Israelisches Start-up stellt modulare Radnaben-Architektur für Lieferfahrzeuge vor

Das israelische Start-up REE aus Tel Aviv stellt drei modulare Elektroauto-Plattformen vor. Dabei handelt es sich aber nicht nur um technische Konzepte, sondern schon um funktionsfähige Prototypen. Gedacht sind die Plattformen für Elektro-Lieferfahrzeuge.

Die Elektro-Plattformen bestehen aus zwei Teilen. REEcorner ist eine By-Wire-Technologie für Lenkung, Bremsen und Antrieb, bei der alle Komponenten des Antriebs, der Aufhängung und der Lenkung in Radnähe eingebaut werden - die Plattformen haben also Elektro-Radnabenmotoren. Zweiter Bestandteil ist das REEboard, das es ermöglicht, die EV-Plattform völlig flach zu gestalten - was den Nutzfahrzeug-Designern viel Freiheit bei der Karosseriegestaltung lässt.

In einem Video zeigt REE drei Fahrzeuge mit fast völlig flacher Oberfläche, die autonom einen Parkour auf der Rennstrecke absolvieren. Das sieht richtig putzig aus:

REE hat drei Plattformen namens P1, P2 und P4 entwickelt, die jeweils spezielle Nutzfahrzeug-Segmente abdecken:

  • P1 ist auf die Klasse bis zu 1,3 Tonnen Gesamtgewicht und die innerstädtische LSV-Zustellung auf der letzten Meile ausgelegt.
  • P2 erlaubt bis zu 2,5 Tonnen Gesamtgewicht und ist für den Transport von Passagieren und Fracht ausgelegt.
  • P4 ermöglicht bis zu 4,5 Tonnen Gesamtgewicht und wurde für Lieferfahrzeuge in Nordamerika entwickelt.

Außerdem werden verschiedene REEcorner-Module angeboten. Von den vorgestellten Plattformen weisen zwei verschiedene REEcorner auf.

Mit der modularen und flexiblen Plattformarchitektur will REE die gestiegene Nachfrage nach Elektro-Nutzfahrzeugen nutzen, die durch den immer stärkeren Onlinehandel bedingt ist. Dieser Trend wird durch immer strengere CO2-Grenzwerte sowie die Covid-19-Pandemie weiter verstärkt, so REE. Daniel Barel, Mitbegründer und Chef von REE sieht außerdem Absatzchancen bei der "Mobilität als Dienstleistung" (MaaS, Mobility as a Service).

Die Plattform von REE soll Nutzfahrzeugherstellern eine Grundlage für Elektrofahrzeuge bieten, "sei es ein völlig autonomes Lieferfahrzeug für die letzte Meile, ein geräumiger und dennoch kompakter Stadt-Shuttle oder ein flexibler Lieferwagen mit höherer Ladekapazität auf kleinerer Grundfläche", so REE-Chef Barel.

Einige Kunden wurden bereits gewonnen. So unterzeichnete REE im August 2020 ein Memorandum of Understanding mit Mahindra für eine Zusammenarbeit zur Entwicklung und Produktion von bis zu 250.000 Elektro-Nutzfahrzeugen. Als Partner wurde auch unter anderem die Mitsubishi Corporation gewonnen.

Bildergalerie: REE-Plattformen P1, P2 und P4