Goodwood Revival 2024: Vollgas-Sause in die Vergangenheit
Früher war vielleicht nicht alles besser, aber lauter
Wenn Fotos einen Ton hätten, würde es jetzt sehr laut werden: Mit Vollgas zerschneiden die mächtigen V8 von Corvette, Cobra und Ford Galaxie die beschauliche englische Landluft. Es brüllt und dröhnt und riecht ... einfach fantastisch. Und als Morgengruß donnern drei alte Spitfire und P-51 Mustang über die Köpfe. Herzlich Willkommen beim Goodwood Revival 2024!
Wie beschreibt man diese Veranstaltung am besten? Vielleicht so: Eine Mischung aus Oldtimertreffen, Weltkriegs-Erinnerungen und Kostümball. Denn passend zu den rollenden Preziosen der letzten Jahrzehnte sind die Besucher dazu aufgerufen, sich im Stil der 1940er- bis 1960er-Jahre zu kleiden. Und das gelingt tatsächlich zu 90 Prozent. Die passenden Textilien kann man sogar vor Ort kaufen: Uniformen, Pelze, alles da. Und im Anschluss geht es zu "Bettys Hair Salon" im Stil von 1964, vor dem die Vespas und Lambrettas der "Mods" parken.
Bildergalerie: Goodwood Revival 2024
Das Goodwood Revival ist ein dreitägiges Festival, das seit 1998 jedes Jahr im September auf dem Goodwood Circuit stattfindet und an dem Rennwagen und Motorräder teilnehmen, die in der ursprünglichen Zeit der Rennstrecke (1948-1966) gefahren wurden. Und so bringt BMW beispielsweise Rennausführungen von 700 und 1800 mit, aber auch diverse Mini. Die jagen bevorzugt im Rennen mächtige Ford Galaxie. Motto: Auf der Geraden liegt das US-Schlachtschiff vorn, in den Kurven flinkt sich der Mini vorbei. Welch ein Spaß für die Zuschauer!
Das erste Revival fand 50 Jahre nach der Eröffnung der Rennstrecke durch den 9. Duke of Richmond und Gordon im Jahr 1948 statt. Seinerzeit in einem Bristol 400, der damals modernsten Sportlimousine Großbritanniens.
Das vom heutigen Duke of Richmond initiierte Revival Race Meeting lässt die glorreichen Tage des Goodwood Circuit wieder aufleben, der während seiner aktiven Jahre neben Silverstone zu den führenden Rennstrecken Großbritanniens gehörte. Zwischen 1948 und 1966 fanden in Goodwood Rennen aller Art statt, darunter die Formel 1, das Goodwood Nine Hours und das Sportwagenrennen Tourist Trophy.
Viele dieser bedeutenden historischen Rennwagen werden von berühmten Namen aus dem Motorsport der Vergangenheit und Gegenwart gefahren. Zu den berühmten Fahrern, die teilgenommen haben, gehören Sir Stirling Moss, John Surtees, Sir Jack Brabham, aber auch Damon Hill oder Gerhard Berger.
Die Rennstrecke ist in der Konfiguration von 1952 erhalten geblieben, als eine Schikane hinzugefügt wurde. Während des gesamten Wochenendes sind keine modernen Fahrzeuge innerhalb der Rennstrecke erlaubt, mit Ausnahme von modernen Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen. Selbst das Pace Car/Safety Car ist ein Jaguar E-Type.
Zu den Rennen an den drei Tagen gehören:
- Stirling Moss Memorial Trophy (2016-heute), ein 1-Stunden-Rennen für GT-Autos, die bis 1963 im Motorsport aktiv waren.
- Richmond & Gordon Trophies, ein 25-Minuten-Rennen für 2,5-Liter-Grand-Prix-Wagen von 1954 bis 1960.
- St. Mary's Trophy, ein Pro-Am-Rennen, das aus zwei 25-Minuten-Rennen besteht, die in der Gesamtwertung entschieden werden.
- Whitsun Trophy, ein 20-Minuten-Rennen für Prototypen bis 1966
- Royal Automobile Club Tourist Trophy Celebration, ein einstündiges Rennen für Pro/Am-Autos bis 1964, das im Rahmen der RAC TT stattfand, als diese in Goodwood ausgetragen wurde.
- Glover Trophy, ein 20-Minuten-Rennen für 1,5-Liter-Grand-Prix-Wagen von 1961 bis 1965
- Goodwood Trophy, ein 20-minütiges Rennen für Grand-Prix- und Voiturette-Autos von 1930 bis 1951.
- Ein Tretauto-Rennen für Kinder mit dem Namen Settrington Cup, an dem Tretautos im Stil des Austin J40 teilnehmen
Goodwood Revival 2024
Hinzu kam in diesem Jahr ein gewisser militärischer Aspekt, da dem "D-Day" vor 80 Jahren gedacht wurde. Verschiedene Ausstellungsflächen zeigten den englischen Militäralltag im Zweiten Weltkrieg. Ein Besuch des Goodwood Revival lohnt sich allemal. Vielleicht kehren Sie mit einem Buch als Andenken zurück oder ersteigern gleich bei Bonhams einen Oldtimer. Aber auch wer keine Karten ergattert, muss sich nicht grämen: Es gibt jedes Jahr einen Livestream im Internet.
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