Starthilfe: So funktioniert's

Jedes Jahr im Winter das gleiche Bild: Wegen ausgelaugter Batterien sind die Pannendienste im Dauereinsatz. Natürlich kann man sich auch selbst helfen, Starthilfe sei Dank. Drei Dinge sind laut dem Akkuspezialisten Johnson Controls bei der Starthilfe besonders wichtig: Die Batterien von Spender- und Pannenfahrzeug müssen über die gleiche Nennspannung verfügen, die Starthilfekabel müssen in der richtigen Reihenfolge angeschlossen werden. Und der Motor des Spenderfahrzeugs muss laufen, bevor am Pannenfahrzeug der Zündschlüssel gedreht wird, um eine Entladung der Spenderbatterie zu vermeiden. Nicht vergessen: Die Schaltung oder Automatik muss im Leerlauf stehen, um einen peinlichen Auffahrunfall zu vermeiden.

Möglichst viel Strom
Zunächst wird in beiden Fahrzeugen die Zündung ausgeschaltet. Alle zusätzlichen Verbraucher wie Radio, Sitzheizung oder beheizbare Heckscheibe müssen in beiden Autos abgeschaltet sein, um dem Motor den höchstmöglichen Kaltstartstrom zur Verfügung zu stellen, den er zum Starten benötigt. Beim Anbringen der Starthilfekabel ist die Reihenfolge wichtig, um eine Funkenbildung zu vermeiden.

Anleitung: Die vier wichtige Schritte
1. Zuerst das rote Starthilfekabel an den Pluspol der entladenen Batterie anklemmen.
2. Dann das andere, freie Ende des roten Starthilfekabels mit dem Pluspol der Spenderbatterie verbinden.
3. Das schwarze Kabel am Minuspol der Batterie des Spenderfahrzeugs befestigen.
4. Anschließend das freie Ende des schwarzen Kabels an einer unlackierten Stelle im Motorraum des Pannenfahrzeugs befestigen, beispielsweise am Motorblock.

Auf die Anschlüsse achten
Dabei sind die Hinweise der Fahrzeughersteller im Bordhandbuch zu beachten: Wenn der Hersteller einen speziellen Fremdstartpunkt für den Plus- und/oder Minuspol vorsieht, ist dieser zu benutzen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Kabel nicht in den Bereich des Lüfters oder des Keilriemens geraten. Anschließend wird der Motor des Spenderfahrzeugs gestartet. So wird sichergestellt, dass der für die Starthilfe benötigte Strom aus der Lichtmaschine und nicht aus der Batterie kommt und somit die Batterie des helfenden Fahrzeugs möglichst wenig belastet wird. Erst wenn der Motor des Spenderfahrzeugs läuft, darf das Pannenfahrzeug gestartet werden. Danach sollte man es über eine größere Distanz bewegen, damit die Batterie wieder geladen wird.

Unterschiede bei Start-Stopp
Bei Fahrzeugen mit Start-Stopp-System ist der grundsätzliche Starthilfevorgang identisch. Allerdings müssen folgende Besonderheiten beachtet werden: Start-Stopp-Fahrzeuge verfügen über ein Batteriemanagementsystem, das am Minuspol der Batterie angeschlossen ist. Das schwarze Starthilfekabel sollte deshalb am Motorblock angeschlossen werden beziehungsweise an einer gekennzeichneten Stelle im Motorraum. Für das rote Starthilfekabel gibt es in der Regel einen so genannten Fremdstartpunkt (siehe Bordhandbuch), der gewöhnlich mit einer roten Kappe gekennzeichnet ist.

Starthilfe leicht gemacht