Britischer Hersteller prüft Straßenversion seines neuen Rennwagens

Caterham klettert auf der Motorsportleiter weiter nach oben und ergänzt sein Angebot für Rennfans. Zusammen mit Lola entwickelten die Briten den SP/300.R. Der kompromisslose Rennwagen gehört zur Kategorie der offenen Sportprototypen und sieht beinahe wie ein Wettbewerbsfahrzeug aus der American Le Mans Series aus. Sogar die Verwirklichung einer Straßenversion wird von der britischen Sportwagenschmiede geprüft.

Know-how von Lola
Für die aerodynamischen Belange zogen die Engländer ihre Landsmänner von Lola zu Rate. Die Rennsport-Spezialisten kümmerten sich um das Styling und Abtriebswerte. Das Grundchassis besteht aus einer Aluminium-Wanne mit Mittelmotor-Anordnung. Aerodynamische Hilfsmittel wie Frontsplitter reduzieren den Auftrieb. Der flach designte Unterboden soll für den ,Ground Effect" sorgen, der das den Renner während der Fahrt in Richtung Boden saugt. Damit sind höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich. Die Nase des SP/300.R ist wie bei einem Formel-1-Rennwagen nach oben gezogen.

300 PS treffen auf nicht einmal 600 Kilogramm
Für die restliche Technik zeichnet Caterham verantwortlich. Dort sorgt ein neuer mit Kompressor aufgeladener Duratec-Motor von Ford für Vortrieb. Der Konzern liefert aktuell Aggregate für alle Fahrzeuge der Briten. Rund 300 PS soll das von Caterham getunte Triebwerk im SP/300.R leisten. Die Pferdchen haben leichtes Spiel mit der Flunder, die unter 600 Kilogramm wiegt.

Mega-Beschleunigung
Gekoppelt ist der längs eingebaute Vierzylinder an ein halbautomatisches Getriebe. Seine Abstufung wurde so gewählt, dass am Ende der langen Geraden auf der belgischen Rennstrecke von Spa-Franchorchamps im höchsten Gang die maximale Drehzahl anliegt. Folglich wird auf dem beliebten Rennkurs eine Höchstgeschwindigkeit von 170 Meilen pro Stunde erreicht, rund 274 km/h. Der Sprint von null auf 60 Meilen je Stunde, also 96 km/h, wird in rund 2,5 Sekunden erledigt. Alle Fahrdaten können auf elektronischem Weg aufgezeichnet werden. Ebenso ist eine ,push to pass"-Funktion integriert, womit per Knopfdruck mehr Leistung zur Verfügung gestellt wird, um einen Konkurrenten leichter überholen zu können.

Mit reiner Rennsporttechnik
Die Rennreifen für den Caterham-Rennwagen steuert Cooper Avon Tires bei. Der Hersteller rüstet auch die Rennserie Formel 3 aus. Die Pneus des SP/300.R sind vorne 18 Zentimeter, hinten 25 Zentimeter breit. Aufgezogen werden sie auf 13-Zoll-Rennfelgen. Entsprechend dem Einsatzzweck ist der Caterham mit einem Rennfahrwerk ausgestattet. Für die Sicherheit sorgt unter anderem ein Überrollkäfig, der unauffällig in die Form des Caterhams integriert wurde. Weitere Features sind ein Feuerlöschsystem und ein Trennschalter für den Stromkreis.

Nur 25 Exemplare pro Jahr
Pro Jahr will Caterham nur 25 Exemplare seines neuen Flitzers herstellen. Momentan verpasst ihm die Firma den letzten Schliff, um für 2012 präpariert zu sein. Dann soll es eine Markenmeisterschaft für das Modell geben. Zunächst auf Rennstrecken in Großbritannien, später auch im kontinentalen Europa. Für Caterham bedeutet das Modell nach eigener Aussage, auf der Motorsportleiter ganz nach oben zu klettern. Dieser Schritt sei jetzt auch für die loyale Caterham-Klientel möglich. 60.000 Britische Pfund, rund 71.000 Euro, muss ein Kunde für den SP/300.R berappen – ohne Steuern.

Kompromissloser Racer