Forscher verbinden Brennstoffzellen und Hybridantrieb und vermeiden Emissionen

Wer die kleinen Elektromobile von Hotzenblitz kennt, weiß wahrscheinlich, dass sie Strom tanken müssen, um mobil zu bleiben. Der Prototyp namens Hylite zeigt nun, wie sich das ändern lässt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte das Auto in Zusammenarbeit mit mehreren Auto-Zulieferern. Als Grundlage diente der ultraleichte Hotzenblitz.

Brennstoffzellen-Hybridantrieb
Beim Hylite handelt es sich um ein so genanntes Brennstoffzellen-Hybridfahrzeug. Das bedeutet: Das Auto tankt nicht Strom wie der Hotzenblitz, sondern Wasserstoff. Daraus gewinnt der Hylite mit Hilfe von Brennstoffzellen elektrische Energie, die einen Elektroantrieb speist. Dieses Prinzip macht das Auto emissionsfrei, denn als ,Abgas" entsteht in der Brennstoffzelle ausschließlich Wasser. In der Wunderzelle läuft keine wirkliche Verbrennung ab wie zum Beispiel im normalen Ottomotor. Stattdessen reagiert der Wasserstoff auf elektrochemischem Wege mit dem Sauerstoff der Luft. Diese viel kontrolliertere Art der Reaktion führt dazu, dass keine Nebenprodukte entstehen.

Variabler Arbeitsdruck
Eine Besonderheit des Hylite stellt sein Niederdruck-Brennstoffzellensystem dar. Es arbeitet bei einem maximalen Druck von etwa 2,2 bar. Dieser Druck kommt aber nur dann zustande, wenn das Auto gerade maximale Leistung braucht, ansonsten ist er niedriger. Der variable Druck erhöht die energetische Effizienz. Eine weitere Neuheit: Bisher mussten Wasserstoff und Luft extra befeuchtet werden, bevor die Gase in die Brennstoffzelle strömten. Dank des Einsatzes von Brennstoffzellenstapeln mit direkter Wassereinspritzung ("direct water injection") konnte auf diese technisch aufwendige Lösung verzichtet werden.

Ganz andere Art von Hybridfahrzeug
Der Hylite ist streng genommen ein Hybridfahrzeug. Diese Bezeichnung steht für Autos, die zwei Antriebe besitzen. Beim Hylite hat der Ausdruck jedoch eine ganz andere Bedeutung als bei den Hybridautos, die bereits auf dem Markt sind. Beim Toyota Prius, Honda Civic IMA und Lexus RX 400h arbeitet ein normaler Benzinmotor mit einem oder zwei Elektromotoren Hand in Hand. Auch der Hylite besitzt gewissermaßen zwei Antriebe. Denn neben dem Brennstoffzellensystem hat das Auto eine Traktionsbatterie. Beim Bremsen wandelt der Prototyp die Bewegungsenergie um in elektrische Energie, die dann in die Batterie eingespeist werden kann. Dieses energetische Zubrot kann man als zweite Antriebsquelle verstehen – insofern hat die Bezeichnung Hybridfahrzeug ihre Berechtigung.

Speicherkapazität soll noch verbessert werden
Für die Zukunft will die Projektgruppe die für den Hylite entwickelten Metallhydridspeicher für die Anwendung in Autos weiter verbessern. Vor allem die Speicherkapazität soll noch höher werden. Auf jeden Fall ist der Hylite wieder ein Schritt in Richtung Zukunft. Und die heißt im Automobilbau nach Ansicht vieler Experten Wasserstoff.
(sl)

Forschungs-Hylite