Das Gespräch zwischen Auto und Fahrer wird erweitert

Die Pioniere des Automobilbaus waren froh, dass der Gummireifen entwickelt wurde. Späteren Generationen genügte es, wenn die Luft im Reifen blieb. Heutzutage sehen sich Reifenhersteller bezüglich der Reifenproduktion mit weitaus komplexeren Problemen konfrontiert: Der Fahrer benötigt Informationen bezüglich des Reifendrucks und der Bordcomputer soll Daten bezüglich Untergrund und ausgeübter Last erhalten. Außerdem soll selbst ein Reifen ohne Luft der Fahrt zur Werkstatt noch standhalten. Pirelli zeigt mit vier Neuentwicklungen seine Interpretation zur Aufgabenstellung.

Reifendruck-Kontroll-System
Beim X-Pressure genannten Reifendruck-Kontroll-System positioniert Pirelli Sensoren außen an Reifen und Felge. Die verwendeten Komponenten sollen durch ihr Gewicht von 3,5 bis sechs Gramm die Wucht des Reifens nicht beeinflussen. Als Anzeige-Medium des Reifendrucks stellt Pirelli vier Möglichkeiten zur Wahl. X-Presure Optic zeigt etwaige Druckanomalien durch Einfärbung der Ventilkappen an. Die Systeme Acoustic und AcousticBlue übertragen ihre Befunde via Bordelektronik auf ein Display im Fahrzeuginneren beziehungsweise via Bluetooth aufs Mobiltelefon. X-Pressure Monitor gibt ein Signal ans fahrzeugeigene Infomobility-System, das die Daten zum Beispiel im Bordcomputer ausgeben könnte.

Ersatzluft in der Felge
Zunächst für Motorradreifen entwickelt, erprobt Pirelli das Safety-Wheel-System SWS nun auch für den Einsatz im SUV-Reifen. Kernstück des Systems ist ein im Reifen mitgeführter Luftbehälter. Sollte der Druck im Reifen abfallen, öffnet sich ein Ventil und Luft strömt aus dem Behälter. Ein schleichender Luftverlust im Reifen kann so verlangsamt werden. Im Falle einer Reifenpanne soll das System helfen, das Fahrzeug trotz drohendem Platten noch unter Kontrolle zu bringen und eine Werkstatt anfahren zu können.

Cyber Tyre: Reifen mit Gedächtnis
Beim neu entwickelten System Cyber Tyre rüstet Pirelli seine Reifen mit einem Speicher aus. Dieser soll verschiedene Informationen über den Betriebszustand des Reifens an Fahrer und Fahrzeug übermitteln. Informationen über die Grundeigenschaften des Reifens, Betriebstemperaturen- und drücke, die mögliche Fahrstrecke bei Druckverlust und andere Daten sollen im Fahzeuginneren ablesbar sein. Das System überträgt die Informationen mittels eines Transponders im Reifen und einer Antenne im Radkasten. Elektronische Fahrwerkssysteme wie ESP oder ABS sollen mit den bereitgestellten Daten weiter optimiert werden können.

Im SUV auch ohne Luft
Die Gesamtnachfrage nach Run-Flats – Reifen mit Notlaufeigenschaften – hat in den Jahren 2000 bis 2004 um 7.000 Prozent zugenommen. Erstausrüster und Ersatzteilmarkt haben die Vorteile dieser Hightech-Sicherheits-Reifen erkannt und verlangen nach immer größeren Reifendimensionen. Run-Flat-Reifen für SUVs sind Pirellis neueste Entwicklung auf diesem Gebiet. Sie sollen in Kürze serienreif sein und dann auch Sport-Utility-Vehicels sicherer machen.

Die Felge mit Antenne
Laut Pirelli erlaubt es das neu entwickelte Cyber-Wheel-System, die Felge als Sensor zu benutzen. Dieser kann per Funk aktiviert werden und sendet dann Daten bezüglich der Deformation des Rades. Die fahrzeugeigenen Fahrdynamiksysteme sollen mittels dieser Daten die Stabilität noch besser gewährleisten können.
(jk)

Hightech von Pirelli