AirPod mit Pferdeanhänger-Design, OneFlowAir im Stil eines klassischen Cabrios

Autos, die von Druckluft angetrieben werden: An dieser zunächst reichlich exotisch klingenden Idee arbeiten bei der französischen Firma MDI (Motor Development International) nicht weniger als 50 Ingenieure. MDI-Chef Guy Nègre, ursprünglich Motorkonstrukteur für die Formel 1, widmet sich dem Thema bereits seit der Firmengründung im Jahr 1991. Zu den neuesten Fahrzeugen von MDI gehören der AirPod und der OneFlowAir, die beide im März 2009 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt wurden.

Gasexpansionsmotor als Grundlage
Beim AirPod wird auf 350 bar komprimierte Luft in einen 175 Liter fassenden Speicher gepresst. Die Druckluft wird dann einem so genannten Gasexpansionsmotor zugeführt. Hier werden die Kolben nicht durch die Energie einer Verbrennung bewegt, sondern durch die Ausdehnung der Druckluft. Wie bei einem Verbrennungsmotor sorgen Ventile für den kontrollierten Gasaustausch: Das Einlassventil lässt die Druckluft einströmen. Nachdem sich das Ventil geschlossen hat, dehnt sich die Luft bis zu einem bestimmten Restdruck aus, bevor es durch das Auslassventil ausströmt.

Fünf PS aus 180 Kubik
Beim AirPod beträgt der Hubraum nur 180 Kubikzentimeter. Bei 18 bar Restdruck liefert der Motor immerhin fünf PS und ein Drehmoment von 15 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 70 km/h angegeben. Eine Druckluft-Ladung reicht laut Hersteller für 220 Stadtkilometer. Danach kann man den Speicher in anderthalb Minuten wieder aufladen.

AirPod: Nur rund zwei Meter langer Viersitzer
Der AirPod misst nur 2,07 Meter in der Länge, und auch die Breite ist mit 1,60 Meter geringer als etwa beim Smart Fortwo. Mit 1,74 Meter ist das Vehikel aber höher als so manches ausgewachsene SUV. Durch die Karosserie aus Glasfasern und Polyurethanschaum beträgt das Leergewicht 220 Kilo – nur so reichen fünf PS Leistung aus. Trotz der geringen Länge hat der AirPod vier Sitze, auf denen drei Erwachsene und ein Kind Platz finden.

Nur 50 Euro-Cent pro 100 Kilometer
Gesteuert wird das Fahrzeug per Joystick. Die Betriebskosten sollen nur 50 Euro-Cent auf 100 Kilometer betragen. Der AirPod soll bereits im Frühling 2009 in Serie gehen, doch ähnliche Ankündigungen hat MDI bereits mehrfach gemacht. Einige Stadtverwaltungen, wie die von Paris, haben angeblich Interesse an dem Fahrzeug geäußert. In Zusammenarbeit mit Tata will MDI die Fahrzeuge in Indien verkaufen.

Zwei Varianten
Neben dem AirPod gibt es noch eine Version für Lieferanten, Postzustellung und Handwerker. Der AirPod Cargo hat nur einen Sitz, bietet dafür aber 1.100 Liter Gepäckraum und kann eine Nutzlast von 300 Kilo aufnehmen. Die dritte Variante ist der AirPod Baby, der auf nur 1,80 Meter Länge zwei Vordersitze und einen Kasten mit 500 Liter Volumen besitzt.

Im Stil des Citroën Méhari: OneFlowAir
Ein weiteres Druckluftauto ist der OneFlowAir. Dabei handelt es sich um ein 3,40 Meter langes, bis zu fünfsitziges Cabrio. Das Auto ähnelt dem Citroën Méhari, einem Freizeit- und Armeefahrzeug auf Basis des 2CV, das von 1968 bis 1987 gebaut wurde. Was die Technik angeht, so handelt es sich beim OneFlowAir um ein Hybridfahrzeug. Ähnlich wie den Elektroantrieb kann man auch den Druckluftantrieb durch einen Verbrennungsmotor ergänzen. Um welche Art von Verbrennungsmotor es sich handelt, teilt MDI nicht mit. Doch erhöht sich die Reichweite durch das Zusatzaggregat von 100 auf 900 Kilometer. Der Druckspeicher lässt sich in zwei Minuten auffüllen. Die Basisversion soll 3.500 Euro kosten, eine luxuriösere Variante 5.300 Euro.

Die Kraft der Druckluft