Subaru Forester 2.0D Lineartronic (2015) im Test
Ein CVT ohne Gummiband-Ärger
Neue Kombination: Diesel plus CVT
Bei Autos, in denen man nicht schalten muss, setzt der VW-Konzern auf das Doppelkupplungsgetriebe, Mercedes auf die Wandlerautomatik und Subaru auf das CVT-Getriebe. Bei der Continuously Variable Transmission wird die Übersetzung kontinuierlich variabel eingestellt. Bei Subaru nennt sich das Lineartronic. Auch der Forester wurde damit bisher schon angeboten, aber nicht die Dieselversion. Das hohe Drehmoment von 350 Newtonmeter des 2,0-Liter-Selbstzünders wurde vom CVT-Getriebe bisher nicht bewältigt. Nun hat sich das geändert, und so gibt es künftig auch einen Subaru Forester 2.0D Lineartronic – täterätä.
Gummibandeffekt? Kaum
Den Hauptnachteil des CVT-Getriebes kennt man unter dem Schlagwort ,Gummibandeffekt": Beim Beschleunigen mit starkem Gaseinsatz wird das Auto erst schlagartig laut und erst dann wieder leise, wenn man vom Gas geht, weil die gewünschte Geschwindigkeit erreicht ist. Das Geräusch wird also nicht kontinuierlich lauter, nicht parallel zum Schnellerwerden, was die allermeisten Fahrer als störend empfinden. In der Hinsicht darf man Subaru beziehungsweise dem Zulieferer Luk gratulieren: Die Lineartronic ist das einzige CVT ohne Gummibandeffekt, das wir kennen. Hier stört nichts, die Akustik ähnelt stark der einer normalen Automatik.
Leichte Verbrauchsvorteile
Auch Gangwechsel werden simuliert, und sogar Schaltwippen hat der Testwagen. Mit diesen kann man zwischen sieben Gängen wechseln. Komfortnachteile gegenüber einer modernen Wandlerautomatik gibt es keine, aber auch die Vorteile sind gering. Allenfalls bei der Effizienz kann man einen erkennen: Der Mehrverbrauch der Lineartronic gegenüber der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung ist mit 0,4 Liter Diesel in der Tat nicht hoch: Bei der Sechsgang-Automatik eines ähnlich motorisierten Mazda CX-5 liegt der Mehrverbrauch bei 0,3 bis 0,7 Liter, und beim Toyota RAV4 2.2 D-4D mit 150 PS ist es ein ganzer Liter. Im Ganzen ist der Forester 2.0D Lineartronic aber kein Verbrauchswunder: Der Normverbrauch von 6,1 Liter ist nur mittelprächtig. Der entsprechende RAV4 liegt mit 6,6 Liter drüber, der CX-5 mit 5,5 Liter darunter. Eine Start-Stopp-Automatik bietet der Forester 2.0D Lineartronic übrigens nicht.
Euro 6 durch Abgasrückführung
Der 147 PS starke Boxer-Diesel im Forester ist kein schlechter Antrieb, aber das Beschleunigungsgefühl ist zumindest in Kombination mit dem CVT-Getriebe nicht mehr als ausreichend. Die Akustik ist nicht erkennbar besser als bei Reihendieseln. Anders als bisher hält der Forester 2.0D nun die Euro-6-Norm ein. Dazu verwendet Subaru eine Niederdruck-Abgasrückführung (Niederdruck-AGR). Wer bisher nur Speicherkat und SCR-System kannte, sei daran erinnert: Auch durch eine AGR lassen sich die Stickoxid-Emissionen verringern, da der Sauerstoffgehalt des Brennraums sinkt. Bei der Niederdruck-AGR holt man das Abgas von ziemlich weit hinten, nach dem Partikelfilter. So können auch die strengen Partikelgrenzwerte der Euro-6-Norm eingehalten werden.
Neues Sieben-Zoll-Navi
Optisch ist der Forester nicht die Krönung, aber das gilt auch für Konkurrenten wie den RAV4. Schicker ist allerdings der Mazda CX-5. Ein Vorteil der großen Glasflächen, wie sie der Forester bietet, ist jedoch die enorme Übersichtlichkeit. Das Cockpit ist annehmbar. Es gibt an vielen Stellen billiges Hartplastik, aber der Forester will wohl auch nicht viel mehr sein als ein robustes Arbeitstier. Neu ist das optionale Sieben-Zoll-Entertainmentsystem, das auch eine Einbindung von Apps und das Zoomen mit zwei Fingern ermöglicht.
