Lang lebe der BMW iDrive-Knopf!
Der Dreh/Drücksteller ist nahe der Perfektion. Schade, dass er wohl verschwindet
In der seltsamen Zeit zwischen der Einführung von Infotainment-Systemen in Autos und dem Aufkommen von Touchscreens verließen sich einige Autohersteller auf Drehknöpfe. Audi, Mercedes, Mazda und andere hatten alle einen zentralen Dreh-/Drücksteller zur Steuerung der Infotainment-Funktionen. Und sie waren genial.
Aber Audi und Mercedes sind schon lange zu reinen Touchscreens übergegangen, und der neue CX-5 deutet darauf hin, dass auch Mazda seinen zentralen Bedienknopf aufgibt. Bleibt nur noch BMW.
BMW M440d xDrive Cabrio (2025) im Test
BMW war der erste Hersteller, der diese Art von Benutzeroberfläche einsetzte, als das iDrive Ende 2001 in der 7er-Reihe eingeführt wurde. Dieses System wirkte für viele damalige Beobachter kompliziert und wurde weithin verschmäht, aber es setzte die Vorlage für das Infotainment in Fahrzeugen. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte hat BMW iDrive zum besten Infotainment-System auf dem Markt weiterentwickelt. Und obwohl BMW-Modelle der unteren Preisklasse wie der X1 und der 1er den iDrive-Knopf abgeschafft haben, ist er in allen anderen Modellen zu finden. So sollte es auch sein.
Ein Touchscreen ist die bessere Lösung, wenn man sich nicht bewegt. Der Versuch, mit einem einzigen Knopf eine Adresse einzugeben oder durch die Radiovoreinstellungen zu wischen, ist ein mühsamer Prozess, wie jeder bestätigen kann, der vor zehn Jahren ein neues deutsches Luxusauto besaß. Aber wenn man unterwegs ist und schnell ein paar Einstellungen ändern oder durch verschiedene Menüs blättern möchte, funktioniert ein Drehknopf einfach besser.
Der originale iDrive-Drehknopf für den E65 7er.
Der aktuelle iDrive-Knopf von BMW lässt sich um 360 Grad in beide Richtungen drehen, aber Sie können auch gegen den Knopf selbst drücken, um ihn vorwärts, rückwärts und seitwärts zu bewegen. Sie können ihn auch nach unten drücken, um zu wählen. Im M5 Touring, den ich gerade getestet habe, war das ein großer Vorteil, denn in diesem Auto gibt es so viele Einstellungen, an denen man von Zeit zu Zeit herumschrauben muss. Mit dem Drehknopf kann man während der Fahrt blättern und auswählen, ohne die Augen zu sehr von der Straße abzuwenden.
Und es ist nicht nur so, dass BMW einen Drehknopf hat - er ist auch gut kalibriert. Selbst bei Apple CarPlay, wo die Integration in die Fahrzeughardware oft halbherzig wirkt, funktioniert der Drehknopf intuitiv und macht den Wechsel von Google Maps zu Apple Podcasts zum Kinderspiel.
BMW versüßt den Deal außerdem mit Schnelltasten rund um den Drehknopf. Es war besser, als die Tastenkombinationen noch physische Tasten und keine haptischen Pads waren, aber heutzutage nehme ich, was ich kriegen kann. Allein die Zurück-Taste macht die Interaktion mit dem System so viel einfacher, und außerdem kehrt die NAV-Taste zu CarPlay/Android Auto zurück, wenn man das System anstelle des nativen Navigationssystems verwendet.
Leider sind die Tage des iDrive-Knopfes wohl gezählt. BMWs Neue-Klasse-Elektroautos kommen bald auf den Markt, beginnend mit dem iX3, und den Konzepten, die eine Vorschau auf diese Autos zeigen, fehlt ein physisches Bedienelement für das Infotainment-System.
Ich werde mir ein Urteil vorbehalten, bis ich das neue System ausprobiert habe, und generell bin ich optimistisch, was die Fahrzeuge der Neuen Klasse angeht. Aber wenn ich Zeit mit einem Auto verbringe, das einen iDrive-Knopf hat, frage ich mich, warum man es anders macht.
BMW Panoramic Display
Anmerkung der deutschen Redaktion: Wir haben das künftige Bediensystem namens "Panoramic iDrive" bereits ausprobiert. Es sieht auf den ersten Blick komplex aus und verzichtet weitestgehend auf echte Knöpfe. Aber es ist eingängig und man den Dreh auch ohne echten Dreh schnell raus. Mehr dazu und zum neuen iX3 in Kürze.
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