Rekordverdächtig: Über-Vette pulverisiert die Bestmarke des Porsche Carrera GT

Auf der Nordschleife ist das Thema Rundenrekorde eine Wissenschaft für sich. Zahlreiche Umbauten der Strecke erschweren Vergleiche historischer Bestmarken, und selbst heute wird etwa bei Testfahrten anders gemessen als bei Rennveranstaltungen. Die Kategorie der Straßenfahrzeuge ist schon deshalb kompliziert, weil in dieser Gruppe neben serienmäßigen Porsche 911 oder BMW M3 auch kompromisslos scharf gemachte Tuning- und Kleinserien-Autos unterwegs sind. Extremsportler wie der Radical SR8 oder der Donkervoort RS führen derzeit die Bestenliste an. Beide haben zwar eine Straßenzulassung, sind aber eindeutig für die Rekordjagd in der Eifel konditioniert und praktisch nicht alltagstauglich.

Schneller als Nissan und Porsche
Als Referenz für serienmäßige Sportwagen gilt schon seit Jahren der Porsche Carrera GT. Dessen Fabelzeit von 7:32.34 Minuten stammt aus dem Jahr 2004. Im Mai 2008 vermeldete Nissan für den neuen GT-R zwar bereits eine Bestmarke von 7:29 Minuten, doch jetzt legt die US-Sportwagen-Legende Corvette noch einen oben drauf. Während Abstimmungsfahrten vor dem Serienstart brannte Entwicklungsingenieur Jim Mero mit der neuen Über-Corvette ZR1 eine Zeit von 7:26.4 Minuten in den Eifel-Asphalt. Das ist vielleicht kein offizieller Rekord – im Vergleich zum sündteuren Carrera GT und zur rasenden PlayStation von Nissan aber ein höchst beeindruckender Wert.

Leichter Brutalo
Die Corvette ZR1 setzt nämlich eher auf konventionelle Technik – und typisch amerikanische V8-Power. Unter der Haube sitzt eine kompressorbefeuerte Version des 6,2-Liter-V8 der regulären C6. Dieser Motor erzeugt brachiale 647 PS, reißt die Ami-Flunder in etwas mehr als drei Sekunden auf Tempo 100 und ermöglicht ein Spitzentempo von 330 km/h. Ein verstellbares, adaptives Fahrwerk sorgt für allzeit guten Bodenkontakt. Keramikverbundbremsen rundum sollen die Fuhre souverän verzögern. Zudem konnten die Ingenieure dank Leichtbau-Komponenten aus Aluminium und Kohlefaser das Gewicht niedrig halten. Mit rund 1,5 Tonnen wiegt das Geschoss aus Kentucky in etwa soviel wie das bisherige Spitzenmodell, die Corvette Z06.

Startschuss fällt noch 2008
Der Marktstart der ZR1 in Deutschland ist für das vierte Quartal 2008 geplant. Die Preise stehen hierzulande zwar noch nicht fest, allerdings wird die Monster-Vette in den USA für knapp über 100.000 Dollar (etwa 63.000 Euro) angeboten – in Anbetracht der gebotenen Leistung ist das ein echter Kampfpreis. Für deutsche Sportwagenfans dürfte die ZR1 nicht ganz so günstig zu haben sein. Gemunkelt wird derzeit von einem Einstiegspreis irgendwo zwischen 100.000 und 150.000 Euro.

Bildergalerie: Höllenritt: Corvette ZR1