Neuzulassungen 2024 in Deutschland: Gewinner und Verlierer
Wer hat 2024 seine Hausaufgaben gemacht und welche Marken mussten kräftig einstecken?
Der Neuwagenmarkt in Deutschland war 2024 war ordentlich in Bewegung. Das zeigen die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Insgesamt wurden etwas weniger Fahrzeuge neu zugelassen, der Markt blieb aber insgesamt auf stabilem Niveau, wenngleich die Vor-Corona-Zahlen längst nicht erreicht wurden.
Trotzdem konnten sich einige Marken stark präsentieren, die man auf Anhieb gar nicht erwartet hätte. Andere Big Player rutschten tief in die Krise. Und im Jahr eins nach Ende der BEV-Subventionen sackte auch der Elektromarkt komplett durch und verlor über ein Viertel. Alleine im Dezember wurden fast 40 Prozent weniger E-Autos verkauft.
Peugeot und Volvo glänzten 2024 als die großen Gewinner auf dem Automobilmarkt: Mit Zuwächsen von 44,0 Prozent und 39,3 Prozent stiegen ihre Zulassungszahlen deutlich. Citroën (+32,9 %) und Toyota (+27,0 %) folgten mit starken Wachstumsraten. Ganz erstaunlich auch der Durchhaltewillen bei Seat: Die totgesagte spanische VW-Tochter konnte - nicht zuletzt dank guten Leasingangeboten - um fast 15 Prozent zulegen! Bei den deutschen Marken überzeugte Porsche mit einem Plus von 9,9 Prozent, während VW und Opel ebenfalls leichte Gewinne verbuchten.
Ganz anders die beiden Elektro-Marken Tesla und Polestar, die mit Einbrüchen von 41,0 Prozent und 49,4 Prozent zu den größten Verlierern gehörten. Mini, wo man 29,1 Prozent weniger Fahrzeuge absetzte, enttäuschte ebenfalls, gefolgt von Smart (-28,4 Prozent), Audi (-18,1 Prozent), Ford (-14,6 Prozent), Mercedes (-7,0 Prozent) und BMW (-0,1 Prozent).
Deutliche Einbrüche sind bei Ford (nur noch 3,5 Prozent Marktanteil) und Renault zu verzeichnen. Bei Renault sank der Marktanteil auf unter zwei Prozent, inzwischen steht die Billigtochter Dacia mit 2,5 Prozent besser da.
Im Dezember 2024 wurden 224.721 Pkw neu zugelassen, 7,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt blieb das Jahresergebnis mit 2,8 Millionen Neuzulassungen knapp unter dem Vorjahresniveau (-1,0 Prozent). Gewerbliche Zulassungen dominierten mit einem Anteil von 67,5 Prozent (-0,4 Prozent), während private Zulassungen um 2,1 Prozent zurückgingen.
Marken Top 10
| Marke | Neuzulassungen 2024 | Anteil in % | Veränderung gegenüber 2023 | |
| 1. | VW | 536.888 | 19,1 | +3,4 |
| 2. | Mercedes | 257.888 | 9,2 | -7,0 |
| 3. | BMW | 232.886 | 8,3 | -0,1 |
| 4. | Skoda | 205.593 | 7,3 | +22,0 |
| 5. | Audi | 202.317 | 7,2 | -18,1 |
| 6. | Seat | 152.334 | 5,4 | +14,9 |
| 7. | Opel | 147.833 | 5,2 | +2,2 |
| 8. | Ford | 99,554 | 3,5 | -14,6 |
| 9. | Hyundai | 96.365 | 3,4 | -9,4 |
| 10. | Toyota | 95.474 | 3,4 | +27,0 |
Antriebsarten
Hybridfahrzeuge konnten auch dank immer mehr Mildhybriden ihren Erfolgskurs fortsetzen: Mit einem Zuwachs von 12,7 Prozent erreichten sie einen Marktanteil von 33,6 Prozent. Besonders nicht-ladbare Hybride etablierten sich als Brückentechnologie. Plug-in-Hybride legten ebenfalls zu (+9,2 %), blieben mit einem Anteil von 6,8 Prozent jedoch hinter den Erwartungen zurück. Grund: Ohne Förderung wohl zu teuer.
