Zum Abschied sehr laut Servus

Ich habe Gänsehaut – trotz strahlendem Sonnenschein und über 25 Grad. Seltsam? Sie würden es verstehen, schließlich liegen hinter mir etliche Kilometer völlig leerer Bergstraßen und ich sitze im wohl aufregendsten offenen Fahrzeug, das Porsche in den letzten Jahren neben dem 918 gebaut hat: dem Boxster Spyder. 375 PS aus einem frei saugenden Sechszylinder-Boxer treffen auf das Chassis des Boxster GTS und das Getriebe des Carrera S. ,Aber das ist doch ein alter Hut" werden Sie jetzt sagen. ,Aber ein verflucht nochmal perfekter, wunderschöner und atemberaubender Hut" würde ich dann entgegnen. An jenem schicksalhaften Tag im Januar 2016, an dem Porsche die Turbo-isierung von Boxster und Cayman verkündete und damit die Aufladungswelle unaufhaltsam über den Zuffenhausener Sportwagenhersteller hereinbrach, war klar: Ich muss Abschied nehmen. Vom Sauger, vom Sechszylinder und von allem, wovon ich seit Kindesbeinen beim Gedanken an Porsche geträumt habe. Begleiten Sie mich auf meine persönliche Abschiedstournee mit dem Porsche Boxster Spyder. Sommer, Sonne – und ein paar Tränchen.

Sechszylinder gegen die Nachtruhe
Doch von Anfang an: Es ist vier Uhr morgens und nur die unglaubliche Müdigkeit hält mich davon ab, meinen Wecker aus purer Verzweiflung an die Wand zu werfen. Zwei Kaffee später weicht der Zorn endlich großer Vorfreude, schließlich geht es heute auf einen zehntägigen Roadtrip mit dem ultimativen Boxster. Also raus aus den Federn und rein in die tiefen Carbon-Schalensitze...