Den zwei ovalen Enden entfleucht beim Starten ein kurzes Röhren, dann grummelts verheißungsvoll mit tiefem Ton. Der Bass ist innen und außen stets kernig präsent, aber nie zu laut oder gar nervig. Lohnt sich der Aufpreis? Ja. Die Basstrompete ist jeden der 899 Euro wert, die dafür auf der Rechnung vom Autohaus stehen.

9,9 Liter Verbrauch
Leider hat der Kia ein kleines Laster: Er trinkt gern. Nach wie vor gilt: Turbo läuft, Turbo säuft. Fast 9,9 Liter hat sich unser GT im Schnitt pro 100 Kilometer durch die Düsen gurgeln lassen. Fairerweise muss ihm zugute halten, dass er im Test oft mit dem Gaspedal zum Saufen animiert wurde. Es macht einfach zu viel Freude, den kompakte Boliden rasant zu bewegen – da bleibt die Lust aus, den geringsten Verbrauch möglichst oft einzufahren. Nur soviel: Wenn man es geruhsam angehen lässt, sind acht Liter realistisch. Der Hersteller selbst nennt 7,4 Liter als Schnitt.

Ab 26.990 Euro
An der Ausstattung des Testautos gibt es nichts auszusetzen, eine Lenkradheizung ist in den 27.190 Euro für den GT in der Top-Linie ,Track" ebenso dabei wie die erwähnten Recaros, die Rückfahrkamera und Xenonscheinwerfer. Extras wie das Navigationssystem für 1.000 Euro, das Panoramadach für 900 Euro und der Metalliclack für 530 Euro haben den Preis noch etwas nach oben geschraubt, aber sehr viel mehr lässt sich gar nicht zubuchen.

Wertung

Preisliste

Kia Pro_cee`d GT Track

Grundpreis: 27.190 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe - Bildschirmnavigation 1.000 (im Paket mit Rückfahrkamera) CD-Radio Serie MP3 Serie elektr. Schiebedach 900 Metalliclackierung 530 Leichtmetallfelgen Serie (18 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie Lederausstattung Serie (Teilleder an den Sitzen) Xenonlicht Serie Kurvenlicht Serie Nebelscheinwerfer Serie

Sportauspuff 899 Frontscheibe partiell beheizt Serie beheizbares Lederlenkrad Serie Alu-Sportpedale Serie dunkle Fondverglasung Serie Recaro-Sportsitze vorn Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Ottomotor  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.591  Leistung in PS 204  Leistung in kW 150  bei U/min 1.750 - 4.500  Drehmoment in Nm 265  Antrieb Frontantrieb  Gänge 6  Getriebe Schaltgetriebe  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.545  Spurweite hinten in mm 1.553  Radaufhängung vorn McPherson-Federbeine mit Gasdruckstoßdämpfern  Radaufhängung hinten Mehrlenkerachse mit Stabilisatoren  Bremsen vorn Scheibenbremsen, innenbelüftet (300 mm)  Bremsen hinten Scheibenbremsen (284 mm)  Wendekreis in m 10,3  Räder, Reifen vorn 225/40 ZR18 92Y  Räder, Reifen hinten 225/40 ZR18 92Y  Lenkung elektronisch unterstützte Zahnstangenlenkung  Maße und Gewichte Länge in mm 4.310  Breite in mm 1.780  Höhe in mm 1.430  Radstand in mm 2.650  Leergewicht in kg 1.359  Zuladung in kg 491  Kofferraumvolumen in Liter 380  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.225  Anhängelast, gebremst in kg 1.400  Dachlast in kg 80  Tankinhalt in Liter 53  Kraftstoffart Super  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 230  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 7,7  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,4  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 9,7  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,1  Testverbrauch Minimum in Liter/100 km 8,0  Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 9,9  CO2-Emission in g/km 171  Schadstoffklasse Euro 5 

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Der Bengel mit den Eisaugen

Kia

Der Bengel mit den Eisaugen

25

Der Bengel mit den Eisaugen Der Bengel mit den Eisaugen Der Bengel mit den Eisaugen Der Bengel mit den Eisaugen Der Bengel mit den Eisaugen Der Bengel mit den Eisaugen

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Neuer Kia Sportage für 2027 erstmals als Erlkönig erwischt



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



So sieht der Innenraum des neuen Kia EV5 aus



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



German Car of the Year 2027: Das sind die Klassensieger



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Kia Seltos vs. Toyota Corolla Cross: Vergleich der Kompakt-SUVs