Etwas unkomfortables Fahrwerk
Das Fahrwerk ist in der getesteten Ausstattung Sport mit 18-Zoll-Rädern für lange, schnelle Autobahnetappen etwas zu hoppelig: Etwa ab Tempo 140 wird es unkomfortabel, und auch die Lenkung wird dann nervös. Der serienmäßige Allradantrieb macht sich auf trockenen Straßen nicht bemerkbar. In scharf gefahrenen Kurven bleibt das SUV-notorische Wanken im Rahmen, hier stören aber die an den Oberschenkeln wenig Seitenhalt bietenden Sitze. Der Raum im Fond ist lobenswert, vor allem vor den Knien bleibt enorm viel Platz. Der Kofferraum liegt SUV-typisch hoch, lässt sich aber gut nutzen. Optional gibt es eine elektrische Bedienung und Hebel an der Seite des Stauraums, mit denen sich die Rücksitze flachlegen lassen. Das Volumen ist mit 505 bis 1.592 Liter eher gering – CX-5 und RAV4 bieten mehr.
Günstiger Einstiegspreis
Den Forester 2.0D gibt es ab 30.500 Euro, mit Lineartronic zahlt man 32.200 Euro. Im Konkurrenzvergleich ist das günstig: Den RAV4 2.2D-4D 4x4 mit Automatik gibt es ab 33.390 Euro, den Mazda CX-5 Skyactiv-D 150 AWD mit Automatik ab 34.990 Euro. Die Basisausstattung des Subaru ist ausreichend, 17-Zoll-Alufelgen, CD-Radio, Klimaautomatik und Sitzheizung vorne gehören dazu. Elektronische Helferlein à la Abstandstempomat, Anti-Kollisionssystem, Totwinkelwarner oder Spurverlassenswarner sucht man in der Preisliste vergebens.
Wertung
Preisliste
|
Subaru Forester 2.0D Lineartronic Active |
|
| Grundpreis: | 32.200 Euro |
| Ausstattungen | Preis in Euro |
| elektr. Fensterheber vorn | Serie |
| elektr. Fensterheber hinten | Serie |
| elektr. verstellbare Außenspiegel | Serie (beheizbar) |
| Klimaautomatik | Serie |
| Zentralverriegelung mit Fernbed. | Serie |
| Bildschirmnavigation | bei Sport Serie |
| CD-Radio | Serie (mit 6,2-Zoll-Display, USB-Anschluss) |
| elektr. Schiebedach | ab Exclusive Serie |
| Leichtmetallfelgen | Serie (17 Zoll) |
| Sitzhöheneinstellung | Serie (Fahrer) |
| Tempomat | ab Exclusive Serie |
| Lederausstattung | bei Sport Serie |
| Xenonlicht | ab Exclusive Serie |
| Nebelscheinwerfer | Serie |
| Start-Stopp-Automatik | - |
| Scheibenwischer-Enteisung | Serie |
| elektrisch bediente Heckklappe | bei Sport Serie |
| Rückfahrkamera | ab Exclusive Serie |
Datenblatt
| Motor und Antrieb | |
| Motorart | Boxer-Turbodiesel |
| Zylinder | 4 |
| Ventile | 4 |
| Hubraum in ccm | 1.998 |
| Leistung in PS | 147 |
| Leistung in kW | 108 |
| bei U/min | 1.600 |
| Drehmoment in Nm | 350 |
| Antrieb | permanenter Allradantrieb |
| Getriebe | CVT |
| Kraftverteilung | 50:50, bei Bedarf von 70:30 bis 30:70 |
| Geländekompetenz | |
| Böschungswinkel vorn in Grad | 25 |
| Böschungswinkel hinten in Grad | 25 |
| Rampenwinkel in Grad | 22 |
| Bodenfreiheit in mm | 220 |
| Maße und Gewichte | |
| Länge in mm | 4.595 |
| Breite in mm | 1.795 |
| Höhe in mm | 1.735 |
| Radstand in mm | 2.640 |
| Leergewicht in kg | 1.615 |
| Zuladung in kg | 465 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 505 |
| Kofferraumvolumen, variabel in Liter | 1.592 |
| Anhängelast, gebremst in kg | 2.000 |
| Fahrleistungen / Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 188 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 9,9 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 6,1 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 7,3 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 5,4 |
| CO2-Emission in g/km | 158 |
| Schadstoffklasse | Euro 6 |
Bildergalerie: Subaru Forester 2.0D Lineartronic (2015) im Test
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