Wichtige Änderungen für Autos und Motorräder

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Motorrad- und Cabrio-Saison steht unmittelbar vor der Tür. Vor dem Start sollte man sich allerdings über einige Änderungen bei der Hauptuntersuchung informieren. Am 10. Februar 2006 wurden im Bundesrat die 41. Änderungsverordnung verabschiedet, die ab 1. April 2006 einige Neuerungen für Kraftfahrer mit sich bringt.

Funktionsprüfung von ABS, ESP und Airbag
Bei Fahrzeugen mit elektronisch geregelten Systemen wie zum Beispiel Antiblockiersystem (ABS). elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) oder Airbags wird im Rahmen der Hauptuntersuchung ab April 2006 deren Funktion überprüft. Dazu stellt der Hersteller Informationen zur Verfügung, aus denen hervorgeht, welche sicherheitsrelevanten Systeme in einem Fahrzeug stecken. ,Die Einbeziehung elektronisch geregelter Systeme macht sehr viel Sinn", sagt Dr. Brauckmann, Vorstand Mobilität der TÜV Rheinland Group, ,denn ähnlich wie bei mechanischen oder hydraulischen Systemen verlässt sich der Fahrer ja schon im Normalbetrieb auf die Funktionsfähigkeit dieser das Fahrverhalten des Autos regelnden Systeme."

Zusammenlegung von Haupt- und Abgasuntersuchung
Betroffen von den Änderungen der 41. Änderungsverordnung sind auch die Fahrer von sogenannten On-Board-Diagnose-Fahrzeugen (OBD). OBD bedeutet nichts anderes als eine Art Eigenüberwachung der Fahrzeuge im Hinblick auf alle relevanten Bauteile, die für die Abgasreinigung verantwortlich sind. Eventuelle Fehler im System werden dem Fahrer durch eine Warnleuchte im Armaturenbrett angezeigt. Zusätzlich werden Fehler im Motormanagement im Fehlerspeicher der OBD abgelegt. Bei der nun neuen Abgasuntersuchung wird dieser Fehlerspeicher ausgelesen und bewertet, gegebenenfalls durch eine Abgasmessung ergänzt. Für alle Fahrzeuge ohne On-Board-Diagnose ändert sich zuerst nichts. Dann jedoch erfolgt zum 1. Januar 2010 die komplette Zusammenlegung beider Untersuchungen für alle Fahrzeuge. Die AU-Plakette auf dem vorderen Kennzeichen entfällt, eine gültige Abgasuntersuchung wird durch die Prüfplakette der Hauptuntersuchung bestätigt.



Umweltuntersuchung für Motorräder
Zusätzlich wird in die bisher bekannte Hauptuntersuchung für Motorräder eine Umweltuntersuchung integriert. Sie besteht aus einem Abgastest und einer Geräuschuntersuchung. Als Grenze für den CO-Gehalt im Abgas gelten die Werte des Herstellers. Liegen diese nicht vor, gelten folgende Werte: 4,5 Vol-% bei Motorrädern ohne Katalysator oder mit ungeregeltem Katalysator im Leerlauf und 0,3 Vol-% bei Fahrzeugen mit geregeltem Katalysator im erhöhtem Leerlauf. Darüber hinaus wird eine Geräuschmessung eingeführt, um beispielsweise eigenhändige Veränderungen an Auspuffanlagen festzustellen. So wird die subjektive Geräuschmessung, die auch bisher in der HU schon immer durchgeführt wurde, konkretisiert. Wird bei einer Fahrprobe entdeckt, dass die Auspuffgeräusche zu laut sind, muss das Standgeräusch überprüft werden.
(os)