Elfjährige wurde vor 120 Jahren, am 2. April 1900, zur Namenspatronin von Mercedes

Vor 120 Jahren wurde ein elfjähriges Mädchen zum Markennamen einer Automarke. Am 2. April 1900 entschied die Daimler-Motoren-Gesellschaft, ihre Automobile Mercédès zu nennen. Es war der Name der Tochter von Emil Jellinek, dem wohl wichtigsten Mädchen der Mercedes-Historie

Der in Nizza lebende österreichische Geschäftsmann und Diplomat Jellinek handelte mit Daimler-Fahrzeugen und meldete sie zu Rennveranstaltungen an. Schon das erste Fahrzeug mit dem neuen Markennamen, der Mercedes 35 PS, sorgte im März 1901 bei der Rennwoche von Nizza für Furore. Und das nicht nur, weil er gleich mehrere Rennen gewann, sondern auch aufgrund seines eleganten Designs.

Mercedes 35 PS (Rennwagen von 1901)
Mercedes 35 PS (Rennwagen von 1901)

Fortan zierte der geschwungene Mercédès-Schriftzug die Kühler der Daimler-Personenwagen. Der Name wurde am 26. September 1902 gesetzlich geschützt. Nach der Fusion der Unternehmen von Daimler und Benz im Juni 1926 wurde der Markenname in Mercedes-Benz geändert, die Firma dahinter hieß jedoch Daimler-Benz AG, aus der später DaimlerChrysler wurde und dann die heutige Daimler AG. Der Mercedes-Stern wurde 1909 als Warenzeichen eingetragen.

Die Namensgeberin Mercédès Jellinek heiratete 1909 und bekam zwei Kinder. 1926 ließ sie sich scheiden und heiratete den Wiener Rudolf von Weigl, der aber bald nach der Hochzeit starb. Mercédès von Weigl selbst starb 1929. Sie hat nie ein Auto besessen.

Bis heute ist Mercedes-Benz die einzige Automobilmarke, die einen weiblichen Namen trägt. "Frauen wie Mercédès Jellinek oder Bertha Benz haben die Erfolgsgeschichte von Mercedes-Benz von Anfang an geprägt", sagt Mercedes-Marketingchefin Bettina Fetzer. "Mit unserer 2015 gegründeten Initiative She’s Mercedes knüpfen wir für unsere zahlreichen Kundinnen in aller Welt an diese Tradition an." An Bertha Benz und ihre "Langstreckenfahrt" von Mannheim nach Pforzheim (106 Kilometer) erinnerte Mercedes vor einiger Zeit mit diesem Video:

Bildergalerie: Mercédès Jellinek