Diese Gefahren lauern beim Überholvorgang

Fast jeder von uns hat diese Situation schon einmal erlebt: Man beobachtet einen Überholvorgang und sieht, dass es ganz schön knapp wird. Tatsächlich verunglücken auf deutschen Landstraßen mehr Menschen tödlich als auf der Autobahn und innerorts zusammen. Außer nicht angepasster Geschwindigkeit sind es häufig Fehler beim Überholen, die zu schweren Unfällen führen. Darauf weist der Deutsche Verkehrsicherheitsrat (DVR) hin.

Gefährliches Überholen
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sorgten im Jahr 2012 insgesamt 7.241 Fälle von falschem Überholen für Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften mit Personenschaden. Dabei wurden 220 Menschen getötet. Auch deshalb lohnt sich ein Blick auf die Rechtslage: Demnach darf nur überholen, wer überblicken kann, dass während des gesamten Vorgangs jede Behinderung oder Gefährdung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Oft wird die Länge der Überholstrecke falsch eingeschätzt. Um beispielsweise einen mit 70 km/h fahrenden Lkw zu überholen, benötigt ein Pkw unter Ausschöpfung der erlaubten 100 km/h eine Strecke von etwa 350 Meter, um die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände einzuhalten. Da er immer mit Gegenverkehr rechnen muss, sollte er mindestens die doppelte Strecke, also 700 Meter, einsehen können.

Lieber einmal weniger
Indes ist der Zeitgewinn durch Überholen eher gering: Testfahrten auf Landstraßen haben laut DVR ergeben, dass sich die Fahrtzeit auf einer Strecke von 20 Kilometer selbst durch aggressives Überholen bei jeder Gelegenheit nur um durchschnittlich eineinhalb Minuten verkürzt. Deshalb appelliert der DVR ans Verantwortungsbewusstsein: Bei unklarer Verkehrslage, vor unübersichtlichen Stellen, bei Aquaplaninggefahr, schlechter Witterung oder ungenügender Sicht sollte nicht überholt werden. Getreu der Devise: Weniger ist mehr.