„Unerwartet“ ist nicht vorbei: Lamborghini deutet weitere Sterrato-Modelle an
Lamborghini sagt uns, dass weitere Sterrato-Modelle durchaus im Bereich des Möglichen sind
Der Lamborghini Huracán Sterrato von 2023 sieht noch immer aus wie eine wilde Messe-Studie. Ein höhergelegter Supersportwagen mit grobstolligen All-Terrain-Reifen und rallye-inspirierter Technik ist nicht unbedingt das, was man von Lamborghini erwartet hätte.
Überraschenderweise entpuppte er sich tatsächlich als eines der besten Modelle der Marke in der jüngeren Vergangenheit. Und wenn man den aktuellen Aussagen aus dem Stier-Reich Glauben schenkt, ist die Geschichte des Sterrato womöglich noch nicht zu Ende.
Im Gespräch mit Motor1 beim diesjährigen Goodwood Festival of Speed erklärte Lamborghinis Chief Marketing and Sales Officer Federico Foschini, dass das Unternehmen die Sterrato-Idee beileibe noch nicht ad acta gelegt hat.
Lamborghini Huracan Sterrato
Geländetauglichkeit bleibt ein Thema
Ein großer Teil unseres Gesprächs drehte sich um den neuen Urus SE Performante, der in Goodwood seine Weltpremiere feierte. Obwohl er klar auf Performance auf der Straße ausgelegt ist, hat Lamborghini dem SUV weiterhin einen Rallye-Modus für Fahrten auf losem Untergrund mitgegeben.
Laut Foschini liegt das daran, dass Urus-Besitzer ihr SUV tatsächlich (und das kommt wirklich überraschend) auch abseits befestigter Straßen nutzen.
„Wir haben Kunden, die auf dem Land leben; wir haben Kunden, die das Auto nutzen, um einen Anhänger mit Pferden zu ziehen. Für den Urus gibt es also mehrere Einsatzszenarien. Wir sind nicht nur auf der Straße und auf der Rennstrecke unterwegs, sondern man kann diese Fahrzeuge auch im Gelände fahren. Das ist definitiv etwas, wonach unsere Kunden suchen.“
Das erklärt, warum Lamborghini immer wieder auf die Sterrato-Idee zurückkommt. So weit gehen und sagen, dass bereits eine Sterrato-Version des Urus in Arbeit ist, wollte Foschini zwar nicht. Er deutete jedoch an, dass es nicht viel bräuchte, um das SUV noch stärker in diese Richtung zu entwickeln.
„Der [Urus SE] ist schon ein Sterrato. Der Abstand zwischen dem Huracán und dem Huracán Sterrato sowie zwischen dem Urus und einer möglichen Sterrato-Version ist nicht groß ... Wir behalten diese Idee immer im Hinterkopf, weil die Plattform unglaublich vielseitig ist. Man kann ein auf die Rennstrecke fokussiertes Auto daraus machen ... Man kann aber auch den Offroad-Aspekt stärker betonen, vielleicht mit einer anderen Art von Reifen, einem anderen Setup. Also: Ja, das ist machbar.“
Weitere Sterrato-Modelle?
Foschini betonte, dass der Huracán Sterrato auch deshalb funktioniert habe, weil er genau das tat, was Lamborghini ausmachen soll: Menschen zu überraschen.
„Einer unserer Markenwerte ist das Unerwartete ... und der Huracán Sterrato war als Konzept wirklich unerwartet.“
Das bedeutet allerdings nicht, dass schon in naher Zukunft ein weiterer Sterrato bevorsteht. Lamborghini hat zahlreiche andere Prioritäten, und Foschini wollte keine Hinweise auf künftige Produktpläne geben.
Er machte aber deutlich, dass das Unternehmen die Sterrato-Formel weiterhin für etwas hält, das eine erneute Auflage wert sein könnte.
„Es ist eine Möglichkeit, die wir auf jeden Fall prüfen können. Denn es gibt eine Abfolge von Dingen, die man tun muss, und wir können nicht alles gleichzeitig umsetzen. Aber wenn wir so etwas machen und damit erfolgreich sind, dann ist das etwas, das wir immer im Hintergrund behalten.“
Ob das am Ende ein höhergelegter Temerario, ein robusterer Urus oder etwas völlig anderes wird, ist derzeit offen. Eines ist aber klar: Die Sterrato-Geschichte ist noch nicht vorbei.
Motor1 meint: Es ist gut zu wissen, dass Lamborghini dem Offroad-Thema und dem Namen Sterrato weiterhin Bedeutung beimisst. Wir halten es für gut möglich, dass als Nächstes der Huracán-Nachfolger Temerario eine Sterrato-Variante erhält. Sicher ist das aber natürlich noch nicht.
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