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Des Phrasen-Meisters neue Generation

Der neue Skoda Superb Combi 2.0 TDI 190 PS 4x4 im Test

Des Phrasen-Meisters neue Generation

Manuel Lehbrink (old) Manuel Lehbrink (old)

Von: Manuel Lehbrink (old)

30. Jun. 2015 um 13:52 Uhr

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Mit Stufenhecklimousinen lässt sich bei deutschen Firmenwagenkunden in der Regel kein Blumenstrauß gewinnen. Deutschland ist und bleibt eine Kombi-Nation und das gilt besonders für die von Flottenmanagern verwaltete Mittelklasse. So verwundert es kaum, dass auch der Skoda Superb – nur ein Fünftel geht zu privaten Haltern – in Deutschland zu über 90 Prozent als Kombi-Derivat geordert wird. Da lacht das Vertreter-Herz, denn jetzt wurde der Skoda Superb Combi in die zweite Generation geschickt. Ob es der Neue schafft, auch uns ein Lächeln abzugewinnen? Wir haben – okay, und jetzt kommen die bekannten Phrasen – den böhmischen Riesen, das tschechische Raumwunder oder auch den osteuropäischen Lademeister getestet.

Nüchtern gestaltet, aber groß
Das Gute ist, so abgedroschen manch eine Redewendung auch klingen mag, in allen steckt die Wahrheit – oder zumindest ein bisschen davon: Die Fahrzeugbasis der nüchtern gestalteten Außenhaut ist der modulare Querbaukasten (MQB) von VW. Er hat bei der zweiten Superb-Combi-Generation gewaltige Ausmaße angenommen. Das neue Flaggschiff von Skoda ist 4,86 Meter lang, 1,86 Meter breit und 1,48 Meter hoch. Damit rangiert der Superb Combi größentechnisch deutlich über der Klassenkonkurrenz von BMW (Länge 3er Touring: 4,63 Meter), Mercedes (Länge C-Klasse T-Modell: 4,70 Meter) oder Audi (Länge A4 Avant: 4,70 Meter). Und so wildert der Tscheche dann doch verdächtig Nahe am eigentlichen Kundenjagdgebiet der oberen Mittelklasse.

Freiheit für alle
Das der Superb eher 5er, E-Klasse, A6 und Co. Konkurrenz macht, wird auch bei der Raumaufteilung im Innenraum deutlich: Man sollte sich ab und zu laut vorsagen: ,Ich sitze wirklich in einem Mittelklasse-Fahrzeug", denn die Bein-, Ellenbogen- und Kopffreiheiten sind auf allen Plätzen enorm. Als knapp 1,90 Meter große Person im Fond die Beine übereinander schlagen? Kein Problem! Wirklich! Dem Radstand von 2,84 Meter sei Dank. Der konzerninterne Gegner, der VW Passat, hat einen fünf Zentimeter geringeren Achszwischenraum. Dramatisch, wie man die Differenz merkt, denn in einem Wolfsburger-Mittelklässler müssen die Beine im Fond nebeneinander ausharren.

Gepäckraumvergleiche im Segment
Aber nicht nur der Passagierbereich ist mehr als großzügig dimensioniert. Der Kofferraum des Kombis fasst zwischen 660 und 1.950 Liter Gepäck. Dazu kommt eine Laderaumlänge von bis zu 3,10 Meter (wenn man den Beifahrersitz nach vorne umklappt). Man könnte Bierzeltgarnituren transportieren, oder Särge, oder natürlich auch bis zu fünf Personen plus jede Menge Gepäck. Und jetzt noch ein Vergleich: in einem Mercedes C-Klasse T-Modell lassen sich 480, in einem Audi A4 Avant 490 und in einem BMW 3er Touring 495 Liter verstauen. Einzig der VW Passat Variant kommt mit 650 Liter in die Nähe des Skoda.

Der Testwagen ist des Außendienstlers-Traum
Genug der Datenvergleiche, wie fährt sich denn nun das Platzwunder-Topmodell von Deutschlands beliebtester Importmarke? Um das herauszufinden, krallen wir uns die Antriebskonfiguration, die auch jeden Außendienstler himmelhoch jauchzen lassen würde: den Zweiliter-Turbodiesel-Vierzylinder mit 190 PS und bis zu 400 Newtonmeter Drehmoment, der bereits im Passat und im A4 für Vortrieb sorgt. Kombiniert wird der Selbstzünder mit einem Sechsgang-DSG und einem permanenten Allradantrieb.

Solide für die Autobahn
Der Motor kann vor allem im mittleren Drehzahlbereich zwischen 2.000 und 4.000 Umdrehungen pro Minute überzeugen. Darunter fehlt dem Aggregat ein wenig die erwartete Power und darüber geht ihm etwas zu schnell die Puste aus. Das Doppelkupplungsgetriebe mit seinen sechs Fahrstufen passt prima zu dem Diesel. Einen siebten Gang muss man nicht wirklich vermissen und der Testverbrauch von 6,7 Liter auf 100 Kilometer kann sich sehen lassen. 7,7 Sekunden vergehen für den Sprint von null auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 228 km/h.

Auf der Landstraße weniger agil
Diese Fahrdaten lassen uns grundsolide auf der Autobahn unterwegs sein. Bei flotter Gangart auf der Landstraße merkt man dem Superb Combi allerdings seinen längeren Radstand und sein Gewicht von über 1,6 Tonnen an. Die echte Mittelklassen-Konkurrenz lässt sich hier deutlich agiler bewegen (auch ohne Allradantrieb). Das Fahrverhalten des Testobjekts erinnert vom Anbrems-, Einlenk- und Federverhalten her viel mehr an die obere Mittelklasse als an die kleineren Klassen-Verwandten. Dafür sorgt zu großen Teilen auch das adaptive Fahrwerk. Es ist eigentlich in allen anwählbaren Modi (selbst im Sport-Modus) auf Komfort ausgelegt. Für ein sportliches Fahrverhalten reagiert es nicht direkt und präzise genug. Das Gleiche trifft auch auf die elektrische Servolenkung zu, die nur mit sehr sanften Rückstellkräften gegenlenkt.

