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Kleinwagen-Schock! Preise schießen durch die Decke

Untersuchung zeigt: Anschaffungskosten seit 2012 fast verdoppelt

VW Polo Style 1.0 TSI (2025) im Test
Bild von: Volkswagen

Wir sehen den Trend in unseren Marktübersichten (Links am Ende des Artikels) schon lange: Neuwagen werden immer teurer. Basismotorisierungen entfallen, die EU verlangt immer mehr Assistenzsysteme, hinzu kommen verschärfte Abgasnormen. Gerade das Segment der Kleinst- und Kleinwagen wird immer überschaubarer: Unter 20.000 Euro gibt es immer weniger Neuwagen.

Eine aktuelle Analyse der Plattform LeasingMarkt.de zeigt, wie stark sich die Kosten verschiedener Fahrzeugklassen in Deutschland seit 2012 entwickelt haben. Betrachtet wurden die gesamten Ausgaben, die ein Autofahrer im Laufe seines Lebens – über einen angenommenen Zeitraum von 54 Jahren – für den Erwerb und den Betrieb eines Pkw einplant. Der Vergleich mit den Daten aus 2012 macht deutlich, dass insbesondere Kleinwagen prozentual den höchsten Preisanstieg verzeichnen.

Über alle Fahrzeugklassen hinweg haben sich die Anschaffungskosten über die Lebensdauer seit 2012 um 91 Prozent erhöht. Durchschnittlich geben Autofahrer in Deutschland heute 223.600 Euro für Fahrzeugkäufe aus. Kleinwagen bleiben zwar in der Anschaffung günstiger als Mittel- oder Oberklassefahrzeuge, doch sind sie seit 2012 überproportional teurer geworden: Die addierten Kaufkosten über 54 Jahre stiegen von 73.600 Euro auf 143.100 Euro, was einer Erhöhung um 94 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Mittelklassefahrzeuge verteuerten sich im selben Zeitraum um 77 Prozent, Oberklassefahrzeuge um 61 Prozent.

Dieser Anstieg trifft besonders jene, die auf preisgünstigere Fahrzeuge angewiesen sind – darunter junge Fahrer, Berufseinsteiger, Rentner und Haushalte mit geringem Einkommen. Obwohl die absoluten Kosten bei Mittel- und Oberklasse höher liegen, bedeutet der prozentual stärkere Anstieg bei Kleinwagen für diese Gruppen eine deutlich höhere finanzielle Belastung.

Inflation beim Kleinwagen

Inflation beim Kleinwagen

Bild von: LeasingMarkt.de

Auch bei den Versicherungskosten zeigt sich ein ähnlicher Trend. Über die gesamte Lebensdauer stiegen die Ausgaben für die Versicherung eines Kleinwagens von 37.300 Euro im Jahr 2012 auf 51.400 Euro im Jahr 2025, ein Plus von 38 Prozent. In der Mittel- und Oberklasse liegt der Anstieg bei jeweils nur 13 Prozent. Gründe sind unter anderem teurere Reparaturen moderner Fahrzeuge und eine Zunahme von Schäden durch Extremwetter.

Laut LeasingMarkt.de bleibt das eigene Auto für viele Menschen unverzichtbar, insbesondere in ländlichen Regionen. Rund 90 Prozent der Autofahrer möchten nicht auf ein eigenes Fahrzeug verzichten. Geschäftsführer Martin Teichmann verweist darauf, dass steigende Unterhaltskosten breite Bevölkerungsschichten belasten – vor allem Pendler, Familien und Bewohner strukturschwacher Regionen. In Ballungszentren stehen zwar Alternativen wie öffentlicher Nahverkehr und Car-Sharing zur Verfügung, doch stößt deren Kapazität zunehmend an Grenzen.

Inflation beim Kleinwagen

Inflation beim Kleinwagen

Bild von: LeasingMarkt.de

Die Berechnungen basieren auf einer Methodik, die mit einer Studie der Motor Presse Stuttgart aus dem Jahr 2012 vergleichbar ist, und berücksichtigen zentrale Kostenfaktoren wie Kraftstoff, Versicherungen und Werkstattkosten. Aktuelle Durchschnittswerte stammen aus Quellen wie dem ADAC und dem Statistischen Bundesamt.