Anwendung als Pakettransporter, Kurierfahrzeug oder – als mobile Kaffeebar

Warum haben eigentlich E-Bikes (auch Pedelecs genannt) nur zwei Räder? Könnte man nicht vier Räder dran machen und es dann für umfangreichere Transportaufgaben nutzen? Das hat sich offenbar der deutsche Auto-Zulieferer Schaeffler gedacht und entwickelt seinen so genannten Bio-Hybrid.

Schon 2016 hat Schaeffler einen ersten Prototypen präsentiert. Seither wurde eigens die Tochterfirma Schaeffler Bio-Hybrid GmbH gegründet, und seit Oktober 2019 werden die vierrädrigen Pedelecs auf Deutschlands Fahrradwegen und Straßen getestet. Ende 2020 soll das Wägelchen dann in Serie gehen. es wird eine Passenger- und eine Cargo-Variante geben.

Schaeffler Bio-Hybrid (2020)

Gedacht sind die Wägelchen für alle möglichen Use Cases: als Paket-Lieferwagen, als Kurierfahrzeug, zum Ausliefern von Pizza und ähnlichem (Stichwort Lieferando & Co) und vieles mehr. Sogar eine mobile Kaffeebar auf Basis der modular aufgebauten Cargo-Variante erscheint auf einem der Bilder zu dem Fahrzeug.

Aber die meisten Anwendungen sind nahe liegender. Ein sperriger Lieferwagen kommt nur schwer durch den dichten Verkehr in der Stadt und findet selten einen legalen Parkplatz. Da wäre ein Cargo-Modell mit Kasten hinten eine praktische Alternative. Mit dem wendigen Bio-Hybrid könnten Kurierfahrer auf dem Radweg am Stau vorbeifahren und direkt vor der Tür halten. So wie bei Christian Hollweck, Inhaber des Babyfachgeschäfts Rasselfisch in München. „Mit dem Bio-Hybrid ist eine schnelle und kostengünstige Lieferung im Umkreis von zehn Kilometern ohne Weiteres denkbar. Durch die geschlossene Box kommen auch sperrige Pakete wie Kindersitze oder Kinderwagen sicher bei den Kunden an“, so der Geschäftsmann. Außerdem passe der Bio-Hybrid perfekt zur ökologischen Philosophie des Ladens.

Schaeffler Bio-Hybrid (2020)

Die Vorteile des Bio-Hybrid zeigen sich auch bei weniger sperrigen Paketen. Zum Beispiel, wenn ein Kurierfahrer die Pick-up-Variante des Bio-Hybrid mühelos durch die Straßen Münchens manövriert, um die Salate eines gesunden Bringdienstes auszuliefern. Die Ladefläche fasst dabei ohne Probleme zwei Thermoboxen.

Schaefller-Bio-Hybrid-Chef Gerald Vollnhals zog nach den Tests ein positives Fazit: „Wir haben dokumentiert, dass der Bio-Hybrid in der Passenger- und vor allem in der Cargo-Variante vielfältig einsetzbar ist. Unser Ziel ist es, eine breite Käuferschicht anzusprechen.“

Eine mögliche Anwendung besteht auch im Einsatz auf einem größeren Firmengelände. Daher wurde der Bio-Hybrid kürzlich auf einem rund 40 Hektar großen Firmencampus in der Region Nürnberg getestet. Die Testbereiche umfassten interne Logistik, Werkssicherheit, Cateringmanagement sowie verschiedene Materialtransporte.

Die getesteten Prototypen haben schon alle Funktionalitäten des Serienmodells. Der Preis wurde noch nicht genannt. Auch technische Daten wie Zuladung, Maße, Reichweite und dergleichen sind noch nicht bekannt.

Bildergalerie: Schaeffler Bio-Hybrid Erprobung (2019)