Vier Benziner und drei Diesel
Trotzdem kann man es Motoren-technisch unter der Superb-Haube ordentlich krachen lassen: Wer dies will (oder dank eines netten Flottenmanagers kann), sollte den Zweiliter-Turbobenziner mit 280 PS ordern. Das Aggregat schafft es, die dynamischen Schwächen des Fahrzeugs auszugleichen und sorgt dadurch für viel Fahr- und anschließend für wenig Tankspaß (knapp zehn Liter im Test). Insgesamt stehen noch fünf weitere Antriebe zur Wahl: auf Benziner-Seite eine 1,4-Liter-Maschine mit 125 PS oder 150 PS und automatischer Zylinderabschaltung sowie eine weitere Zweiliter-Variante mit 220 Pferden. Die Selbstzünder-Riege wird durch ein zusätzliches 1,6-Liter-Aggregat mit 120 und einen zweiten Zweiliter-Diesel mit 150 PS komplett. Wer darüber hinaus lieber selbst schaltet, hat die Möglichkeit, alle Motorisierungen (bis auf den 280-PS-Ableger) mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe zu versehen.

Basispreis und Serienausstattungen in höheren Linien
Los geht's bei 25.590 Euro für den 125 PS starken 1,4-Liter-Benziner mit Sechsgang-Getriebe. Eine manuelle Klimaanlage ist hier bereits serienmäßig. Das gefahrene Diesel-Topmodell in der höchsten Ausstattungslinie Laurin & Klement schlägt mit 43.050 Euro zu Buche. Unter anderem die Lederausstattung, das adaptive Fahrwerk, eine Zweizonen-Klimaautomatik, elektrisch einstellbare Vordersitze oder 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sind dann ohne Aufpreis mit an Bord. Die City-Notbremsfunktion und der Berganfahrassistent sind serienmäßig. Als Option lässt sich aus dem Skoda aber ein konkurrenzfähiger Technik-Tempel mit allen erdenklichen Helferlein machen (Toter-Winkel-Warner, Spurhalteassistent, Abstandstempomat, Stauassistent und automatischer Parkassistent). Auch das Infotainment-System mit Internet-Hotspot, Mirror-Link und Apple CarPlay ist auf dem aktuellen Stand der Zeit. Markteinführung ist der 26. September 2015.

Und der Passat Variant?
Wir sollten erwähnen, dass ein Passat Variant mit demselben Antriebsstrang und vergleichbarer Ausstattung rund 2.500 Euro teurer ist. Darüber hinaus fehlen dem VW die Skoda-typischen ,Simply Clever"-Lösungen wie die Regenschirme in den vorderen Türen, der Eiskratzer im Tankdeckel oder zahlreiche Ablagen und Halterungen für Flaschen und elektronische Geräte. Ist der Skoda Superb Combi damit der bessere Vertreter-Volkswagen im gut kalkulierten Flotten-Einmaleins geworden? Pauschalisieren würden wir das natürlich nie, aber ja, ist er. Vor allem wegen dem abhebenden Markenzeichen des tschechischen Phrasen-Meisters, dem Platzangebot.

Wertung

Preisliste

Skoda Superb Combi 2.0 TDI 190 PS 4x4

Grundpreis: 37.290 Euro

Modell Preis in Euro Style 40.050 Laurin & Klement 43.050

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Seitenairbags hinten 440 Klimaautomatik Serie (Zwei-Zonen) Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie Bildschirmnavigation 840 - 2.550 elektr. Schiebedach 1.090 Metalliclackierung 570 Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie Lederausstattung 2.610 Xenonlicht 1.160

Assistenz-Paket 990 Drei-Zonen-Klimaautomatik 250 elektrische Heckklappenöffnung 420 Parksensoren hinten Serie Freisprech-Einrichtung 390 Anhängevorrichtung 830

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Diesel-Reihenmotor  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.968  Leistung in PS 190  Leistung in kW 140  bei U/min 1.750 - 3.250  Drehmoment in Nm 400  Antrieb Allrad  Gänge 6  Getriebe Doppelkupplungsgetriebe  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.584  Spurweite hinten in mm 1.572  Radaufhängung vorn McPherson-Federbein mit Dreiecksquerlenkern  Radaufhängung hinten Mehrlenker-Hinterachse mit Längs- und Querlenkern  Bremsen vorn Innenbelüftete Scheibenbremsen  Bremsen hinten Scheibenbremsen  Wendekreis in m 11,7  Räder, Reifen vorn 215/60 R16 (Serie)  Räder, Reifen hinten 215/60 R16 (Serie)  Lenkung elektromechanische Servolenkung  Geländekompetenz Bodenfreiheit in mm 148  Maße und Gewichte Länge in mm 4.856  Breite in mm 1.864  Höhe in mm 1.477  Radstand in mm 2.841  Leergewicht in kg 1.635  Zuladung in kg 715  Kofferraumvolumen in Liter 660  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.950  Anhängelast, gebremst in kg 2.200  Dachlast in kg 100  Tankinhalt in Liter 66  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 228  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 7,7  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,1  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,1  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,6  Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 6,7  CO2-Emission in g/km 135  Schadstoffklasse Euro 6 

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