Der ungewöhnlichste Ferrari, den es je gab

Das soll noch ein Ferrari sein? Bei allem Respekt vor dem 660-PS-Boliden, die Frage muss erlaubt sein. Denn der außergewöhnliche FF macht so vieles anders als seine Vorfahren und Geschwister. Vier Sitzplätze hatten schon frühere Fahrzeuge aus Maranello. Aber Allradantrieb? Und dann dieses Heck! So etwas hatte es bei der so stolzen und traditionsbewussten Sportwagenmarke noch nie gegeben. Und in den Augen vieler Ferraristi hätte es das auch niemals geben dürfen. Aber Firmenchef Luca di Montezemolo wollte ,einen anderen Ferrari" – und den hat er bekommen.

Ein Shooting Brake soll's sein
Fangen wir mit dem Offensichtlichsten an: der Karosserie. Bei seiner Vorstellung wurde der FF (steht für Ferrari Four) schnell als Kombi verspottet. Das ist er trotz lang nach hinten gezogenem Dach und großer Heckklappe natürlich nicht. Vielmehr haben die Italiener die fast schon in Vergessenheit geratene Tradition eines Shooting Brakes wiederbelebt. Diese Kreuzung aus Schrägheck-Coupé und Kombi wurde mehrfach in den 1960er- und 1970er-Jahren erprobt, als gelungene Beispiele sind etwa der Volvo P1800 ES (,Schneewittchensarg") und der Reliant Scimitar GTE in Erinnerung geblieben. Ein Shooting Brake liefert die wohl eleganteste Lösung, eine schnittige Karosserie mit viel Stauraum auszustatten. Das ist auch den Designern von Pininfarina, deren Federn der FF entstammt, auf beeindruckende Weise gelungen. Dennoch ertappt man sich immer wieder dabei, sich auszumalen, wie der 4,91 Meter lange Zweitürer ...