Elon Musks abgefahrene Vision eines elektrischen Pickups ist endlich hier

Umgeben von ikonischen Fahrzeugen aus Hollywoods Sci-Fi-Geschichte um Blade Runner und Zurück in die Zukunft hat Tesla in Südkalifornien seine Interpretation eines elektrischen Pickup-Trucks präsentiert. Sagen Sie Hallo zum Cybertruck, der deutlich anders daherkommt als alles, was man bisher aus diesem Segment kannte. Allerdings handelt es sich hier definitiv nicht um Science Fiction - das hier ist echt.

Und es besteht absolut keine Verwechslungsgefahr mit irgendetwas anderem auf unseren Straßen. Die Karosserie ist aus einer Stahl-Legierung die laut Elon Musk unempfindlich gegen Beulen und Kratzer ist und - wie man auf der Präsentation ebenfalls demonstrierte - auch keine Probleme mit einem Vorschlaghammer hat. Der Cybertruck ist laut Musk sogar kugelsicher (9-mm-Patronen) und soll über extrem starkes Glas verfügen. Letzteres ist aber offenbar doch nicht ganz so widerstandsfähig, wie Musk wohl hoffte, denn die Scheiben des Trucks sprangen während der Präsentation auf relativ spektakuläre Art und Weise. Wir haben keine Ahnung, ob das so geplant war oder nicht, aber hey, Herzlich Willkommen auf einer Tesla-Debütveranstaltung.   

Okay, die Karosse ist also extrem taff, aber wie sieht es mit den technischen Daten des Cybertruck aus? Musk warf für seinen verrückten Pickup mit ziemlich bemerkenswerten Zahlen um sich. Da wäre zum einen die 0-60-mph-Zeit (0-96 km/h) von 2,9 Sekunden für die stärkste Modellvariante mit Allradantrieb. Diese soll zudem die Viertelmeile in 10,8 Sekunden absolvieren und "Kurven fahren als wäre sie auf Schienen". Die effizienteste Version (Tesla will drei Varianten anbieten) soll eine Reichweite von mehr als 800 Kilometer bieten, für das Basismodell sind mehr als 400 Kilometer geplant.

Auf den ersten Blick klingt "Fahren wie auf Schienen" wohl ein wenig übertrieben. Auf der anderen Seite verfügt der Cybertruck über ein adaptives Luftfahrwerk, das bis zu 40 Zentimeter Bodenfreiheit ermöglicht. Für das Fahren auf der Straße kann das Fahrwerk auch während der Fahrt abgesenkt werden und es gibt einen Lademodus, bei dem nur das Heck runtergefahren wird. So tut man sich dann deutlich leichter mit dem Beladen und Befestigen von Spielzeugen wie Teslas neuem ATV, welches auf dem Event ebenfalls ein Überraschungsdebüt gab. 

Was die Performance betrifft, hört sich der Cybertruck also ziemlich furchteinflößend an und er sieht zweifelsfrei verrückt aus, aber wie macht er sich eigentlich in seiner Kerndisziplin als Truck? Das Auto kommt mit einer Ladefläche von knapp zwei Metern Länge und einer Zuladung von etwa 1.600 Kilo. Antriebsalternativen sind ein Setup mit einem Motor und Heckantrieb oder Allradvarianten mit zwei und drei Motoren. Offroad-Fans dürften die Rampen- und Böschungswinkel von 35 und 28 Grad interessieren. Die Anhängelast beträgt 6.350 Kilo. Und weil es sich hier ganz offensichtlich um einen Elektro-Pickup mit Luftfederung handelt, sind elektrische Anschlüsse und Luftleitungen für entsprechende Werkzeuge quasi Teil des Gesamtpakets.

Tesla Cybertuck
Tesla Cybertruck ATV

Ungeachtet des absurd kantigen Karosseriedesign klingen die Daten allesamt ziemlich spektakulär. Das gilt auch für die vorläufigen Preise, zumindest in den USA. Der Cybertruck soll bei 39.900 US-Dollar starten. Dafür erhält man einen E-Motor, Heckantrieb, eine Reichweite von mehr als 400 Kilometer und eine 0-100-km/h-Zeit von etwa 6,5 Sekunden. Klingt nicht unbedingt verkehrt, allerdings soll das irre Flaggschiff mit drei Motoren nur 69.900 US-Dollar kosten. Zur Erinnerung: Hier handelt es sich um einen Pickup mit Hypercar-Beschleunigung, 6.350 Kilo Anhängelast und mehr als 800 Kilometer Reichweite. Wenn Sie die Wahl zwischen diesem Gerät oder einen vollausgestatteten Ford F-150 hätten, welchen würden Sie nehmen? 

Laut Elon Musk kann man den Cybertruck ab sofort vorbestellen. Die Auslieferungen des Basismodells sollen gegen Ende 2021 starten.

Quelle: Tesla

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