Rolls-Royce Cullinan 2019 im Test

Ich sehe eine tiefe, matschige Pfütze und haue das Gaspedal in den Boden, dann lenke ich das Auto richtig schön hinein. Wasser spritzt über die riesige Haube und übergießt die fein verchromte Spirit of Ecstasy mit brauner, trüber Brühe.

Normalerweise ist das nicht die Art, wie ich ein 315.000-Euro-Auto behandle, aber das Team hinter dem neuen Rolls-Royce Cullinan hat eine derartige "Spezialbehandlung" förmlich herausgefordert. Schließlich geht die Hälfte dieser Testfahrt über raue, zerfurchte und sehr schmutzige Feldwege, wie man sie fast überall findet in der Umgebung von Jackson Hole, Wyoming und dem Grand Teton National Park.

Unbefestigte Straßen erscheinen Ihnen wie ein etwas seltsamer Ort, um einen Rolls-Royce zu testen? Nun, der Cullinan ist für einen Rolls-Royce auch ziemlich seltsam. Er ist anders als alles, was in den letzten 114 Jahren aus einer Werkshalle in Goodwood gefahren kam. Sehr anders. Das liegt nicht nur daran, dass er über einen Allradantrieb, einen Knopf mit der Aufschrift "Off Road" oder eine luftige Bodenfreiheit verfügt (Rolls-Royce hat schließlich eine Gelände-Geschichte, die auf T.E. Lawrence zurückgeht). Aber Rolls-Royce sagt auch, dass der Cullinan ein Familienauto sein soll. Bisher erstreckte sich das Roller-Modellprogramm ja ausschließlich auf Limousinen, die von einem Chauffeur gefahren werden und auf zweitürige Mega-GTs für ultrareiche Paare. O...