Wir stellen Ihnen drei Supersportler vor, die exklusive Leistung bieten

Caterham/Banbury/London (England), 17. November 2006 – Über den Daumen gepeilt, gibt es etwa 40 Automobilmarken. Darin sind aber nur die großen Namen, von Audi bis Volkswagen, enthalten. Daneben gibt es zahlreiche Hersteller, die Fahrzeuge in Kleinserie herstellen. Wir stellen Ihnen drei Sportwagen britischer Minimarken vor.

Der Seven: Seit 50 Jahren eine Legende
Im Jahr 1957 baute der Lotus-Gründer Colin Chapman einen Roadster namens Seven, der bis heute eine Legende ist. Das Auto wurde in den 70er-Jahren, nach Einstellung der Produktion bei Lotus, von der Caterham übernommen, einer Firma aus dem gleichnamigen Ort südlich von London. Zum fünfzigsten Geburtstag der Roadster-Legende im Jahr 2007 zieht eine neue Motorengeneration ein. Nach 15 Jahren werden die Rover-Motoren durch ein Ford-Aggregat ersetzt. Der 1,6-Liter-Motor soll in drei Leistungsvarianten auf den Markt kommen.

Ab 23.800 Euro
Den Einstieg markiert die 127-PS-Version in der Ausstattung Roadsport für knapp 15.995 Britische Pfund, umgerechnet etwa 23.800 Euro. Die 142-PS-Variante ist als Roadsport für 16.995 Pfund oder etwa 25.300 Euro zu haben, die Ausstattung Superlight kostet 19.995 Pfund, was 29.800 Euro entspricht. Eine dritte, noch stärkere Motorvariante soll im Frühjahr 2007 folgen. Die genannten Preise beziehen sich auf den Bausatz. Wer sein Auto fix und fertig haben möchte, muss jeweils noch 2.500 Pfund (etwa 3.700 Euro) drauflegen.

Tempo-100-Spurt in 4,7 Sekunden
Mit dem neuen 127-PS-Motor beschleunigt der nur 550 Kilo schwere Roadster in etwa 5,9 Sekunden auf Tempo 100. Die stärkere 142-PS-Variante in der spartanisch ausgestatteten Superlight-Ausführung schafft den Spurt in unter 4,7 Sekunden.

Ascari A10: Ein Bolide mit 634 PS
Wer sich im Rennsport auskennt, denkt beim Namen Ascari an einen italienischen Rennfahrer, der in den 50er-Jahren Ferrari und Lancia fuhr. Doch damit hat der Hersteller des A10 nichts zu tun. Es handelt sich um einen britischen Sportwagenhersteller mit dem Namen Anglo Scottish Car Industries – abgekürzt Ascari. Die Marke wurde durch den KZ1 bekannt, einen Supersportwagen mit einem modifizierten BMW-M5-Motor. Mit seinen 500 PS beschleunigt dieser Flitzer in 3,7 Sekunden auf Tempo 100. Mit dem neuen A10 überbietet Ascari diesen Wert: Der A10 hat 634 PS und erreicht er die 100-Kilometer-Marke dank Leichtbauweise schon in 2,8 Sekunden. Damit ist er laut Hersteller das schnellste Serienauto für den Straßeneinsatz.

Etwas mehr Komfort als beim KZ1
Im Vergleich zum KZ1 hat der A10 neue Karosseriepaneele, einen überarbeiteten Motor sowie eine modifizierte Aufhängung. Außerdem wurde die Bremsanlage der gestiegenen Leistung angepasst. Der Besitzer kann auch etwas mehr Komfort in Anspruch nehmen: Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber und elektrisch einstellbare Außenspiegel sowie eine Klimaanlage werden auf Wunsch eingebaut.

,Nur" 522.000 Euro
Das neue Ascari-Wunder soll eine Antwort auf den Ferrari Enzo FXX geben. Während der auf 30 Exemplare limitierte Enzo FXX nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist und mit etwa 1,5 Millionen Euro auch nicht für jedermann erschwinglich ist, legt der A10 die Schwelle niedriger. Man darf ihn auf der Straße fahren, und er kostet auch ,nur" 522.000 Euro. Exklusiv ist freilich auch er: Es soll nur zehn Exemplare geben.

Bristol Fighter T: 1.026 Viper-PS
Ein weiterer Exot ist der Fighter T vom traditionsreichen Londoner Hersteller Bristol. Die Firma engagierte sich schon in den 30er-Jahren im Rennsport. Doch ähnlich wie Saab war Bristol bis zum Zweiten Weltkrieg zunächst hauptsächlich Flugzeughersteller. Die Autoabteilung der Firma ist erst seit Mitte der 50er-Jahre eine eigenständige Firma. Zu den Produkten zählen das Coupé Blenheim 3, der Blenheim Speedster und ein außergewöhnlich gestalteter Roadster namens Fighter. Die Tropfenform der Personenkabine beim Fighter ist ein Hinweis darauf, dass es sich um ein extrem schnelles Auto handelt, bei dem die Aerodynamik äußerst wichtig ist. Nun kommt die Variante Fighter T auf den Markt. Wie der Fighter besitzt der Fighter T einen Acht-Liter-V10-Motor, der vom Aggregat der Dodge Viper abgeleitet ist. Während der normale Fighter 532 PS leistet, kommt der Fighter T durch zwei Turbolader auf knapp das Doppelte: Nicht weniger als 1.026 PS stehen hier zur Verfügung. Das Drehmomentmaximum wird bei 1.405 Newtonmetern erreicht.

In 3,5 Sekunden auf Tempo 100
Das Trockengewicht von 1.595 Kilo verteilt sich zu 52 Prozent auf die Hinterräder und zu 48 Prozent auf die Vorderräder. Den Tempo-100-Sprint schafft der Fighter T in unter 3,5 Sekunden. Dabei braucht man noch nicht einmal einen Gangwechsel vorzunehmen, denn der erste der sechs Gänge reicht bis 100 km/h. Die potenziell erreichbare Höchstgeschwindigkeit von 435 km/h wurde elektronisch auf 360 km/h begrenzt. Der Fighter T soll im September 2007 auf den Markt kommen. Der Zweisitzer soll 351.931 Britische Pfund kosten, was etwa 523.000 Euro entspricht.
(sl)

Bildergalerie: Englische Sport-Exoten