BMW-Chef Zipse kritisiert zum Abschied die EU
Die CO2-Vorgaben ab 2035 seien nicht technologieoffen und ignorierten er die Realität am Markt
Es ist das Ende einer bedeutsamen Amtszeit bei BMW: Am 14. Mai 2026 übergibt CEO Oliver Zipse sein Amt an den bisherigen Produktionsvorstand Milan Nedeljković. Zum Abschied hielt Zipse auf der Hauptversammlung der BMW AG eine Rede. Und sparte nicht mit Kritik an der EU:
BMW mache aus externen Krisen einen Fortschritt, so Zipse. Im aktuellen Umfeld sei vieles unwägbar. Für BMW seien daher anti-fragile Handlungsweisen das strategische Mittel der Wahl. Alle künftigen BMW- Modelle beinhalten ab sofort die Technologiecluster der "Neuen Klasse". Auch das neue Design. Bei allen Antriebsarten. In Summe werden es laut Zipse bis 2027 mehr als 40 Fahrzeuge sein.
Bildergalerie: BMW i3 (2026)
Problemfeld Zölle
Über 2,46 Millionen Fahrzeuge wurden seitens des Konzerns im Jahr 2025 ausgeliefert. Mehr als im Vorjahr. Auf China bezogen sagte Zipse wörtlich:
"In China. Für China. Mit China. Dazu gehört auch: Wir exportieren aus China. Hier treffen uns die Strafzölle der EU-Kommission. Sie gelten auf Importe von vollelektrischen Fahrzeugen aus China. Sie gehören zu den höchsten Zollsätzen, die wir entrichten müssen. Wir meinen: Das kann nicht im Interesse der EU sein. Zölle sind ein Bumerang. Wer zahlt sie? Die Kunden. So auch die Zölle zwischen der EU und den USA. Für Importe in die USA gelten 15 Prozent. Für uns heißt das: höhere finanzielle Aufwendungen.
Im Gegenzug würden wir vom neuen Zollsatz für Importe in die EU profitieren. Er soll auf 0 Prozent sinken. Die Betonung liegt auf „soll“. Denn: Umgesetzt ist die neue Regelung von der EU bisher nicht."
EU-Pläne: Gut gedacht, schlecht gemacht
Deutliche Kritik übt Zipse an der Politik aus Brüssel: "Export und freier Handel sind die Basis für Innovation. Und für Arbeitsplätze. Die EU-Kommission meint es oft gut. Gemacht wird es dann aber schlecht. Etwa der aktuelle Vorstoß 'Made in Europe'.
Für jede industriepolitische Maßnahme muss gelten: Sie beachtet, dass Exporte Wertschöpfung fördern. Vor allem in Deutschland. Und sie sichert Kontinuität in der Kooperation mit internationalen Handelspartnern. Für unsere Branche ist das ganz entscheidend. Sie ist weltweit vernetzt. Gerade die E-Mobilität ist nicht möglich ohne globale Wertschöpfungsketten.
Ein weiteres Beispiel für "gut gedacht – schlecht gemacht": Die CO2-Vorgaben ab 2035. Der aktuelle Vorschlag ist eben nicht technologieoffen. Außerdem ignoriert er die Realität am Markt. Für mehr als 90 Prozent des Fahrzeugvolumens soll es bei einem faktischen Verbot bleiben. EU-weit. Dazu sind strenge Quoten geplant: für elektrifizierte Firmenflotten.
Nach dem Verbot beim Angebot soll das Verbot bei der Nachfrage kommen. Das nützt weder den Kunden. Noch der Industrie in Europa. Und auch nicht der Umwelt. Wenn wesentliche Teile der Wertschöpfungskette für E-Mobilität nicht in Europa liegen werden, macht uns das einseitig abhängig. Das Europäische Parlament und der Europäische Rat stehen hier in der Verantwortung. Das darf so nicht bleiben."
Neuer iX3 mit hoher Nachfrage
Zum Absatz der hauseigenen Elektroautos äußerte sich Zipse positiv: "Im ersten Quartal verzeichnen wir mit BMW die höchsten Auftragseingänge, die wir jemals in einem Quartal erreicht haben. Für die BEVs liegen wir dabei mehr als 60 Prozent über Vorjahr. Allein der BMW iX3 wurde seit der IAA deutlich über 50.000 Mal bestellt." Deshalb werde die Produktion in Ungarn schon jetzt auf den Zwei-Schicht-Betrieb umgestellt.
BMW Neue Klasse M3 Prototyp
Hinsichtlich der Modellzukunft verspricht Zipse: "2027 kommt der erste vollelektrische M. Auch dieses M Modell wird auf der Rennstrecke brillieren, wenn Sie das wollen." Und weiter: "Mit BMW ALPINA erschließen wir ein wachstumsstarkes und hochprofitables Segment. Es liegt über den Topmodellen der Marke BMW. Und unterhalb unserer Luxusmarke Rolls-Royce.
Auch bei den Antrieben bieten wir in allen relevanten Segmenten batterieelektrische Modelle an. Bis Jahresende werden es 20 BEVs sein. Über alle Marken. Auch unsere Plug-in-Hybride bleiben wichtig. 2028 kommt bei BMW ein weiterer Antrieb hinzu: Wasserstoff. Dann wird die nächste Generation unseres BMW X5 mit fünf Antriebsvarianten erhältlich sein."
Auch interessant
Aus die Maus: Diese Modelle verlassen uns im Jahr 2026
560 PS im Retro-Gewand: HWA schickt drei EVO.R zum Eifel-Marathon
BMW Z4: Die Produktion des Roadsters ist beendet (Update)
Saab verkauft allerletzte verbliebene Modelle
So sieht der überarbeitete BMW 7er im Innenraum aus
Der erste Jaguar der neuen Ära hat endlich einen Namen: Type 01
Four Doors Eyecatcher: BMW i4 xDrive mit H&R-Tieferlegungsfedern