Bugatti W16 Mistral Blanc Éternel: Protzellan auf Rädern
Das Unikat entstand in Zusammenarbeit mit der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin
Bugatti hat in Zusammenarbeit mit der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) ein als Einzelstück ausgeführtes Fahrzeug auf Basis des Roadsters W16 Mistral vorgestellt. Das unter dem Individualisierungsprogramm "Bugatti Sur Mesure" gefertigte Modell trägt den Namen "Blanc Éternel" und markiert das Ende der W16-Motorenära der Marke.
Die Kooperation knüpft an ein früheres Projekt aus dem Jahr 2011 an, bei dem beide Unternehmen den Veyron Grand Sport "L'Or Blanc" gestalteten. Während sich das Design des damaligen Modells an den fließenden Pinselstrichen einer Porzellanvase und den Lichtreflexionen auf der Karosserie orientierte, basiert das visuelle Konzept des "Blanc Éternel" (ewiges Weiß) auf der Geometrie des modernen Automobildesigns.
Bildergalerie: Bugatti W16 Mistral "Blanc Éternel" (2026)
Digitales Design und handwerkliche Umsetzung
Der W16 Mistral wurde vollständig im digitalen Raum ohne die Verwendung physischer Tonmodelle konstruiert. Die skulpturale Außenhaut basiert mathematisch auf einem Netzwerk präzise gesteuerter Oberflächen, sogenannten Non-Uniform Rational B-Splines (NURBS). Dieses normalerweise unsichtbare Konstruktionslayout ("Patch-Layout") dient beim "Blanc Éternel" als primäres Gestaltungselement des Exterieurs. Feine schwarze Linien ziehen sich über die reinweiß grundierte Karosserie und bilden das zugrunde liegende digitale Liniennetz der Fahrzeuggeometrie sichtbar nach.
Trotz der rein digitalen Entstehung des Musters erfolgte die physische Umsetzung auf dem Fahrzeug in Handarbeit durch Kunsthandwerker. Nach dem Auftrag der weißen Grundierung und dem anschließenden Schliff der Oberflächen wurden die Konturen direkt auf dem echten Fahrzeug mithilfe von Klebebändern manuell abgeklebt.
Bugatti W16 Mistral "Blanc Éternel" (2026)
Nach dem Entfernen der definierten Streifen wurden die freigelegten Bereiche schwarz lackiert, um das kontrastierende, scharfkantige Grafikmuster zu erzeugen. Dieses Linienspiel betont die funktionalen Karosseriemerkmale des Roadsters, darunter den neu geformten Hufeisen-Kühlergrill, die C-Linie an der Flanke sowie die X-förmige Struktur der Heckleuchten.
Integration funktionaler Porzellan-Elemente
Sowohl am Exterieur als auch im Interieur verfügt das Fahrzeug über spezielle Applikationen aus echtem KPM-Porzellan. Außen wurden unter anderem das EB-Emblem, die Tank- und Ölverschlusskappen sowie zwei Einlagen mit dem Zepter-Logo der Manufaktur auf der Motorabdeckung aus dem keramischen Werkstoff gefertigt.
Die Herstellung dieser Bauteile erfordert eine genaue mathematische Vorausberechnung, da Porzellan während des Brennvorgangs im Ofen um exakt 17 Prozent schrumpft. Diese Dimensionsänderung muss bereits in der Modellierungsphase einkalkuliert werden, um die Passgenauigkeit an den Montagepunkten des Fahrzeugs zu gewährleisten.
Bugatti W16 Mistral "Blanc Éternel" (2026)
Im Cockpit setzt sich die schwarz-weiße Linienführung fort. Das digitale Oberflächenmuster wurde über ein speziell entwickeltes Lackier- und Abklebeverfahren mit schwarzer Farbe direkt auf die weißen Lederbezüge appliziert. Zudem wurden diverse Bedienelemente und Kontaktflächen im Innenraum aus Porzellan gefertigt, um eine direkte haptische Interaktion zu ermöglichen. Hierzu zählen die Abdeckungen der Lautsprecher, Einlagen an den Kniepolstern im Fußraum, die Verschalung des Wählbeschleunigers, eine Einlage auf der Mittelkonsole sowie die Fensterheberknöpfe.
Parallel zur Präsentation des Fahrzeugs legen KPM Berlin und Bugatti eine auf 1.000 handgefertigte Exemplare limitierte Porzellankollektion auf. Diese umfasst zwei unterschiedliche Becher-Varianten, die gestalterisch an das Fahrzeugdesign angelehnt sind.
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