Ein Blick unter das Blechkleid
Antriebstechnik von GKN Driveline
Vom Kleinwagen bis zum Supersportler
GKN Driveline beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter an 46 Standorten in 30 Ländern auf der ganzen Welt. In Deutschland agiert die Firma von Kaiserslautern, Kiel, Lohmar, Zwickau, Offenbach, Rösrath, Trier und Waldhof aus. Die Antriebstechnologien von GKN finden sich vom günstigen Kleinstwagen bis zum ultrateuren Supersportler in fast jedem Auto. Um zu verstehen, was die GKN-Produkte von gewöhnlichen Alternativen abhebt, fahren wir zwei äußerlich identische Range Rover Evoque. Der eine verfügt über den ,Effective Driveline"-Allradantrieb mit einer gewöhnlichen Haldex-Kupplung, der andere über das ,Active Driveline"-System von GKN, das einen Schritt weitergeht.
Wo ist der Unterschied?
,Effective Driveline" ist ein klassischer Hang-on-Allrad, der die Kraftübertragung zwischen Kardanwelle und Hinterachsdifferenzial mittels einer Kupplung bei Nichtbedarf stilllegt. Dadurch wird der Evoque beim alltäglichen Fahren zum reinen Fronttriebler und kann effizienter betrieben werden. Klingt ja schon mal recht vernünftig, was bringt dann noch der ,Active Driveline"-Antrieb aus dem Hause GKN? Nun, im Gegensatz zum ,Effective Driveline"-System trennt die GKN-Technik nicht zwischen Kardanwelle und Hinterachse, sondern bereits zwischen Getriebeausgang und Kardanwelle. Die Kardanwelle dreht sich so nicht ständig mit und die niedrigeren rotierenden Massen senken wiederum den Spritverbrauch. Wird die hintere Achse wieder gebraucht, schaltet sie sich innerhalb von drei Zehntelsekunden wieder zu – praktisch.
Mehr Fahrspaß
Ist der ,Active Driveline"-Antrieb also ,nur" eine weitere Maßnahme zur Verbrauchssenkung oder gibt es weitere Vorteile, die der Fahrdynamik des prinzipiell als untersteuernden Fronttriebler ausgelegten Evoque zugute kommen? Gibt es. Das System arbeitet nämlich nicht nur mit der Kupplung zwischen Getriebeausgang und Kardanwelle, sondern auch mit zwei weiteren mechanischen Kupplungen innerhalb der Hinterachse. Diese sind für das sogenannte ,Torque Vectoring" zuständig – eine stufenlose Querverteilung des Antriebsmoments zwischen den beiden hinteren Rädern. Mehr Drehmoment auf dem kurvenäußeren Rad erzielt ein zusätzliches Giermoment, das dem Auto beim Einlenken hilft.
Wirklich besser?
Das Ergebnis der aufwendigen Antriebstechnologie von GKN? Aus dem einst langweiligen Untersteuerer Evoque wird dank ,Active Driveline" ein lebhaftes Allradfahrzeug, das sich – mit ein wenig Gewalt – sogar in kleine Drifts zwingen und zu einem angenehm mitlenkendem Heck bewegen lässt. Außerdem bietet das GKN-System dank echtem Torque Vectoring Vorteile im Geländeeinsatz. Das ,Efficent Driveline"-System kann die Kraftverteilung zwischen den Hinterrädern nur durch Bremseingriffe realisieren und hat daher nicht die selben Reserven wie die ,Active Driveline"-Variante.
Ein Schritt weiter im i8
Der bayerische Hybrid-Sportler BMW i8 vertraut ebenfalls auf Antriebstechnik von GKN. Unter dem Namen ,2-Speed-eAxle" arbeitet im i8 ein Antriebssystem mit Verbrennungs- und E-Motor. Die Besonderheit? Vor dem i8 verfügten solche Antriebskonzepte nur über Getriebe mit einer Übersetzung. Die Verwendung solch einer festen Übersetzung schränkt allerdings Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit von Elektroantrieben ein, da sie bei einer bestimmten Geschwindigkeit abkoppeln muss, um ein Überdrehen des Motors zu verhindern. Die ,2-Speed-eAxle" von GKN verbessert nun das Leistungsspektrum des Fahrzeugs über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Ergebnis ist beeindruckend und macht jede Menge Spaß: Der i8 wechselt nahezu unmerklich zwischen den beiden Übersetzungen und hat in jeder Lebenslage das richtige Maß an Power parat. Wenn die elektrische Zukunft überall so gut zu fahren sein wird, können wir uns freuen!
Bildergalerie: Ein Blick unter das Blechkleid
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