Melkus gibt einen ersten Ausblick auf den RS 2000

Er war das Traumauto der DDR, der Supersportwagen des Ostens: Der Melkus RS 1000, der seinerzeit in knapp über 100 Exemplaren an Promis und Rennfahrer in der DDR verkauft wurde. Heutzutage erzielen die flachen Flundern aus Dresden bei Liebhabern Höchstpreise. Noch immer existieren mindestens 80 Stück der damaligen Kleinserie. Aber der Geist von Heinz Melkus (1928-2005), erfolgreicher DDR-Rennfahrer, Firmengründer und Konstrukteur des RS 1000 lebt in der Gegenwart weiter. Bereits seit einiger Zeit wird eine ihm gewidmete Sonderserie von 15 RS 1000 neu aufgelegt. Wie beim Modell aus DDR-Zeiten ist der Antrieb ein zweitaktender Wartburg-Motor mit 70 PS. Die letzten Fahrzeuge aus der Serie werden im Jahr 2008 fertig gestellt.

Mit dem RS 2000 in die Zukunft
Allerdings werden Wartburg-Motoren immer knapper, zudem sind damit aktuelle Abgasbestimmungen nur über komplizierte Umwege zu erreichen. Hinzu kommt, dass das typische ,Reng-täng-täng" des Zweitakters nie so recht zur flotten Hülle passte. Daher hat man sich bei Melkus Gedanken um einen zeitgemäßen Nachfolger gemacht. Auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal, der DDR-Rennstrecke schlechthin, wurde nun ein erstes 1:4-Modell des sinnigerweise ,RS 2000" genannten Nachfolgers vorgestellt. Im Design orientiert sich der RS 2000 am gelungenen Vorgängermodell. Auch das technische Konzept des RS 1000 findet sich wieder: Der Melkus RS 2000 wird ein zweisitziges Mittelmotor-Sportcoupé. Am Dach angeschlagene Flügeltüren werden das Haupterkennungsmerkmal des Sportwagens sein.

Leichtbau für flotte Fortbewegung
Um ausreichend Agilität zu gewährleisten, steht bei der Entwicklung des RS 2000 Leichtbau im Vordergrund. Durch den Einsatz von Aluminium, GFK und Carbon soll ein Fahrzeuggewicht von unter 1.000 Kilogramm realisiert werden. Zum Vergleich: Der Melkus RS 1000 wog 800 Kilogramm. Unter der leichten Haut soll ein Vierzylinder-Turbomotor mit 250 PS Leistung zum Einsatz kommen. Von welchem Hersteller dieser bezogen wird, ist noch nicht bekannt. Ein kurz abgestuftes Getriebe soll den sächsischen Flachmann in fünf Sekunden auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h beschleunigen. Wem die Zutaten bekannt vorkommen, dem sei gesagt: Die Firma Melkus vertreibt auch Lotus-Fahrzeuge.

Start der Kleinserie ab Ende 2009
Im Gegensatz zum RS 1000 verspricht sein Nachfolger mehr Komfort: Eine Klimaanlage wie auch elektrische Fensterheber sind für den RS 2000 vorgesehen. Wie sein Vorgänger im Sozialismus wird auch der RS 2000 ein exklusives Vergnügen bleiben, geplant ist der Bau von nur 25 Stück pro Jahr in Handarbeit. Als Preis für den flotten Flitzer sind circa 60.000 Euro geplant. Bis Ende 2008 soll der erste Prototyp rollen. Auch eine Rennversion und eine eigene Rennserie sind in Planung. Spätestens auf der Automobilmesse IAA im September 2009 soll der Startschuss für die Kleinserienproduktion gegeben werden.

Bildergalerie: Flotter Flitzer aus Sachsen