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Wohnmobil im Crashtest: Umgebaute Kastenwagen oft nicht sicher
Fehlende Knautschzone führt zu großen Gefahren für die Insassen, so der ADAC

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
20. Aug. 2020 um 09:32 Uhr
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Camping erfreut sich gerade in diesem Sommer enormer Beliebtheit und entsprechend viele Wohnmobile sind auf den Straßen unterwegs. Doch wie sicher ist ein Wohnmobil, wenn es zu einem Frontalzusammenstoß mit einem Auto kommt? Das zeigt ein ADAC-Crashtest zwischen einem zum Wohnmobil ausgebauten Kastenwagen und einem entgegenkommenden Pkw.
Beim dem ließen die Experten ein Wohnmobil frontal bei 56 km/h mit einem Kombi kollidieren. Ergebnis: Die Knautschzonen beider Fahrzeuge sind überfordert. Die Front des Wohnmobils ist nicht optimal gestaltet, um die Energie des Aufpralls abzubauen. Und die Knautschzone des Kombi ist dem gut doppelt so schweren Wohnmobil (3,5 Tonnen bei voller Beladung) alleine nicht gewachsen.

Während der Kombi eine Knautschzone hat, gibt das Wohnmobil nicht nach
In der Folge werden die Fahrgastzellen beider Fahrzeuge beschädigt und die Pedale weit in den Fußraum geschoben. So ergibt sich laut für die Fahrer beider Fahrzeuge ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Hersteller von Wohnmobilen, egal ob auf Basis eines Pkw oder eines Nutzfahrzeugs, sollten daher eine Knautschzone in die Fahrzeugfront einbauen, so der ADAC. Denn die Fahrgastzelle muss als Überlebensraum stabil bleiben, damit die Insassen bestmöglich geschützt sind.
Allerdings ist nicht nur der Fahrer des Wohnmobils einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt, sondern auch die hinteren Insassen. Denn die Rückbank besteht in den meisten Wohnmobilen nur aus dünnem Holz. Beim Aufprall bricht der Rücksitz dann zusammen, die Köpfe der hinten Sitzenden (im Fall des Crashs: ein Kinder-Dummy im Kindersitz und ein Dummy eines Erwachsenen) können gegen den Fahrersitz prallen.

Auch die hinteren Insassen sind einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt
Laut ADAC sollte die Unterkonstruktion der Sitzbank in der zweiten Reihe nachgebessert werden. Diese muss in jedem Fall so stabil sein, dass sie beim Unfall nicht unter den Insassen zusammenbricht. Nur so kann verhindert werden, dass der Gurt vom stabilen Becken in den empfindlichen Bauchraum rutscht und innere Verletzungen verursacht. Auch zu dicke und zu weiche Auflagen sind schädlich, da auch damit der Beckengurt leicht verrutscht.
Bei den Einbauten im Wohnmobil gibt es Licht und Schatten: Die beiden Doppelbetten, das Bad, die Schränke im Heck und die Zurrösen im Kofferraum halten den Belastungen beim Aufprall stand – von ihnen und dem dort untergebrachten Gepäck geht keine Gefahr für die Mitfahrer aus.
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Auch die Sicherheitseinrichtung der Gasanlage funktioniert und unterbricht die Versorgung beim Unfall, so dass das Brandrisiko minimiert wird. Die Schränke der Küchenzeile und deren Inhalt fliegen beim Aufprall jedoch durch den Innenraum des Wohnmobils und gefährden die Insassen. Beim getesteten Wohnmobil waren sie nur mit wenigen Schrauben miteinander und nicht mit dem Fahrgestell verbunden. Wie der Crashtest zeigt, reicht das nicht aus. Hier sollte auf mehr Stabilität und eine Verbindung mit dem Fahrzeug geachtet werden.
Doch auch als Benutzer eines Wohnmobils kann man einiges tun, um die Sicherheit zu erhöhen:
- Schwere Ladung am besten im abgetrennten Kofferraum unterbringen (schwere Gepäckstücke ganz nach unten, Sicherung per Spanngurt)
- Leichtes Kunststoff-Geschirr für die Küche
- Während der Fahrt nichts offen liegen lassen
- Tisch vor der hinteren Sitzreihe demontieren oder wegklappen
- Alle Insassen müssen angeschnallt bleiben
- Bei Kauf oder Anmietung auf Notbrems- und Spurhalteassistenten achten
Bildergalerie: Wohnmobil im ADAC-Crashtest (2020)

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Quelle: ADAC e. V.
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