Deutlich negativ entwickelte sich der Markt für reine Elektrofahrzeuge (BEV), die mit einem Minus von 27,4 Prozent und einem Marktanteil von 13,5 Prozent erheblich an Schwung verloren. Der Rückgang ist unter anderem auf die Abschaffung von Förderungen für Elektroautos zurückzuführen, wodurch die Anschaffungskosten für Verbraucher spürbar gestiegen sind.
Auf der anderen Seite müssen die Hersteller im Jahr 2025 gerade diese Fahrzeuge massiv in den Markt drücken, um die Flottenziele in Sachen CO2 zu erreichen. Sonst drohen hohe Strafzahlungen. Insofern ist mit vielen Rabatten und Sonderaktionen für BEV und Plug-in-Hybride zu rechnen, was diesen Markt wieder ankurbeln könnte.
Benziner konnten sich mit einem leichten Plus von 1,4 Prozent und einem Anteil von 35,2 Prozent stabil behaupten und blieben die dominierende Antriebsart auf dem Markt. Diesel-Pkw hingegen mussten einen leichten Rückgang von 0,7 Prozent hinnehmen, spielten mit einem Marktanteil von 17,2 Prozent aber dennoch eine wichtige Rolle, insbesondere im gewerblichen Bereich und bei Fahrzeugen mit hohen Laufleistungen.
Flüssiggasbetriebene Fahrzeuge zeigten ein moderates Wachstum (+4,3 %), blieben jedoch mit einem Anteil von 0,5 Prozent eine absolute Nische. Erdgasfahrzeuge hingegen verloren nahezu vollständig an Bedeutung, ihre Zulassungen brachen um 89,7 Prozent ein, und sie spielten mit einem Marktanteil von 0,0 Prozent faktisch keine Rolle mehr.
Deutsche Marken
VW sicherte sich mit 19,1 Prozent erneut die Spitzenposition unter den deutschen Marken und ist damit stärkste Marke. Porsche (+9,9 %/1,3 %) und Opel (+2,0 %/5,2 %) steigerten ihre Zulassungen, während Mini (-29,1 %/1,2 %), Smart (-28,4 %/0,4 %) und Audi (-18,1 %/7,2 %) deutliche Rückgänge hinnehmen mussten. Mercedes (-7,0 %/9,2 %) und BMW (-0,1 %/8,3 %) blieben stabiler, konnten aber nicht zulegen.
Importmarken
Bei den Importmarken setzte sich Skoda an die Spitze mit einem Marktanteil von 7,3 Prozent. Peugeot (+44,0 %/2,4 %), Volvo (+39,3 %/2,2 %) und Citroën (+32,9 %/1,9 %) stachen mit beeindruckendem Wachstum hervor. Dagegen brachen die Zulassungen bei Tesla (-41,0 %/1,3 %), Fiat (-24,8 %/2,0 %) und Hyundai (-9,4 %/3,4 %) teils drastisch ein. Dacia (+4,4 %/2,5%) konnte wieder leicht zulegen.
Segmente
SUVs dominierten den Markt mit einem Anteil von 30,2 Prozent, gefolgt von der Kompaktklasse (18,7 %). Kleinwagen (12,0 %) und die Mittelklasse (9,0 %) blieben wichtige Segmente. Die Obere Mittelklasse überraschte mit einem Plus von 30,5 Prozent und erreichte einen Anteil von 4,0 Prozent.
Die CO₂-Emissionen stiegen erstmals seit Jahren: Neuwagen lagen im Schnitt bei 119,8 g/km, ein Plus von 4,2 Prozent.
Auf dem Gebrauchtmarkt war Bewegung: Über 6,4 Millionen Pkw wechselten den Besitzer. Insgesamt wurden 7,5 Millionen Kfz (+7,1 %) und 424.685 Anhänger (+2,4 %) umgeschrieben.
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