ADAC testet Parkassistenten mit Notbremsfunktion (2019)
Antikollisionssysteme fürs Rückwärtsfahren sind noch lange nicht perfekt
Notbremssysteme können beim Rückwärtsfahren Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern verhindern. Ab dem Jahr 2020 wird die Bremsung beim Erkennen von Fußgängern ein Kriterium beim EuroNCAP-Crashtest. Daher hat der ADAC die AEB-Systeme (Autonomous Emergency Braking) von Mercedes, Volvo, BMW, Seat und Skoda nun getestet.
Die getesteten Parkassistenten basieren auf unterschiedlichen Sensoren: Entweder es kommen die Ultraschallsensoren für den Nahbereich am Heck (häufig bereits als „Parkpiepser“ verbaut) zum Einsatz, oder die seitlich im Stoßfänger angeordneten Radarsensoren mit einer größeren Reichweite, oder beide Sensorarten werden verwendet. Mercedes und Volvo arbeiten mit Radar, Skoda, Seat und BMW verwenden Ultraschall, kombiniert mit Radar.
Der ADAC hat für den Test drei Szenarien entwickelt:
- ein Fußgänger-Dummy steht hinter einem Pkw oder geht vorbei,
- ein Auto parkt in Fahrtrichtung
- Fahrradfahrer sowie Autos fahren quer vorbei.
BMW reagiert mit Radar und Ultraschall am besten auf alle Situationen – mit einigen Aussetzern vor allem bei Fußgängern in Bewegung und bei Querverkehr. Der Mercedes dagegen nutzt nur seine seitlichen Radarsensoren und erkennt damit stehende Fahrzeuge gar nicht. Das VW-System von Skoda und Seat hat Radar und Ultraschall, doch Fußgänger in Bewegung werden nur zufällig oder gar nicht erkannt.
Der Test zeigt, dass die automatisch bremsenden Parkassistenten noch längst nicht optimal sind. Selbst das System des Spitzenreiters arbeitet noch nicht hundertprozentig zuverlässig. Bereits die kostengünstigen Ultraschallsensoren aber können sehr effektiv sein und sogar Fußgängerkollisionen verhindern, wie der BMW im Test gezeigt hat. Die Hersteller sollten ihre Fahrzeuge serienmäßig mit einem wirksamen AEB-System ausstatten, so der ADAC. Die dazu nötige Technik ist in den meisten Pkw schon vorhanden: Die Heck-Ultraschallsensoren müssten lediglich mit der Bremsfunktion verknüpft werden, die das in Neuwagen obligatorische ESP-System bereits beherrscht.
Und: Käufer sollten sich beim Händler gut über den Funktionsumfang informieren und sich die oft unübersichtliche Preisliste erläutern lassen. Vorsicht: Ausprobieren sollten man die technischen Helfer vorab nicht, denn das endet oft mit einem selbst verschuldeten Schaden.
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