Viel Komfort, variabler Innenraum, umfangreiche Sicherheitsausstattung

Die Kompakt-Klasse umfasst rund ein Drittel des westeuropäischen Pkw-Markts: 2002 zählte sie fünf Millionen Neuzulassungen. In den vergangenen Jahren ging der Anteil der konventionellen Schräg- und Stufenheck-Autos stetig zurück. Dies ist vor allem auf den Erfolg der Kompakt-Vans zurückzuführen.

Der Renault Scénic war 1996 Wegbereiter dieser Klasse, die eine funktionale Innenraumgestaltung mit kompakten Außenmaßen verbindet. Von dem ersten Kompakt-Van der Welt fertigte Renault mehr als zwei Millionen Einheiten. Der Nachfolger soll diese Erfolgsgeschichte fortschreiben. Wir haben den Scénic 1.9 dCi für Sie getestet.

Neun Zentimeter länger als der Vorgänger
Der neue Scénic macht einen frischen und jugendlichen Eindruck. Gegenüber seinem Vorgänger ist er in Länge und Breite um je neun Zentimeter gewachsen. Das bringt einen merklichen Gewinn an Komfort und Bewegungsfreiheit.

Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 430 bis 480 Litern – je nach Stellung der Rückenlehnen – recht groß. Dank der verschiebbaren hinteren Einzelsitze ist er schnell zu vergrößern. Die drei Fond-Sessel laufen auf Schienen und lassen sich jeweils um 22 Zentimeter verschieben.

Mit einem Hebeldruck kann zunächst die Rücklehne der Sitze umgeklappt werden. Danach lassen sich die Sitze vollständig an die Vordersitze anklappen. Dort arretieren sie automatisch (bisher war noch ein Gurt zur Sicherung darum zu legen). Sie können auch komplett aus dem Innenraum entfernt werden. Dann entsteht ein Stauraum mit einer Länge von 1,45 Metern. Bis unters Dach gibt es ein Ladevolumen von 1840 Litern

Schicker Innenraum
Das Platzangebot vorn ist gut. Selbst in der Basisversion sind die Sessel recht ordentlich, speziell in der Privilegé-Version wegen der netten Stoff-Leder-Materialien richtig schön. Die Oberschenkelauflage könnte für große Leute einige Zentimeter länger sein. Die Rückenlehne gibt einen guten Seitenhalt.

Das Platzangebot hinten ist reichlich. Der mittlere Sitz ist jedoch etwas schmal ausgefallen. Reist man zu viert, kann man ihn entfernen. Dann können die Außensitze ein Stück in die Mitte und um zehn Zentimeter nach hinten geschoben werden. So ergibt sich ein fürstliches Raumangebot.

Der Innenraum ist durch eine Vielzahl praktischer Details geprägt. Dazu zählen Staufächer im doppelten Fahrzeugboden sowie Schubfächer unter den Vordersitzen und den äußeren Rücksitzen. Mit 91 Litern Stauvolumen im Interieur verfügt der neue Scénic über mehr Ablagemöglichkeiten als vergleichbare Fahrzeuge.

Praktisch ist eine neuartige Box zwischen den Vordersitzen, das Vario-Modul. Der aus zwei Fächern bestehende Container lässt sich auf Schienen um 30 Zentimeter längs verschieben und ist für sämtliche Passagiere leicht zu erreichen. Das Modul kostet zwar 300 Euro, aber wir würden es unbedingt mitbestellen. Es hat nämlich zwei bequeme Armlehnen oben dran.

120 PS starker 1,9-Liter-Diesel
Der 1,9-Liter Dieselmotor des Scénic 1.9 dCi leistet 120 PS. Dank des Turboladers mit variabler Geometrie bietet der Top-Diesel mit 300 Newtonmetern bei 2000 U/min einen besonders guten Durchzug.

Mit nur 5,8 Litern Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometer ist das Triebwerk sparsam. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 188 km/h, der Spurt aus dem Stand auf 100 km/h wird in 12,1 Sekunden bewältigt. Die Leistungsentfaltung erfolgt schön von unten heraus – vorteilhaft beim Zwischenspurt.

Der große Diesel ist mit einer neuen Sechsgang-Schaltung ausgerüstet. Die Erreichbarkeit der Joystick-Schaltung ist gut, da der Hebel direkt neben dem Lenkrad platziert ist. Die Abstimmung mit dem Motor ist gelungen. Die Gänge lassen sich auf kurzen Wegen einlegen, aber ein wenig Nachdruck ist nötig – speziell der sechste will es genau wissen

Komfortables Fahren im Vordergrund
In rasant gefahrenen Kurven ist der Scénic II etwas schaukelig, von einem Kompakt-Van erwartet man es aber nicht anders. Also verlegt man sich aufs ruhige Dahingleiten. Dafür werden die Passagiere vor Stößen aller Art komfortabel in Schutz genommen: der neue Scénic schluckt alles weg – egal ob Querfugen, Eisenbahnschienen oder Kopfsteinpflaster.

Die elektrische Servolenkung arbeitet bei niedrigen Geschwindigkeiten leichtgängig. Das Kurven-Handling bei Reisegeschwindigkeiten muss Renault aber noch optimieren: das Auto will mit Nachdruck in die Kurve gelenkt werden, die Rückstellkräfte sind etwas zu hoch.

Günstige Preise
Schon in der Basisausstattung ist der neue Scénic umfangreich ausgestattet. Da auch die passive und aktive Sicherheits-Ausstattung des neuen Scénic sehr hoch ist, kann man die Preise für den neuen Renault ab 17800 Euro nur als günstig einstufen.

Richtig nett wird es aber erst ab der Confort-Ausstattung. Die kostet zwar 1500 Euro Aufpreis, bietet aber viele sinnvolle Extras wie eine Klimaanlage und eine nach vorn umlegbare Rücklehne am Beifahrersitz.

Preisliste


Renault Scénic

Grundpreis: ab 17.800 Euro (Diesel ab 18.800 Euro) 
Elektrisches Glas-Hub-Panormadach 950
Navigationssystem 980
Metallic-Lackierung 400
Einpark-Hilfe hinten 390
Reifendruckkontrolle 200
Separat zu öffnende Heckklappe 200
Vario-Modul 300

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihenvierzylinder mit Common-Rail-Direkteinspritzung 
Hubraum in ccm 1.870 
Leistung in PS 120 
Leistung in kW 88 
bei U/min 2.000 
Drehmoment in Nm 300 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.259 
Breite in mm 1.810 
Höhe in mm 1.620 
Radstand in mm 2.685 
Leergewicht in kg 1.505 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 188 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 12,1 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,8 
Weitere Informationen
1/moreName 2.010 kg 
2/moreName 430 bis 1.840 Liter 
3/moreName Sechsgang-Schaltung 
4/moreName 205/60 R 16V / 6,5 J x 16 
5/moreName 60 Liter 

Bildergalerie: Test Renault Scénic II