Weder Hardcore-Simulation, noch simpler Arcade-Racer

Lange Zeit mussten Formel-1-Fans an Ihren heimischen PCs warten oder sich mit Klassikern wie F1 Challenge 99-02 oder Grand Prix 4 aus dem Jahr 2002 begnügen. Sony hatte die Lizenz für Formel-1-Spiele exklusiv für sich beansprucht, bis Codemasters 2010 zuschlug und mit F1 2010 nun das offizielle Spiel zur FIA Formel-1-Weltmeisterschaft veröffentlicht. In F1 2010 fordert der Spieler die besten Fahrer der Welt in einer Reihe verschiedener Spielmodi heraus – von schnellen Einzelrennen über komplette Grand-Prix-Rennen hin zu einer drei-, fünf- oder siebenjährigen Karriere. Daneben gibt es noch die Möglichkeiten eines Zeitrennens gegen vorgefertigte Ghost-Cars, eines Party-Modus, bei welchem die Spieler nacheinander mit einem Boliden ihrer Wahl auf die Strecke geschickt werden, und den Multiplayer-Modus Online oder per LAN.

Für Experten und Einsteiger
Bei Codemasters hat man sich viel Mühe gegeben, möglichst viel von der Faszination Formel-1 in das Spiel zu übertragen, und dabei gleichzeitig erfahrene Spieler sowohl Neulinge zufrieden zu stellen. Profis dürfen sich darüber freuen, dass sie feinere Einstellungen am Set-Up des Boliden tätigen dürfen, als auch Rennen über die komplette Renndistanz inklusive sämtlicher Sessions eines F1-Wochenendes absolvieren können. Neueinsteiger verlassen sich im Gegenzug auf die Schnell-Einstellung des Ingenieurs und können die Renndistanz unterschiedlich variieren. Zahlreiche Fahrhilfen wie automatische Schaltung, ein Bremsassistent, ABS, die optimale Fahrlinie und eine Traktionskontrolle in zwei Stufen erleichtern Neulingen ebenfalls das Renngeschehen. Ohne Streckenkenntnisse helfen blutigen Anfängern aber auch alle Fahrhilfen recht wenig, wenn sie dem Fahrerfeld nicht mitunter hinterher fahren wollen.

Mittendrin statt nur dabei
Die Zeit vergeht dank der interaktiven Präsentation in F1 2010 wie im Flug. Zwischen den Rennwochenenden nimmt man im Team-eigenen Wohnwagen Platz, bekommt von seiner Agentin neue Vertragsangebote unterbreitet oder ändert das Design des Fahrerhelms. Schafft man es bei einem Rennen aufs Podium, so nimmt man automatisch an einer Pressekonferenz teil und beantwortet die Fragen der Journalisten mit einer von drei Auswahlmöglichkeiten. Während des Rennwochenendes wartet in der Box eine animierte Crew auf Arbeit, Einstellungen am Fahrzeug regelt man über einen Monitor oberhalb des eigenen Cockpits und während des Rennens informiert der Teamchef per Funk über den Zustand des Autos, nötige Boxenstopps oder ermahnt vor allzu aggressiven Manövern, die eine eventuelle Strafe nach sich ziehen könnten.

Intermediates oder Regenreifen
Darüber hinaus liefert der Monitor unter anderem Informationen zur aktuellen und prognostizierten Wetterlage. Dies ist wichtig, da F1 2010 ein dynamisches Wettersystem bietet, bei dem sich, wie im echten Formel-1-Zirkus, die Streckenkonditionen schlagartig ändern können und die richtige Reifenwahl und Strategie über Sieg oder Niederlage entscheidet. Kaum ein anderes Rennspiel bietet ein derart authentisches Rennerlebnis bei Regen, bei dem Sichtprobleme aufgrund der hochgewirbelten Gischt so realistisch umgesetzt werden. Je näher man dem Vordermann kommt, desto stärker verschwimmt die eigene Wahrnehmung, so dass Kulissen und Strecke nur noch schemenhaft erkennbar sind. Ohne Streckenkenntnisse und der falschen Reifenwahl bleibt meist nur der Ausflug ins Kiesbett.

Realistisches Fahrgefühl
Alle Fahrhilfen aus, manuelles Getriebe und Cockpit-Perspektive gewählt – die Saison startet im sonnigen Bahrain, dem ersten von 19 detailliert nachgebildeten Grand-Prix-Kursen. Das Fahrzeug lässt sich sowohl mit dem Xbox 360-Gamepad als auch einem Force Feedback-Lenkrad vorbildlich steuern, reagiert jedoch äußerst empfindlich auf kleinste Lenkbewegungen. Gibt man in einer engen Kurve zu viel Gas, legt man sofort einen Dreher hin und ärgert sich über die verlorenen Plätze. Realistische Einflüsse wie Windschatten, Temperatur von Motor, Bremsen und Reifen wirken sich dabei ebenso aus wie der mit Renndauer steigende Grip der Strecke. Die KI-Gegner überholen clever und nutzen Fahrfehler ohne Zögern aus, was Kämpfe um einzelne Positionen attraktiver macht und die Authentizität des Spiels noch näher an die Realität bringt.

Bildergalerie: Spaß für Jedermann