Alfa Romeo ändert seine Meinung, Verbrennungsmotoren bleiben
Ursprünglich wollte man bis 2027 vollelektrisch sein. Ein Ziel, das unter den aktuellen Bedingungen nicht zu halten ist
Sie fallen wie die Domino-Steine, die ambitionierten Elektro-Ziele der Autohersteller. Einer nach dem anderen relativiert seine ursprünglichen Vorgaben. Der Neueste im Bunde, der nun wohl doch deutlich länger als geplant an seinen Verbrennungsmotoren festhalten möchte, ist Alfa Romeo.
Die italienische Kultmarke hatte einst, vermutlich unter dem Druck der Konzernmutter Stellantis, verkündet, mit Ausnahme weniger Märkte bis 2027 über ein rein elektrisches Produktportfolio verfügen zu wollen. Diese Pläne haben sich nun offenbar geändert. Das neue Ziel ist demnach eine "Multi-Energy"-Strategie mit einem Angebot, das sowohl Verbrenner, als auch rein Elektrische und Plug-in-Hybride umfasst.
Jetzt legt Alfa Romeos Nordamerika-Chef Chris Feuell gegenüber Automotive News nach. Während der NADA Show sagte er der Publikation zufolge, dass es zu restriktiv wäre, die Händler dazu zu zwingen, bereits in ein paar Jahren nur noch Elektroautos zu verkaufen: "Wir haben 110 Händler ... in unserem US-Netzwerk und es wäre sehr herausfordernd für sie, mit einem reinen BEV-Portfolio zu überleben." Die Marke hat in den USA ohnehin genug Probleme. Im letzten Jahr sanken die Verkäufe um 19 Prozent auf 8.865 Autos.
In Deutschland sieht es vergleichsweise besser aus. Dort zeigte sich das Cuore Sportivo mit 6.095 Neuzulassungen auf Vorjahresniveau, "das von Wachstum geprägt war (plus 70 Prozent)". Ob die Aussagen des US-Chefs auch für den europäischen Markt gelten, ist indes unklar. Wir haben bereits bei Alfa Romeo um eine Stellungnahme gebeten. Sobald wir eine Antwort haben, werden wir Ihnen hier ein Update geben.
Zuletzt hatte der frühere CEO Jean-Philippe Imparato bereits angedeutet, dass es hier ganz ähnlich laufen könnte. Man könne ein diverseres Antriebs-Lineup haben, in dem man auf auf längere Sicht, Verbrennungsmotoren beibehält, wenn es das ist, was die Menschen wollen.
Imparato sagte auch, der neue Chef Santo Ficili, habe es drauf, Verbrenner-Varianten der Giulia- und Stelvio-Nachfolger auf den Markt zu bringen. Die zwei Modelle werden auf der STLA Large-Plattform stehen. Selbige ist, wie man es bereits beim neuen Dodge Charger gesehen hat, für die Unterbringung von Verbrennern und elektrischen Antrieben entwickelt worden. Das SUV Stelvio soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden, die Limousine Giulia soll 2026 folgen.
Mit dem kompakten Crossover Junior hat Alfa seit 2024 sein erstes reines Elektroauto auf dem Markt. Der technische Zwilling des Fiat 600 und des Jeep Avenger wird allerdings auch mit 1,2-Liter-Dreizylinder-Mildhybrid-Antrieb verkauft.
Der neue Junior ist als erster Alfa Romeo auch rein elektrisch zu haben
Der Supersportwagen 33 Stradale sollte auch als Elektrovariante angeboten werden. Ob ihn einer der 33 Kunden auch so geordert hat, ist nicht klar
Am anderen Ende der Modellpalette arbeitet Alfa Romeo anscheinend schon an einem Nachfolger des Supersportwagens 33 Stradale. Auch er soll ein Retro-Design erhalten und 2026 auf den Markt kommen. Der 33 Stradale wurde ursprünglich als das letzte Verbrenner-Supercar des Unternehmens angepriesen. Im Lichte der nun wohl gelockerten Elektro-Ziele könnte aber auch der kommende Sportwagen mit Verbrennungsmotor aufschlagen.
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