Schwedenmarke baut Motoren-Prototyp für fünf verschiedene Kraftstoffe

Im Rahmen der Forschung mit dem Ziel nachhaltiger Mobilität hat Volvo ein System für mehrere verschiedene Kraftstoffe entwickelt. Ergebnis ist der Volvo Multi-Fuel. Ein Prototyp, der für den Betrieb mit fünf verschiedenen Kraftstoffen optimiert ist: Hythan, Biomethan, Erdgas, Bioethanol E85 und Benzin. In Tests hat sich Hythan, eine Mischung aus 10 Prozent Wasserstoff und 90 Prozent Methan, einer Mischung, als besonders effektiv erwiesen.

Für fünf verschiedene Kraftstoffe optimiert
Der Fünf-Zylinder-Prototyp mit zwei Liter Hubraum und 200 PS soll genauso sicher sein wie jedes andere Auto. Zudem soll es außergewöhnlich sauber und umweltverträglich sein. Ein zentraler Vorteil ist die Verbrennung sauberer, erneuerbarer Kraftstoffe, wie zum Beispiel Wasserstoff, Biomethan und Bioethanol, die nur einen geringen Nettozuschuss an fossilem Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen.

Unabhängig von lokaler Infrastruktur
Volvo vertritt die Auffassung, dass es nicht nur einen Weg in die Zukunft gibt, sondern viele. Kein erneuerbarer Kraftstoff kann derzeit allein die fossilen Kraftstoffe von heute ersetzen. Da lokale Voraussetzungen unterschiedlich sind, werden verschiedene Märkte auch unterschiedliche alternative Kraftstoffe fordern. So kann die jeweils am besten verfügbare Energiequelle genutzt werden, wo immer auf der Welt man sich gerade befindet. ,Die Idee besteht darin, dass man Kraftstoffe tankt, die lokal produziert werden", berichtet Mats Morén, Projektleiter der Motorenentwicklung bei Volvo. ,Dies führt wiederum dazu, dass weniger Kraftstoff zwischen den Kontinenten hin- und hertransportiert werden muss – und man kann jederzeit den vor Ort verfügbaren Kraftstoff tanken."


Verstärkte Gastanks
Der Multi-Fuel-Prototyp ist mit einem größeren und zwei kleineren Tanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 98 Litern für Gas (Hythan, Biomethan und Erdgas) bestückt sowie einem 29-Liter-Tank für flüssige Kraftstoffe (Bioethanol E85 und Benzin). Damit die Ladekapazität des Fahrzeugs nicht eingeschränkt wird, sind die Tanks allesamt unter dem Gepäckraumboden untergebracht. Zwei Tankstutzen dienen zur Befüllung der Tanks – einer für Gas und ein Zweiter für die flüssigen Kraftstoffe. Das Motormanagement passt sich dann automatisch der jeweiligen Mischung von Gas oder flüssigen Kraftstoffen an. Zum Umschalten zwischen den Kraftstoffen betätigt der Fahrer einfach eine Taste.

Niedrige Emissionen
Der Multi-Fuel-Prototyp erfüllt die Schadstoffgrenznorm für Euro 4 und die vorgeschlagenen Werte für Euro 5. Das Fahrzeug ist mit zwei Katalysatoren bestückt – einer davon liegt direkt am Motor, was die Emissionen beim Kaltstart erheblich senkt – der zweite Katalysator liegt unter dem Wagenboden und reduziert wirkungsvoll den Ausstoß von Schadstoffen bei höherem Tempo. Das Konzept mit den beiden Katalysatoren sowie ein wegweisendes Motormanagement sollen zu sehr niedrigen Emissionen beitragen. Hoch temperaturbeständiges Material im Abgaskrümmer und im Turbolader lässt extrem hohe Abgastemperaturen von bis zu 1.050 Grad Celsius zu. Ergebnis: Das Fahrzeug fährt sauberer, beschleunigt agiler und hat auch bei hohen Geschwindigkeiten noch Leistungsreserven.
(os)

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