326 km/h und 610 PS machen den Serien-Bentley zum Über-Sportsmann

Der Bentley Continental GT holt aus seinem W12-Motor 560 PS. Dies scheint den ambitionierten Briten nicht zu reichen. Jetzt kommt ein neues Serienmodell: Der Continental GT Speed lässt sich durch 610 PS vorantreiben. Aber nicht nur Leistung und Drehmoment wurden hochgeschraubt, auch Fahrwerk, Lenkung, Bremsen, ESP sowie Außen- und Innendesign zeigen sich jetzt der noch sportlicheren Attitüde angepasst.

Steiler und dunkler
Der Frontgrill von GT und GT Speed steht jetzt steiler im Wind, was einen verbesserten Luftstrom bedingen soll. Unterhalb des Grills sitzt die neu gestaltete Frontpartie mit einem zentralen Lufteinlass. Außerdem liegen die Frontlampen jetzt in Einfassungen aus Chrom. Alleinstellungsmerkmale des GT Sport sind das dunkel getönte Chrom für den Matrixgrill, die niedrige schwarze Schürze am Heck, dickere Auspuffendrohre mit dem Innendesign eines gezogenen Gewehrlaufs und 20-Zoll-Mehrspeichenräder.

Mulliner Driving Specification
Der Innenraum des GT Speed schmückt sich mit der Ausstattungsvariante ,Mulliner Driving Specification", welche beim normalen GT aufpreispflichtig ist. Diese Interieur-Version zeichnet sich durch Kombinationen aus Furnierhölzern, eingesteppte Rautenmuster in den Sitzen mit Bentley-Schriftzug und einen lederverkleideten Dachhimmel aus. Hinzu kommen ein Leichtmetall-Schalthebel, ein Sportlenkrad, gelochte Pedale und Speed-Logos auf den Türschwellern.

Zurückhaltendes ESP
Das ESP des GT/GT Speed wurde auf die Version 8.1 aktualisiert. Mithilfe des Sport-Traktionsmodus wird das Eingreifen des ESP bei niedrigen Geschwindigkeiten abgemildert. Besonders beim Anfahren an Steigungen oder auf wenig griffigem Untergrund soll dies Vorteile bringen. Der GT Speed hat zudem noch einen Dynamikmodus zu bieten. Dieser Modus lässt bei höheren Geschwindigkeiten etwas mehr Schlupf an den Rädern zu. Das Drehmoment liegt nach einem Eingreifen der Traktionskontrolle schneller wieder an, was dem sportlich ambitionierten Fahrer zugute kommt.

Direkteres Handling
Gerade bei einem schweren Fahrzeug wie dem Bentley Continental GT ist es eine Herausforderung, das Fahrverhalten und die Lenkung möglichst direkt zu gestalten. Ein großer Teil der Aufhängung wird aus besonders leichtem Aluminium gefertigt. Der GT Speed kommt zudem in den Genuss von fest montierten vorderen Hilfsrahmen. Radträger aus hochfestem Aluminium und steifere Lagerbuchsen an den Hinterachsen sollen ein genaueres Handling zur Folge haben. Außerdem wurden die Stabilisatoren des GT Speed vorne und hinten derart modifiziert, dass die Neigung zum Untersteuern reduziert worden sein soll.

Tieferlegung für den Großen
Dem standardmäßig auf Luftfederung schwebenden GT-Modell wurde in der Speed-Version etwas Bodenfreiheit genommen. Vorne geht es um zehn, hinten um 15 Millimeter näher an den Asphalt. Die Bremsen des GT gehören zu den größten, die derzeit in Serien-Pkw eingebaut werden. Rundum innenbelüftet, kommen vorne Scheiben der Dimension 405 x 36 Millimeter und hinten der Dimension 335 x 22 Millimeter zum Einsatz. Optional können auch Karbon-Silizium-Bremsen verbaut werden. Diese haben dann die Dimension 420 x 40 vorne und 356 x 28 Millimeter hinten. Achtkolben-Bremszangen sollen für fulminate Verzögerung sorgen. Zudem wurden die rotierenden ungefederten Massen um 20 Kilogramm reduziert. Das Bremssystem in Leichtbauweise soll Fading vollkommen ausschließen, außerdem soll sich die Lebensdauer gegenüber Standardbremsbelägen verdoppeln.

Geliftetes Herz
Der Sechsliter-Zwölfzylinder des GT leistet unter Zuhilfename eines Bi-Turboladers 560 PS und 650 Newtonmeter Drehmoment. Folgende Änderungen musste er über sich ergehen lassen: neues Kurbelwellengehäuse zur Verminderung innerer Verluste, neues Katalysator- und Abgassystem mit verbessertem Emissionsverhalten, leichterer Nockenwellenantrieb mit nur einer Kette und ein neues Motormanagement. Der GT-Speed-Antrieb wurde noch stärker aufgewertet: Zusätzlich erhält er leichtere Stößelstangen für ein verbessertes Ansprechverhalten des Motors und Kolben mit eloxierten Kolbenringen, die einem erhöhten Druck standhalten.

Schwer und flink
In Verbindung mit einem angepassten Motormanagement stehen beim GT Speed am Ende 610 PS und 750 Newtonmeter Drehmoment. Damit ist die Speed-Version des GT der schnellste Bentley überhaupt: 326 km/h sind drin, in 4,5 Sekunden ist der 2,3-Tonnen-Wagen auf Tempo 100. Sowohl der GT als auch der GT Speed profitieren dank des überarbeiteten Motors auch ein wenig in Sachen CO2-Emissionen: Der Ausstoß sinkt bei beiden Modellen um 3,5 Prozent von 410 auf 396 Gramm pro Kilometer – was immernoch ein ganz immenser Wert ist. Für den Bentley Continental GT sind zirka 180.000 Euro fällig, der GT Speed schlägt mit ungefähr 206.000 Euro zu Buche.

Der stärkste Bentley